Online Social Networks: Merkmale und prominente Beispiele

Soziale Online-Netzwerke, auch als Social-Network-Dienste (SND) oder Online Social Networks (OSN) bekannt, haben es sich zum Ziel gesetzt, Freundes- und Bekanntenkreise ebenso wie Geschäftspartner miteinander zu verbinden. Der Mensch und seine Beziehungen sind zentral und so sind bei Social Networks Menschen gleichzeitig Mittel und Inhalt der Anwendung. Die meisten unterscheiden sich untereinander durch „Class“, „Age“ oder „Culture“.

Merkmale:

  • socialnetwork-struktur-farbigRegistrierung erforderlich,
  • Profilseiten mit Interessen und Tätigkeiten,
  • Daten liegen hauptsächlich in strukturierter Form vor,
  • Beziehungen zu anderen Menschen werden dargestellt,
  • Bekanntschaften über die sprichwörtlichen »fünf Ecken« werden nachvollziehbar gemacht und
  • starker Bezug zu realen Sozialbindungen.

Social Networking Dienste sind eigentlich schon lange bekannt. Bereits 1997 kam Sixdegrees als erstes Social Networking Angebot auf den Markt, wurde aber nach vier Jahren verkauft und stellte seinen Dienst im Jahre 2001 ein.
Kurz danach starteten die großen, erfolgreichen Netzwerke wie Tribe und LinkedIn und sammelten in Kürze Millionen von Mitgliedern.

Doch wie entstehen digitale soziale Netzwerke? Das Schneeballsystem kann Erklärung bieten: Ein Nutzer wird geworben und meldet sich an, erstellt ein Profil und lädt dann Freunde, Bekannte oder Geschäftspartner zur Teilnahme am Netzwerk ein. Wenn dann die Freunde wiederum ihre Freunde einladen, so werden diese für den ersten Nutzer Bekannte zweiten Grades, und deren Bekannte sind dann die Kontakte dritten Grades und so weiter. Mir nichts dir nichts kommen Netzwerke mit Hunderten oder Tausenden von Kontakten zustande.

Die weite Vernetzung bleibt nicht ohne Folgen. Kleinanzeigen-Märkte von traditionellen Medien, aber auch Stellenmarkt-Portale wie monster.de und sogar Partnervermittlungen wie neu.de werden überflüssig. Bei Jugendlichen werden teilweise sogar EMail, Twitter und SMS u.a. durch die neuen Funktionen von Statusmeldungen ersetzt.

Prominente Beispiele

Inzwischen haben sich einige Netzwerke als Marktführer herauskristallisiert. Wir teilen dabei grob in geschäftlich und freundschaftlich orientierte Netzwerke ein.

Zu den bekanntesten Businessnetzwerken zählen:

Linked in

  • Professionelles Werkzeug, das von zahlreichen Managern und Geschäftsleuten genutzt wird, um an neue Aufträge zu kommen, Businesspartner zu. informieren oder neue Mitarbeiter zu finden.
  • weltweit über 75 Millionen Mitglieder
  • genutzt wird das Programm auf Englisch
Xing

  • europäische Version von LinkedIn, im deutschsprachigen Raum einer der erfolgreichsten Anbieter.
  • Suche nach geschäftlichen Kontakten
  • weltweit über neun Millionen Mitglieder
  • Oberfläche in 16 verschiedenen Sprachen
  • zusätzliche Funktionen des Programms kann man ab 4,95 Euro pro Monat Form einer Premiummitgliedschaft nutzen.

Daneben existieren zahlreiche privat-freundschaftliche Netzwerke, so zum Beispiel:

facebook

  • Kontakt zu Freunden, Kommilitonen und Kollegen. Dazu unzählige spielerische Anwendungen.
  • Mit über 400 Millionen offiziell registrierten Nutzer weltweit populärstes Netzwerk der Welt (seit 2008)
  • Registrierung kostenlos
  • Facebook ist aber durch den Umgang mit sensiblen Daten auch das umstrittenste OSN.
myspace

