Ein Wiki für Business-Software. Das braucht die Welt.

Es beginnt oft mit ganz einfachen Fragen: Wir brauchen ein Programm zur Kundenverwaltung (CRM), aber worauf müssen wir achten? Wer ist Marktführer? Gibt es eine Open Source-Anbieter und einen Dienstleister vor Ort?

Und schon geht die Suche los. Es gibt tausende Softwareportale, aber schon bald verzweifelt der geduldigste Interessent. Die meisten Verzeichnisse sind völlig aussagelos, liefern ein paar Basisdaten, ein paar Sternchen, einen Link zum Hersteller. Dann gibt es Verzeichnisse die nur Open Source und freie Software listen. Das ist schön, aber für eine Entscheidung sollte ich auch etwas über die proprietären Anbieter wissen. Und so geht das dahin. Am Ende landet man bei Wikipedia, da sind die Informationen am aktuellsten und vergleichsweise objektiv, weil die Plattform frei editierbar ist. Kleine Anbieter schaffen es aber nicht in die Wikipedia und Dienstleister dürfen dort natürlich auch nicht verzeichnet sein.

Eine Art freier Lonely-Planet-Führer für Software

Deswegen wollen wir ein spezielles Wiki. Eine Art Lonely-Planet-Führer für Software – frei editierbar durch Hersteller, Dienstleister, Anwender, Fans, Entwickler und Rechtschreibcracks. Mit einem starken Unternehmensfokus. Auch der Name war bald gefunden: BlueForge.

Projectile-Eintrag in BlueForge

Anfang dieses Jahres ging der Pilot online, um die inhaltliche Struktur und den technischen Ausbauplan für das Wiki zu erarbeiten (siehe dazu auch das Mission Statement). Seit Juli 2012 wird jetzt die Plattform systematisch inhaltlich aufgebaut. Und wir laden alle Interessierten ein, mitzuschreiben. Gerade weil jeder unkompliziert beitragen kann, kommen brauchbare Informationen zusammen. Hersteller, Dienstleister, IT-Verantwortliche und Anwender profitieren davon, dass unterschiedliche Sichten eingebracht werden können. Und das Projekt stößt schon jetzt auf großes Interesse.

Aktuell beginnen die Unternehmen der „Deutschen Wolke“ ihre Software auf BlueForge zu verzeichnen. Die Deutsche Wolke ist eine Initiative zum Aufbau einer föderalen Cloud-Infrastruktur in Deutschland.

  • Der Eintrag der Managementsoftware Projectile ist ein gutes Beispiel für einen gelungenen BlueForge-Eintrag. Man erfährt etwas über Einsatzgebiete und Branchenschwerpunkte. Die wichtigsten Funktionen geben dem Leser Einblick, was in anderen Projekten wichtig war und häufig nachgefragt wird. Technischen Voraussetzungen und Anbindungsmöglichkeiten zeigen, ob die Software überhaupt in meine Softwarelandschaft passt.
  • Aber auch die Einträge des ERP-Systems Helium V und des DMS Agorum sind zu finden.

Ein Ort, an dem Sie eine Software wirklich kennenlernen können

Der Eintrag des Social-Network-Software mit Hintergrundinformationen: Idee und Geschichte, Geschäftsmodell, Demos, Community-Seiten, YouTube-Videos und speziellen ELGG-Begriffen.
Der Eintrag des Social-Network-Software mit Hintergrundinformationen: Idee und Geschichte, Geschäftsmodell, Demos, Community-Seiten, YouTube-Videos und speziellen ELGG-Begriffen.

Um ein Projekt einschätzen zu können, ist es natürlich wichtig mit wem sie konkurriert, ob sie bewusst als alternativer Ansatz oder als Abspaltung entstanden ist. Imperia CMS hat zum Beispiel sehr vorbildlich erläutert, wie ihre CMS aufgebaut ist und wie verschiedene Websites zentral betrieben werden können.

Was war die Idee? Was ist die Geschichte? Man lernt das Unternehmen und die Entwickler kennen. Das Ecosystem kann transparent gemacht werden. Und natürlich die Wettbewerber. Die verschweigt man natürlich nicht, denn es ist durchaus eine Aussage, gegen wen ein Hersteller antritt, mit wem er sich vergleicht und ob das die Nutzer auch so sehen.

