Angebote für Franchise-Unternehmen und Partner: Neue Wege, um ein Franchise-Handbuch zu erstellen.

 

Cheese burger with lettuce cheese and tomato, isolated over white, macro, close up with copy space
Cheese burger with lettuce cheese and tomato, isolated over white, macro, close up with copy space

Ein Gang durch die Fußgängerzone einer Groß- oder Kleinstadt bezeugt – Franchiseunternehmen gibt es überall zu Hauf. Aus dem Nahrungsmittelbereich, Autovermietung, Sport, Medien oder Versicherungen, beinahe überall findet man das Prinzip des Franchising.
OBI, Fressnapf, McDonald’s, LE CROBAG, Tui, BabyOne, Schülerhilfe und viele andere setzen dabei auf ein partnerschaftliches Vertriebssystem, wobei Franchise-Geber und Franchise-Nehmer gegenseitige Verpflichtungen eingehen.

Geben und Nehmen ist im Franchising die wesentliche Voraussetzung

Der Franchise-Nehmer erhält die Möglichkeit, das Geschäfts-Konzept, Waren- oder Geschmacksmuster gegen Entgelt regional zu nutzen. Dafür stellt der Franchise-Geber gemäß des Franchise-Vertrages entsprechende Leistungen, das ist das Franchise-Paket, bereit. Auch die Zurverfügungstellung eines Franchise Handbuches für seine Franchise-Nehmer gehört dazu. Schließlich soll die Marke wiedererkannt und Qualitätsstandards eingehalten werden – systemkonformes Verhalten der Systempartner wird durch Vorgaben und Richtlinien definiert und gesichert.

Handbücher im Franchising

Ich habe mit Herrn Vogel gesprochen. Er war 20 Jahre Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen in der Nahrungsmittelindustrie und ist Experte für die Entwicklung und Erstellung von Franchise-Handbüchern sowie für den Aufbau und das Management von Franchise-Systemen.

Herr Vogel, warum spielen Franchise-Handbücher im Franchising eine so wichtige Rolle?

Franchise-Geber müssen Ihr Know-how zum richtigen und guten Managen der Franchise-Betriebe durch die Franchise-Nehmer zur Verfügung stellen. Das ist im Franchise-Vertrag geregelt. Dabei geht es stets um die Beschreibung von Abläufen, heute Prozesse genannt, und das Bereitstellen von Dokumenten bzw Vorlagen, an denen sich die Franchise-Nehmer orientieren können bzw. müssen. Das Franchise-Konzept wird vorgegeben, wohingegen die Umsetzung selbstständig vor Ort geschieht. Nur so kann gewährleistet werden, dass das Prinzip des Franchisings trägt.

Gibt es für die Franchise-Handbücher Vorgaben oder Zertifikate?

Nein, nichts dergleichen. Da sich jedoch die meisten Franchise-Unternehmen ähneln, kann man davon ausgehen, dass 60 bis 70% der Prozesse zumindest ähnlich sind. Wenn man diese Standardinhalte nutzt und sie individuell anpasst und ergänzt, so kann man von einem gut strukturierten Franchise Handbuch sprechen.

Prozesse im Franchise Betrieb
Prozesse im Franchise Betrieb

Ich habe dazu ein modular aufgebautes Vorlagensystem erarbeitet, damit die Franchise-Geber nicht jedes Mal von vorne anfangen müssen. Dabei orientiere ich mich am Prozess-Management, das anfangs der 90er-Jahre systematisch entwickelt wurde. Es gilt alle relevanten Abläufe zu identifizieren, zu modellieren und zu dokumentieren. Wesentlich sind dabei alle Prozesse, die zum Erfolg des Franchise-Unternehmens beitragen. Diese Prozesse werden aus sogenannten Management-Module zusammengestellt, in ihnen ist beschrieben, was wann wer wie und womit zu tun hat. Außerdem werden Arbeitsdokumente hinzugefügt. Das sind Vorlagen für auszuführende Aufgaben, meistens in Form von Leitfäden, Checklisten, Formularen und dergleichen.

