Eine Frage des Designs

Die Bedeutung von Design und Benutzerfreundlichkeit einer Web-Anwendung wird in Unternehmen oft unterschätzt.Dabei fielen die ersten Web 2.0- Plattformen im WWW nicht zuletzt durch zwei Merkmale auf.

  • „Rich user experience“: Es macht Spaß mit den Anwendungen zu arbeiten, weil sie hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit durchdacht sind.
  • Eine spezifische Web 2.0-Ästhetik (Spiegel-Effekte, leichtere und freundliche Designs etc.)

Die Seiten sind optisch auf ihre Zielgruppen hin optimiert. Sie bieten oft sogar eigen kleine Tools, die aus der Seite etwas Besonderes machen und den Wiedererkennungswert erhöhen.

Sollen nun aber Wikis oder Social Networks in Unternehmen eingeführt werden, als Erweiterung im Intranet, haben Design und Layout oft gar keinen Stellenwert. Techniker sind da ja generell eher schmerzfrei 🙂 Und wenn Marketing eingeschalten wird, gleicht die Seite schnell allen anderen Tools im Intranet.

Dass eine Anwendung ersteinmal funktionieren muss, versteht sich von selbst. Doch deswegen keine Energie in Design und Benutzerführung zu stecken, unterschätzt leider die Bedeutung für Akzeptanz und Beteiligung. In vielen Workshops, die wir mit Nutzern durchführten, war Benutzerführung und Design ein sehr wichtiges Thema. Auch bei so „simplen“ Themen wie Dokumentation.

So beklagte sich zum Beispiel neulich ein Teilnehmer, das neue Firmen-Design führe dazu, dass auf den Portalseiten des Intranets riesige Fotos den halben Browser ausfüllen. Er suche jedoch Informationen und müsse jedesmal lange scrollen.
Wieder andere Seiten sind mit Inhalten völlig überladen oder wirken zu bürokratisch. Es sind solche „Kleinigkeiten“, die signalisieren, dass die Macher zuwenig an die Nutzer dachten. Zumindest kommt genau diese Botschaft bei den Nutzern an.

Web 2.0 setzt dagegen auf Nutzerorientierung, auf eine Entwicklung „bottom-up“. Wieso nicht davon lernen? Arbeiten mit den Tools soll doch auch Spaß machen. Selbstorganisation setzt Benutzerfreundlichkeit und gutes Design voraus.

Und dann gleich noch was: Nichts hält länger als ein Provisorium. Wenn man das Thema Layout und Design in Angriff nimmt. Dann am besten gleich richtig.

Dies könnte Ihnen auch gefallen

Schreiben Sie einen Kommentar