Sie merken, es wird interaktiv. Unterschiedliche Sichtweisen bringen die interessanten Leute zusammen. Diese Erfahrung aus der Wikipedia möchten wir nutzen. Und natürlich geht nichts ohne die wichtigsten Links zu Demos, Handbüchern, Dokumentationen, Support, Artikeln und Erfahrungsberichten. Besondere Begriffe können helfen, sich in den Beschreibungen zurechtzufinden. Was sind denn jetzt eigentlich „Namespaces“ in MediaWiki? Und was versteht Confluence unter einem „Macro“? Warum hilft man den Kunden nicht, die Werbeprospekte auch zu verstehen, sich in dem spezifischen Softwareuniversum zu orientieren? Screenshots und Videos runden die Seite nicht nur optisch ab. Die Nutzer sehen, wie sich die Software „anfühlt“.

Bilder im Kopf produzieren und die Dynamik eines Projekts begreifbar machen

Oft erzählen schon die Referenzen viel über den Werdegang. So ist etwa das CMS Magnolia in vielen großen Unternehmen präsent, Kunden wie das US Department of Defense, die US Navy oder EADS kennzeichnen einen sehr markanten Verbreitungsweg über die Netzwerke von Militärbehörden. Und so was merkt man sich. Auch bei Softwarebeschreibungen kann man sich etwas besser merken, wenn Bilder und Geschichten im Kopf entstehen. Mit BlueForge wird das möglich.

Aus welchem kulturellen Umfeld kommt eigentlich ein Anbieter? Wie ist er organisiert? Das ist nicht unwichtig, weil nicht nur die Software zum Unternehmen passen muss, sondern auch der Anbieter idealerweise eine kompatible Arbeitsweise und Expertise mitbringt.

Und wieder hat ein Wiki große Vorteile. Wir können genauso viel standardisieren, wie nötig, haben aber auch viel Platz für Darstellungen, die das Unternehmen plastisch machen. Da die Plattform offen ist, werden die glattgebügelten und inhaltsfreien Marketing-Texte keinen guten Stand haben. Das mag für manchen Hersteller kurzzeitig etwas unbequem sein, ist aber letztlich auch für ihn extrem nützlich. Es öffnet sich ein Feedbackkanal, für Menschen, die an der Software interessiert sind.

BlueForge ist nun ein Weg, mit dem eigenen Umfeld in Kontakt zu treten und zu bleiben. Wenn zum Beispiel bekannt wird, dass eine Software Performanzschwierigkeiten hat, kann man auf BlueForge erläutern, dass ein neuer Release unterwegs ist, der das Problem behebt. Diese Information verschwindet nicht in Kommentarfeldern, sondern steht dort, wo der Nutzer die Information sucht. Hersteller, Anwender, IT-Berater und alle, die sich mit Software professionell oder aus Leidenschaft beschäftigen, haben hier eine attraktive Kommunikationsplattform um die Projekte voranzubringen. Und das Schöne daran: Man kann so viel entdecken. Man lernt Neues über große Player wie SAP und bekommt zusätzlich eine Orientierungshilfe, ohne von der SAP-Homepage erschlagen zu werden.

Ausbau zu einer vielseitigen Plattform

„Mapping the Business Software World“ ist das Motto und das kann in die unterschiedlichsten Regionen führen, Finanzsoftware, Bibliotheksverwaltungen, Branchenlösungen. Über Portale wird der Gesamtbestand je nach Fragestellung erschließbar.

Außerdem werden viele kleinere oder nicht-kommerzielle Projekte sichtbar und haben ihren gleichberechtigten Platz. Ein aktuelles Beispiel für ein Projekt für kleine Unternehmen ist CentralstationCRM, ein gehostetes Angebot mit einer coolen Supportschnittstelle über einen Chat auf der Webseite, der vom Centralsphere-Partner Userlike kommt. Oder OpenZ, ein Open-Source-ERP-Programm, das als deutsche Abspaltung von Openbravo entstanden ist und zunehmend öffentlich sichtbar wird.

Zum Aufbau von BlueForge bearbeiten wir aktuell vier thematische Schwerpunkte: CRM, CMS, ERP und Shopsysteme. Wir erarbeiten für diese Themengebiete auch Einstiegsportale mit wichtigen Hinweisen für die Interessenten, die erst einmal prüfen müssen, ob ein ERP überhaupt eine Lösung für ihr Problem ist und worauf sie achten müssen.

Ende des Jahres werden wir die Plattform technisch erweitern: Dann sind Bewertungen und Rezensionen möglich. Natürlich gibt es dann auch ein System für Featurevergleiche. Und Dienstleister können  demnächst kleine Anzeigen schalten. Eine FacebookApp ist auf dem Weg, um die Softwarebeschreibung direkt zu den Fans und Followern zu bringen. Und schließlich ist für 2013 eine englische Version geplant.

Doch das hängt jetzt auch ein wenig von Ihnen ab…
http://www.blueforge.biz

Dies könnte Ihnen auch gefallen

Schreiben Sie einen Kommentar