  • mehrsprachige Website mit kostenlosen Benutzerprofile mit Fotos, Videos, Blogs, Gruppen usw.
  • mit über 130 Millionen Mitgliedern eine der größten Communitys im WWW
  • Bei der Gründung 2003, lag der Schwerpunkt von MySpace auf Musik. Tom Anderson (Gründer) nutzte seine Kontakte zu Künstlern und Bands und überzeugte sie davon, sich »ihren MySpace« einzurichten. So konnten Bands und Fans miteinander in Kontakt treten, was zu Beginn der größte Erfolgsfaktor der Website war.
  • der ehemalige Marktführer MySpace verlor im Vergleich zu Facebook an Bedeutung, deshalb soll das Netzwerk in den kommenden Jahren zu einer Entertainment-Plattform weiterentwickelt werden.
Habbo

  • Virtuelles Hotel, mit Räumen, in denen man vertreten durch eine virtuelle Figur, mit anderen chatten und online spielen kann. Aber auch Räume ausstatten und Gegenstände tauschen ist möglich (ähnlich der 3D-Online-Community Second Life)
  • 162 Millionen Accounts, vor allem Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren.
  • Teilnahme ist kostenlos. Premium-Features des Spiels, wie virtuelle Möbel oder Habbo Club Mitgliedschaften müssen gekauft werden.
StudiVZ

  • Studenten, Alumni und Abiturienten vernetzen sich mit Kommilitonen, tauschen Informationen aus und knüpfen Kontakte. Die Profile enthalten neben den Hobbys und Interessen auch den Namen der Hochschule und die besuchten Veranstaltungen. Gleichgesinnte können sich somit finden, eine Lerngruppe bilden und sogar geschlossene Diskussionsforen einrichten.
  • über sechs Millionen registrierte Mitglieder
werkenntwen_logoWer kennt wen

  • Keine spezielle Nutzergruppe, aber vor allem von nicht-akademischen Berufstätigen genutzt
  • von RTL aufgekauft
  • acht Millionen Accounts (bis zur Facebook-Welle 2009/2010 größtes Netzwerk in Deutschland)

Neben diesen in Deutschland bekannten Netzwerken gibt es zahlreiche Communities, die in anderen Ländern und Kulturkreisen heimisch sind.

Orkut

  • Von Google gegründet
  • Anfangs nur für Google-Mitarbeiter und ausgewählte Stars, heute komplett offen.
  • Verbreitet in Brasilien und Indien
friendster

  • Kalifornisches Unternehmen
  • 2009 von MOL Global aufgekauft
  • Inhaber eines Patentes zur Berechnung und Darstellung von Freundschaftsbeziehungen in sozialen Netzwerken
  • Verbreitung: Asien (90%)
QQ

  • 1998 gegründet
  • mehr als 200Mio. Mitglieder
  • China
high5

  • gegründet 2003
  • Beliebt in: Indien, Portugal, Mongolei, Thailand
Kontakte

  • trotz Ähnlichkeit zu facebook, kein wirtschaftlicher Zusammenhang der Seiten
  • seit 2006, ca. 89 Mio. Mitglieder
  • Zu hause in Russland und andere GUS Staaten

Zu guter letzt gibt es zwei kleine, bemerkenswerte Außenseiter, denen wir kurze Aufmerksamkeit schenken wollen:

kaioo

  • Kostenloser Zugang vor allem für Bildungsinstitutionen und gemeinnützigen Organisationen.
  • 2007 von deutschen Topmanagern gegründet.
  • Gemeinnützige non-profit Community, die plante ihre Werbeeinnahmen zu spenden. Seit 2008 wird das Projekt über Spenden und die gemeinnützige OpenNetworkX Stiftung finanziert.
a small world

  • Nicht viele, sondern exklusive Mitglieder sind das Ziel.
  • Nur von »trusted members« eingeladene Personen dürfen sich anmelden.
  • Kurz gesagt: eine Plattform für die Reichen, Schönen und Berühmten, oder diejenigen, die es werden wollen.

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2 Kommentare

  • Clemens Henle

    7. November 2010

    Hi Anja, sehr gute Übersicht. Auch Kleinanzeigen gehören in diese Netzwerke, da sie private Käufer und Verkäufer verbniden – findest Du nicht?

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  • Robert

    8. Dezember 2010

    Schließe mich an: sehr gute Übersicht.
    Der Vollständigkeit halber sollte man statt StudiVZ eher die VZ-Netzwerke nennen, denn MeinVZ und besonders SchülerVZ sind in Sachen Reichweite auch nicht zu vernachlässigen.

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