Replace Text – Suchen und Ersetzen im Wiki

CCO Public Domain via Pixabay.
CCO Public Domain via Pixabay.

Beim Umgang mit längeren Texten kommt es nicht selten vor, dass ein häufig verwendeter Begriff falsch geschrieben wurde oder nicht mehr aktuell ist und daher ausgebessert werden muss. Um zu vermeiden, dass man das gesamte Dokument „händisch“ durchgehen und korrigieren muss, gibt es in gängigen Textbearbeitungsprogrammen wie z. B. MS Word für dieses Problem die Funktion „Suchen und Ersetzen“.

Auch für MediaWiki-Nutzer gibt es ein ähnliches Werkzeug namens ReplaceText. Dabei handelt es sich um eine kleine aber leistungsstarke MediaWiki-Extension, die es ermöglicht, nach bestimmten Zeichenkombinationen – also Text, Code oder Leerraum – zu suchen und diese zu ersetzen und zwar sowohl innerhalb der Wiki-Artikel selbst als auch in den Artikeltiteln. Es gibt außerdem die Option, komplexe Mustererkennungsalgorithmen in Form von regulären Ausdrücken für die etwas anspruchsvolleren Such- und Ersetzungsvorgänge zu verwenden.

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BlueSpice MediaWiki vs. Confluence – Die Wiki-Alternativen (2)

Las Vegas Sportsbook
Überblick behalten mit Firmenwikis. Bild: Las Vegas Sportsbook, Baishampayan Ghos, CC-BY-SA-2.0.

Die Fortsetzung unseres Vergleichs von BlueSpice MediaWiki und Confluence – mit einer kurzen Zusammenfassung.

Im zweiten Teil unseres Vergleichs wenden wir uns mehr den Funktionen im Hintergrund zu, die weniger für den normalen Nutzer als für Powernutzer und Administratoren von Bedeutung sind. (Lesen sie hier Teil 1 unseres Vergleichs).

Datenanalyse

Im Umgang mit Metadaten scheiden sich bei BlueSpice und Confluence durchaus die Geister. Weiterlesen

BlueSpice MediaWiki vs. Confluence – Die Wiki-Alternativen (1)

Germany and Argentina face off in the final of the World Cup 2014 von Danilo Borges/copa2014.gov.br Licença Creative Commons Atribuição 3.0 Brasil [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Wissen teilen: Ein Ziel – unterschiedliche Strategien. Bild: Germany and Argentina face off in the final of the World Cup 2014 von Danilo Borges/copa2014.gov.br, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
In unserem zweiteiligen Artikel vergleichen wir ausführlich die Wiki-Platzhirschen MediaWiki und Confluence.

Wir hatten schon vor einigen Jahren ein paar Zeilen über MediaWiki und Confluence geschrieben. Dabei ging es um die häufigsten Einwände gegen MediaWiki.

Der damalige Artikel ist immer noch lesenswert und auch weitgehend aktuell. Letztlich war damals die Kernaussage, dass es bei der Tool-Auswahl nicht nur um Features geht, sondern auch um das Konzept der Software. Das ist zeitlos richtig.

Allerdings muss MediaWiki auch den direkten Feature-Vergleich nicht scheuen. Nicht zuletzt mit der Enterprise-Distribution BlueSpice hat sich die Feature-Frage in meinen Augen längst erledigt. Das zeigt auch unsere neueste interne Featurevergleichstabelle, die wir hier veröffentlichen und zum freien Download anbieten:

Die Publikation ist ein guter Anlass, um einmal umfassend und systematisch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Projekte herauszuarbeiten.

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„Schau doch im Wiki“ ist bei uns ins Blut übergegangen – Rückblick auf das Kundentreffen in Regensburg

Eine große neue Runde - Die Teilnehmer des BlueSpice Come Togethers 2017
Eine große neue Runde – Die Teilnehmer des BlueSpice Come Togethers 2017.

Ein Jubiläum folgt aufs andere – nicht nur Hallo Welt! wurde dieses Jahr 10 Jahre alt, auch das BlueSpice Come Together feierte 2017 ein kleines Jubiläum. Bereits zum 5. Mal trafen sich motivierte Wiki-Gärtner und Maintainer, um sich über ihre individuellen Erfahrungen mit BlueSpice auszutauschen.

Zwei Tage lang wurde über Wissens- und Dokumentationsplattformen diskutiert, Konzepte und unterschiedliche Anwendungsfälle vorgestellt und zahlreiche Anregungen zu innovativen Umsetzungen im Wiki eingeholt.