Nehmen wir das Beispiel Werbung. Werbung muss über das ganze Jahr geplant werden und zwar unter Berücksichtigung von branchenspezifischen Hochs wie z.B. dem Valentinstag für Blumenläden. Hier gibt’s der Franchise-Geber bestimmte Richtlinien vor und stellt Dokumentvorlagen für den Prozess bereit, die der Franchise-Nehmer dann für sich anwenden muss.

Das klingt so, als gäbe es da nicht viele Freiheiten für die Ausgestaltung und als wäre das ein klassisches Top-down Vorgehen. Sie haben jedoch MediaWiki als Software-System für sich entdeckt, um diese Franchise-Handbücher zu realisieren. Warum ausgerechnet ein Wiki, denn das widerspricht doch dem Wiki-Gedanken oder nicht?

Das stimmt, generell ist es so, dass die Standards recht starr sind und das ganze System stark reguliert ist. Das macht in gewissen Bereichen ja auch Sinn. Hier kann man im Wiki dann die Zugriffs- und oder Bearbeitungsrechte für bestimmte Nutzergruppen einschränken.
Es ist aber unbestritten, dass die, leider noch oft in Papierform vorhandenen, Franchise-Handbücher unbedingt online zur Verfügung gestellt werden sollten. Schon allein deshalb, um sie leichter zu Aktualisieren und Verbreiten zu können.

Ich war lange auf der Suche nach einem geeigneten CMS. Dann habe ich MediaWiki bei einem Kunden kennengelernt und war sofort begeistert. Es ist einfach zu bedienen, Inhalte lassen sich schnell erstellen und genauso schnell aktuellen Bedürfnissen anpassen. Und ein ganz wichtiger Punkt ist, es ist bezahlbar. Denn neue Franchise-Geber sind oft sehr klein, da spielt das eine große Rolle.

Seit kurzer Zeit haben Sie nun BlueSpice for MediaWiki in Verwendung. Welche Gründe gab es hierfür?

MediaWiki ist toll, aber man stößt schnell an seine Grenzen. Das Arbeiten im Wikicode bedarf eben doch einiger Einarbeitung. Zudem sind immer wieder Anpassungen nötig, die kann MediaWiki zwar in Form von Extensions bieten, aber haben Sie mal als Nicht-MediaWiki-Experte versucht da durchzusteigen? Das ist nicht ganz ohne. BlueSpice ist da deutlich anwendungsfreundlicher und hat schon viele wichtige Erweiterungen integriert. Zudem bietet der Entwickler Hallo Welt! Anpassungen mit denen man weitere Anforderungen nach Wunsch erfüllen kann.

BlueSpice [bookmaker] hilft Handbücher zu strukturieren
BlueSpice [bookmaker] hilft Handbücher zu strukturieren
Kollaboratives Arbeiten und auch Web 2.0 Anwendungen, da steckt die Entwicklung im Franchising noch in den Kinderschuhen. Ich entdecke in BlueSpice gerade so viele Möglichkeiten, die Kommunikation zwischen Franchise-Geber und den Franchise-Nehmern zu fördern. Da kommen ganz neue Perspektiven auf. Gemeinsam Strategien entwickeln und voneinander lernen, Best Practices dokumentieren – ich denke dieser Bereich wird immer wichtiger, um im Wettbewerb zu bestehen.

Und selbst wenn man nur vom Top-down-Bereich ausgeht, in BlueSpice habe ich einen integrierten Blog und kann als Franchise-Geber allen meinen Franchise-Nehmern zentral Mitteilungen und Neuigkeiten zukommen lassen. Diese haben die Möglichkeit zu kommentieren. Ich bin gespannt wie das aufgenommen wird.
Den ersten Testlauf werden wir am 7. Mai bei dem Franchise-Forum des Deutschen Franchise-Verbandes in Berlin starten. Wer Interesse hat kann mich gerne kontaktieren.

Vielen Dank, Herr Vogel, für das Gespräch.

Dies könnte Ihnen auch gefallen

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar