Web-Monitoring: eine Rezension zu P. Brauckmanns Buch

Mittlerweise dürfte es für viele ein Gemeinplatz sein, dass es unerlässlich ist, die eigene Wirkung im Widerhall der sozialen Medien zu reflektieren. Neue Aktualität hat das Thema nun bekommen, da mit Google+ ein weiteres intensiv zu beobachtendes Medium aus der Taufe gehoben wurde. So manchem wird sich hier erneut die Frage stellen, wie man denn nun dieses Netzwerk effektiv beobachten sollte.
web-monitoring-buch-brauckmannWichtige Anregungen dazu kann das Buch „Web-Monitoring – Gewinnung und Analyse von Daten über das Kommunikationsverhalten im Internet“ von Patrick Brauckmann (Hg.) geben. Der Sammelband mit 22 Einzelbeiträgen von über 30 Autoren zeichnet einen Querschnitt der Thematik aus den verschiedensten Blickwinkeln.

Der erste Teil beschäftigt sich mit den Grundlagen, der Notwendigkeit und den Aufgaben von Web Monitoring. Sehr schön ist hier die empirische Studie von Alexander Plum, die einen systematischen Überblick mit empirischen Daten untermauert und so ein gutes Gefühl für die eigentliche Anwendung vermittelt. In weiteren Beiträgen wird der Sinn von Web-Monitoring in den Feldern Politik und Wirtschaft eingehend diskutiert.

Ausführlich beschreibt der zweite Teil unterschiedliche Methoden, um die Situation im Netz zu beobachten. Dabei wird auf die Tatsache Wert gelegt, dass Web-Monitoring nicht allein mit automatisierten Tools zu bewältigen ist. Diese können nur unterstützen und vorfiltern, die Interpretation muss aber von Menschen kommen. Schade ist hier, dass gerade der Beitrag über manuelles Web-Monitoring Substanz vermissen lässt.

Im dritten Teil geht es um die Analyse der erhobenen Daten. Hier ist Oliver Schiffers Beitrag über Tools und Kennzahlen sehr anregend, liefert er doch viele Hinweise, auf was man bei der Auswertung von Beiträgen im Netz achten kann und welche Schlüsse man daraus ziehen kann.

Abgerundet wird das Buch mit einer Sammlung von Best Practices aus Politik und Wirtschaft sowie der Frage nach den Konsequenzen, die Julia Fuhrmann und Christian Wewezow in ihrem Beitrag über Reputationsmanagement stellen und beantworten.

Wenngleich die Qualität der Beiträge, wie bei Sammelbänden zu erwarten, nicht durchgehend gleich hoch ist, kann ich die Lektüre des Buches nur empfehlen. Am Ende hat man eine solide Grundlage, um sich dem Thema qualifiziert und praktisch zu nähern.

Brauckmann, Patrick (Hg.): Web-Monitoring – Gewinnung und Analyse von Daten über das Kommunikationsverhalten im Internet. UVK, Konstanz 2010.

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