Für uns von Hallo Welt! war es dieses Mal ein ganz besonders Treffen, da wir in unsere Heimatstadt Regensburg einladen durften. So wurden mitten in der schönen Regensburger Altstadt, genau gegenüber vom Dom, in entspannter Atmosphäre jede Menge Wikifragen aufgeworfen und gemeinsam Lösungen entwickelt. Weiterlesen

WikiFarm: Software zur zentralen Verwaltung mehrerer Wikis

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CCO Public Domain via Pixabay.

Die Verwaltung mehrerer individueller Wikis ist technisch aufwendig, da allzu oft ein unübersichtliches „Wikichaos“ entsteht, das schwer zu pflegen ist. Dabei gibt es bereits ein Konzept, das sich in letzter Zeit sehr bewährt hat: die Wiki-Farm.

Mit einer Wiki-Farm können schnell und einfach mehrere Wikis neu erstellt, archiviert oder gelöscht werden. Bei der Erstellung hat der Anwender die Möglichkeit ein leeres Wiki zu erstellen oder ein sogenanntes Master-Wiki zu klonen. Ein solches Master-Wiki kann bereits mit Inhalten befüllt sein (z. B. Handbücher), sowie Daten und Konfigurationen enthalten, die mit übertragen und ausgeliefert werden können.

Technisch gesehen werden durch das Farmkonzept mit einer einzigen Wiki-Installation mehrere Wikis zur Verfügung gestellt. Die Wiki-Software wird nur einmal auf dem Server installiert und gespeichert und dann von allen weiteren Wikis der Farm gemeinsam genutzt.

Wir haben in den letzten Jahren vermehrt Anfragen von Kunden erhalten, für die eine Wiki-Farm die bestmögliche Lösung darstellt. Viele stehen vor der Problematik, dass ihnen ein einziges Wiki nicht mehr ausreicht, weil die unterschiedlichsten Themen, Sprachen und Berechtigungskonzepte darin abgebildet werden müssten.  In solchen Fällen empfehlen wir stets den Einsatz mehrerer Wikis in unserer Wiki-Farmlösung.

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BlueSpice 2.27.1 veröffentlicht

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Ein Patch-Release, der sich sehen lassen kann.

Und wieder einmal ist es so weit: Wir freuen uns sehr darüber, dass wir heute den neuen BlueSpice Release 2.27.1 ankündigen können. Kaum zu glauben, dass es sich dabei nur um einen Patch-Release handelt.

Wenn man die neuen Features so betrachtet, ist die Version 2.27.1 ganz vorne mit dabei. Beim ersten Release in diesem Jahr liegt der Fokus neben Bug-Fixes auf einer Optimierung der Usability und Anwendungen im Qualitätsmanagement.

Alle detaillierten Informationen und Dokumentationen findet Ihr in unserem BlueSpice Helpdesk:

Hier sind die wichtigsten Neuerungen von BlueSpice pro 2.27.1 im Überblick: Weiterlesen

Tagging und Kategorien: Probleme der Verschlagwortung im Web

Bunter Stempelhalter
Thamizhpparithi Maari, A rubber stand, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Fast alle Web-Plattformen bieten heute kollaborative Tagging- oder Kategoriesysteme zur Auszeichnung ihrer Informationen an. Wie funktionieren diese Systeme grundsätzlich?

Tagging ist eine intellektuelle Verschlagwortung und Interpretation des Materials, die durch eine gewaltig große Anzahl von Nutzern zu einer effektiveren Suche führt. Ein Nutzer trägt beispielsweise zum Tagging-System bei, indem er für Inhalte, wie z. B. Wikiseiten Schlagworte wie „Tierschutz“, „Marder“, „Otter“ oder „informativ“, sogenannte Tags, vergibt, unter denen der Artikel dann von ihm selbst und von anderen gefunden werden soll.

Dabei können beliebig viele Schlagwörter ganz frei ohne zuvor festgelegte Regeln vergeben werden. Dies schließt allgemeine Kategorien wie »Rezept« und »Fußball«, aber auch beschreibende und subjektive Attribute wie »German« oder »cool« mit ein.

Bei einer großen Anzahl von Nutzern ist es wahrscheinlich, dass sie sich auf sinnvolle und schlüssige Zuordnungen einigen, so dass sich also nach einiger Zeit ein Schlagwortsystem ergibt, das einen für Recherchezwecke brauchbaren Kernbestand an Begriffen enthält. Diese durch gemeinschaftliches Indexieren erstellten Sammlungen von Tags heißen auch Folksonomien.

