Ohne MOSS nix los? – Microsoft SharePoint Server vs. MediaWiki

Microsoft SharePoint Server vs. MediaWiki
spvswZugegeben – so direkt vergleichen kann man die beiden eigentlich nicht: Der Microsoft SharePoint Server bietet „alles-in-einem“ für die Teamarbeit im Microsoft Office Umfeld, während MediaWiki besonders dafür gedacht ist, gemeinsam webbasierten Content zu erstellen.

Trotzdem lohnt es sich einmal über die Vor- und Nachteile beider nachzudenken. Dabei haben wir drei Punkte unter die Lupe genommen:

Benutzerfreundlichkeit

SharePoint bietet viele Möglichkeiten – keine Frage. Wie man diese voll ausschöpfen kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Es dauert eine Weile, bis man  sich zurechtfindet, denn SharePoint ist trotz seiner an die Office Produkte angelehnten Benutzeroberfläche stellenweise kompliziert und unübersichtlich aufgebaut.

In einem MediaWiki geht die Einarbeitung gemäß seinem Namen (Wiki bedeutet auf Hawaiianisch „schnell“) recht zügig. Zum einen ist vielen der Grundaufbau aus der Wikipedia bekannt, zum anderen lässt es sich sehr intuitiv bedienen.

Dokumenten-Management

Das Zusammenspiel zwischen dem SharePoint Server und den verschiedenen MS Office Produkten wie Word und Excel könnte kaum besser sein. Nahtlos können diese in SharePoint integriert werden. Wird ein Dokument bearbeitet – egal ob über SharePoint oder direkt in der Datei – wird die Änderung überall sofort sichtbar.

Hier kann und will das MediaWiki nicht mithalten. Dateien können zwar ins Wiki hochgeladen werden, doch für eine Bearbeitung muss das Dokument wieder heruntergeladen und nach den Änderungen neu eingebunden werden. Werden vor allem Dokumente für die Wissens-Strukturierung genutzt, ist dieser Weg sehr umständlich. Dennoch organisiert die Wikipedia-Community ihr Bilderverzeichnis in einem zentralen Wiki, und organisieren dieses über das Kategoriensystem: Wikimedia Commons.

Knowledge-Management

Nicht alles, was an Wissen in einem Unternehmen vorhanden ist, ist in Office-Dokumenten untergebracht. SharePoint bietet für weiteren Inhalt Web 2.0-Lösungen, z.B. integrierte Wikis. Diese lassen sich jedoch eher als rudimentär einstufen. So fehlen Diskussionsseiten und auch die Versionierung ist nicht auf Anhieb zu finden.

Ganz anders ist das beim MediaWiki. Jede Artikelseite verfügt über eine eigene Diskussionsseite. Genauso findet man frühere Versionen der Seite und die Autorenliste mit einem Mausklick. Eine Wissenssammlung kann so schnell erstellt, diskutiert und verändert werden, ohne dass altes (möglicherweise in der aktuellen Version gelöschtes) Wissen verloren geht.

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Qual der Wahl – die Entscheidung

Im Großen und Ganzen betrachtet eignet sich also der SharePoint Server ideal für das Dokumenten- Management, während MediaWiki als Knowledge-Management-Lösung die Nase vorne hat. Ob nun die Entscheidung auf SharePoint oder auf MediaWiki fällt, hängt folglich davon ab, ob eine Dokumentenstruktur oder das Wissen im Allgemeinen im Vordergrund steht.

Wobei … warum eine Entscheidung fällen? Warum nicht eine Brücke schlagen und die positiven Eigenschaften beider verbinden? Technisch ist die Verbindung von MediaWiki und SharePoint machbar. Die inhaltliche Kombination ist nicht zuletzt das Ergebnis einer guten Strategie für die Erneuerung des Wissens- und Dokumentenmanagements.

Siehe auch den Artikel:

Richard Heigl: Die Freiheit zu Lernen. SharePoint, Wikis, Knowledge Management. In: DOK magazin 1-09

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2 Kommentare

  • Josef Summer

    22. November 2010

    Für jene, welche die besten Eigenschaften eines Wikis und einer Sharepoint Lösung vereinen wollen bieten sich Enterprise Wikis an. Empfohlen sei an der Stelle das Confluence Wiki von Atlassian.

    Schöne Grüße
    Josef Summer

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  • Richard Heigl

    24. November 2010

    Hallo Herr Summer,

    das ist möglich. Es hängt aber sehr davon ab, was man machen möchte. Deswegen gibt es mehrere Alternativen zu beachten. Ob Confluence oder ein Enterprise-MediaWiki hat viel mit den betrieblichen und inhaltlichen Zielen zu tun, weil die Software unterschiedlichen Philosophien folgen.

    Viele Grüße,
    Richard Heigl

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