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Wikis auf Knopfdruck: BlueSpice automatisiert seine Softwareentwicklung

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Mixabest, FANUC R2000iB at work, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Installation von Wikis und die Qualitätskontrolle der Wikisoftware ist heute noch vielfach Handarbeit. Das treibt natürlich die Kosten für die Kunden in die Höhe. Und auch für die Softwarehersteller sind diese repetitiven Arbeiten nicht besonders befriedigend.

Docker, Puppet, Ansible: eine Fülle neuer Steuerungssysteme

So ist es nicht verwunderlich, dass auf den MediaWiki-Konferenzen der letzten Jahre das Thema Automatisierung der Softwareentwicklung zum Thema geworden ist. Ausschlaggebend war jedoch, dass zahlreiche neue Technologien verfügbar sind, die im Cloud-Umfeld entwickelt wurden, um große Mengen an Server- und Anwendungssoftware zu verteilen und zu pflegen:

  • Composer: Eine Paketverwaltung für ein PHP-Skript ähnlich dem Extensioninstaller in WordPress.
  • Docker und Vagrant: Software, um „virtuelle Maschinen“ zu bauen und zu steuern.
  • Puppet, SaltStack, Ansible, Chef: Steuerungssysteme, die Systemumgebungen und Abläufe konfigurieren.

Diese Technologien revolutionieren die gesamte Sofwareentwicklung. Genauer gesagt, sie revolutionieren die Entwicklung von Standardsoftware. Wie in einer Fabrik, wird die Software auf Knopfdruck gebaut, getestet und ausgeliefert. Distributoren wie Red Hat oder SuSE stellen beispielsweise so ihre Distributionen zusammen. Aber auch die Wikimedia Foundation verwaltet ihre Wiki-Server über Puppet und andere Steuerungssysteme.

BlueSpice Factory – das neue Rückgrat der Softwareentwicklung

Auch an BlueSpice geht diese Entwicklung nicht vorüber. Unter dem Arbeitstitel BlueSpice Factory bauen wir an einer einheitlichen, vollautomatisierten Produktions- und Testumgebung für BlueSpice. Neue Builds der Software werden tagesaktuell erstellt, paketiert, automatisch getestet und abgelegt. Spätestens mit der Auslieferung von BlueSpice 3 soll BlueSpice Factory das neue Rückgrat unserer Entwicklung sein.

Dies ist ein großer Schritt für die Stabilität des Produkts. Denn über die BlueSpice Factory werden alle Arbeitsschritte so weit wie möglich vereinheitlicht und automatisiert. Zudem sollen sehr viel mehr automatisierte Tests als heute über das System laufen. Die Factory soll die Paketierung übernehmen, Free- und Pro-Pakete, vielleicht RPMs, vielleicht Packages automatisch auswerfen und ablegen. Und nicht zuletzt sollen Produktverbesserungen schneller an die Nutzer weitergeben werden können. Weiterlesen

Gemeinsam texten: Über den MediaWiki VisualEditor und simultanes Schreiben

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Biswarup Ganguly, Visitors are checking the Laptops at Infocom 2004, CC BY-SA 3.0 oder GFDL, via Wikimedia Commons

Mit BlueSpice 3 ersetzen wir unseren bisherigen VisualEditor durch den MediaWiki VisualEditor, den manche schon von Wikipedia her kennen. Das bringt Fragen mit sich, zum Beispiel: Warum wir jetzt wechseln, welches Potenzial der Editor hat und wie es um Real-time-editing steht.

Was bringt der neue VisualEditor?

BlueSpice 2 wird aktuell mit einem TinyMCE-Editor ausgeliefert. Das ist nach wie vor eine sehr gute Wahl. TinyMCE ist wahrscheinlich der am meisten verbaute HTML-Editor im Web. WordPress und viele andere Open-Source-Projekte verwenden diesen Editor.

Doch bei MediaWiki steht man mit jedem Editor, auch mit TinyMCE, vor einer besonderen Herausforderung. Editoren wie Tiny bieten zwar eine word-ähnliche Oberfläche (“Rich Text”) und wandeln die Eingabe in HTML. Für MediaWiki muss die Eingabe aber auch in Wiki-Code gewandelt werden. Und das bietet kein verfügbarer Editor. Die Herausforderung einen HTML-Editor auf MediaWiki anzupassen besteht darin, dass diese Umwandlung nicht eindeutig ist. Es gibt mehrere mögliche Varianten, um dasselbe zu erreichen. Und umgekehrt ist WikiText sehr fehlertolerant. Das heißt, es entspricht nicht zwingend den gängigen formalen Anforderungen für eine Konvertierung.

Trotzdem haben wir in den letzten Jahren immer weiter an einem Wiki-Code-Parser geschrieben, der diese Übersetzungsleistung erbringt. Mit der Auslieferung des MediaWiki VisualEditors entfällt diese sehr zeitraubende Arbeit und wir können uns endlich neuen Themen zuwenden.

Wir freuen uns also sehr darauf, mit BlueSpice 3 den neuen MediaWiki VisualEditor ausliefern zu können:

  • Der Editor ist nativ für MediaWiki entwickelt, basiert technologisch auf komplett anderen Verfahren als TinyMCE und ist direkt zugeschnitten und optimiert für den Einsatz mit MediaWikiText.
  • Dieser VisualEditor ist stabil und wird gegen die gesamte Wikipedia getestet. Die Entwickler haben einmal alle Artikel durch den Editor laufen lassen, um Fehler zu finden.
  • Es gibt viele Features, die wir uns schon lange gewünscht haben. So kann man zum Beispiel sehr bequem Vorlagen bearbeiten. Im Unterschied zur aktuellen Version in BlueSpice werden Vorlagen nicht nur als ein unbearbeitbarer Tag angezeigt, sondern man sieht die Vorlage im Bearbeitungsmodus so, wie sie auch publiziert aussieht. Und es wird noch besser: Man kann direkt aus dem Editor heraus die Inhalte in der jeweiligen Vorlage verändern. Man muss also nicht mehr in den Wiki-Code-Editor gehen. Das ist sehr komfortabel und wird die Nutzung von Vorlagen im Wiki grundlegend verändern und unterstützen. Denn bislang waren Vorlagen eine Funktion für Autoren mit vertieftem Wissen, da die Nutzung nicht unterstützt wurde und man Wikitext verstehen musste, um sie einsetzen zu können.

Leider ist die Tabellenbearbeitung noch nicht auf dem Stand, den wir uns vorstellen. Und es gibt einige Funktionen in BlueSpice, die wir gern ergänzen möchten. Aber für die BlueSpice-Anwender und für unsere Kunden ist das nun eine ideale Lösung. Weiterlesen

Metadaten: Die neuen Herausforderungen für Wiki-Suchmaschinen

The word Metadata in Wikidata Morse code
Daniel Mietchen, The word Metadata in Wikidata Morse code, CC0, via Wikimedia Commons

Früher war alles ganz einfach: Datenbankabfragen für strukturierte Daten und Volltextsuchen hat man getrennt konzipiert. Doch das ist Geschichte. In den neuen Suchmaschinen lassen sich Metadaten sehr viel gezielter suchen. Mit diesen neuen Möglichkeiten verschwimmen die Unterschiede zwischen einer Datenbankabfrage und einer Suche. Was bedeutet das für die technologische Entwicklung von Wikis?

Verknüpfte Abfragen

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich geschrieben, dass die Suchmaschinen in Wikis alle durchsuchbaren Inhalte im Volltext indexieren. Metadaten wie Kategorien oder Autoren werden ergänzend erfasst und sind damit durchsuchbar. Mit Semantic steigt die Anzahl der erfassbaren Metadaten dramatisch.

Die Indexierung von semantischen Informationen ist aber noch keine semantische Suche.  Wenn im Semantic-MediaWiki-Kontext von semantischem Suchen gesprochen wird, ist in der Regel gemeint, dass verknüpfte Abfragen möglich sind. Ein Beispiel für eine so verstandene semantische Suche wäre: “Gib mir alle Bürgermeister aus New York nach 1971”. In einer klassischen Stichwortsuche kann man dagegen nur nach “Bürgermeister” oder nach “New York” oder nach “Bürgermeister von New York” suchen.

Echte Semantik und Reasoning

Dazu muss man sagen, Semantic MediaWiki ist heute eine vergleichsweise einfache Anreicherung von Inhalten mit Metadaten. Die Semantic würde dann eine Rolle spielen, wenn man daraus mit höheren Formalismen ein sogenanntes “Reasoning” betreibt. Also nach Beziehungen zu suchen, die über mehrere Ecken gehen.
Ein Beispiel für Reasoning ist: “Ich bin der Vater von David und der Peter ist mein Vater. Was ist nun das Verhältnis von Peter zu David?”. Echte Semantik könnte solche Verknüpfungen über mehrere Ecken machen. Man kann auch in Semantic MediaWiki solche Verknüpfungen über den SPARQL-Abfrageformalismus abbilden. Das kann eine Stichwort-Suche nicht. Weiterlesen