Dokumentation mit BlueSpice for MediaWiki erstellen – Hinweise und Tipps für Online-Handbücher

Inzwischen sind Dokumentationen mit Wikis kein Neuland mehr. Auf der Suche nach Online-Dokumentationen, die auf einer Wiki-Engine beruhen, findet man so einiges. Vor allem die Softwareschmieden selbst scheinen hier eine Vorreiterrolle zu besitzen. Viele der Dokumentationsplattformen machen sich den kollaborativen Charakter des Wikis zu nutze und beziehen die Community mit ein. Aber nicht nur öffentliche Dokumentationen, auch interne Dokumentationen setzen vermehrt auf die spezifischen Wikistrukturen, um beispielsweise Handbücher zu erstellen. BlueSpice (for MediaWiki) bietet spezifische Werkzeuge, um Sie bei der Erstellung von Dokumentationen zu unterstützen. Vorneweg sei bemerkt, dass viele Funktionen bereits in der kostenlosen Version BlueSpice free enthalten sind, andere wiederum sind in der Subskription BlueSpice pro enthalten oder als Einzelpakete im Shop erhältlich (Selbstinstallation). Der Unterschied zu vergleichbaren proprietären Systemen besteht in der Flexibilität, denn Sie können das System bei Bedarf beliebig customizen. Zudem gibt es bei BlueSpice keine Bepreisung nach Nutzern, die Autorenschaft wächst einfach automatisch und kostenlos mit. Auch gibt es bei BlueSpice keinen Vendor-Lock-in, das heißt Ihre Daten bleiben bei Ihnen und sind weiterhin verfügbar, auch wenn Sie sich dazu entschließen sollten den Vertrag zu kündigen.

Nun aber zurück zu den eher inhaltlichen Aspekten einer Dokumentation, die vor allem in der Planungs- und Entscheidungsphase die Argumentation beeinflussen. Wir hangeln uns an verschiedenen Fragestellungen entlang:

Öffentliche vs. Interne Dokumentation?

Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob Sie Ihre Dokumentation öffentlich oder intern publizieren und verwalten wollen. Teilweise beantwortet sich die Frage natürlich von selbst, denn geht es um Betriebshandbücher, Organisationshandbücher o.ä. so sind diese per Definition intern angesiedelt. Geht es jedoch beispielsweise um Produktdokumentationen, so ist es eine Überlegung wert, Kunden und Fans mit einzubeziehen. Öffentliche Dokumentationen haben den Vorteil, dass hier direktes Feedback von einer Community eingeholt werden kann. Auch die Mitarbeit von engagierten Fans ist möglich, sodass Umfang und Qualität einer Dokumentation davon profitieren können. Allerdings spielen dann Themen wie der Umgang mit SPAM eine sehr wichtige Rolle. In einem früheren Beitrag haben wir dazu bereits einige Anti-Spam-Extensions und deren Funktionen erläutert. In öffentlichen – aber genauso in internen – Dokumentationen sind definierte Richtlinien vonnöten, damit die Dokumentation übersichtlich bleibt, sich erkennbare Strukturen bilden und Inhalte wieder auffindbar werden. In internen Dokumentationen kommen teils andere Dinge zum Tragen. Beispielsweise ist hier wichtig, dass das System via LDAP/AD an das System angebunden werden kann und die Anmeldung via Single sign-on erfolgt, um Mitarbeitern lästiges Suchen nach Passwörtern und Benutzernamen zu ersparen. BlueSpice bietet diesen Service als Paket Comfort Sign-on. Wichtig für interne Wikis ist auch die Möglichkeit verschiedene Systeme miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen. So kann BlueSpice beispielsweise an SharePoint oder DIAS angebunden werden. Hat man sich den Anwendungszweck der Systeme gut überlegt, so lassen sich die Vorteile eines Wikis mit den Vorteilen von Dokumentenmanagementsystemen sinnvoll verbinden. Stellen Sie sich auch die Frage, wo Ihre Dokumentation gehostet werden soll. Die meisten Anbieter haben viele Varianten auf dem Portfolio, die auch das Szenario Cloud beinhalten. Auch für BlueSpice gibt es Cloud und Hosting Angebote.

Strukturen im Handbuch

Ein Handbuch ist auf teils sehr starre und hierarchische Strukturen angewiesen. Inhaltsverzeichnisse spielen deshalb besonders für Leser eine sehr wichtige Rolle, um sich in der Informationsflut zurechtzufinden. Die Struktur von Inhaltsverzeichnissen können Sie mit dem Zusatzpaket BlueSpice Bookmaker abbilden. Damit erstellen Sie Artikelsammlungen, die Büchern gleich kommen und als solche auch exportiert werden können. Jeder Artikel zeigt das gesamte Inhaltsverzeichnis des Buches, zu dem er gehört, rechts oder links oben im Content-Bereich. Mit Hilfe dieser Kapitelnavigation kann man von einem Artikel zum nächsten springen oder sich mit Hilfe von Pfeiltasten nach und nach durch das Handbuch vor- und zurückarbeiten.

Wikiartikel mit der von BlueSpice bereitgestellten Kapitelnavigation.
Abb. 1: Wikiartikel mit der von BlueSpice bereitgestellten Kapitelnavigation.

Auch das Anlegen von Portalseiten kann helfen, Themenbereiche eines Handbuches einzugrenzen. Erstellen Sie einzelne Portale, um den Einstieg in Unterthemen zu erleichtern und um Überblick zu schaffen. So können Sie ein 500 Seiten umfassendes Handbuch leichter in Häppchen aufdröseln und können einzelne Seiten eines Handbuches auf der Portalseite hervorheben.

Neben der inhaltlichen Trennung der Artikel gibt es auch eine technische Möglichkeit die Themen voneinander abzugrenzen. In MediaWiki und BlueSpice werden diese Bereiche Namensräume genannt. Ein Prefix kennzeichnet, dass ein Artikel zu einem bestimmten Namensraum gehört beispielsweise „QM:Zählpfeile“ (vgl Abb. 1). Das bedeutet der Artikel „Zählpfeile“ gehört in den Bereich „QM“ also ins Qualitätsmanagement. Ein anderes Beispiel könnte lauten „OS: Grundsätzliche Anforderungen an den Objektschutz – Anforderungen an die Einzäunung“, dieser Artikel gehört also in den Namensraum „OS“, ist also dem Objektschutz zugeordnet. Namensräume unterteilen das Wiki und schaffen die Grundlage für eine Berechtigungsstruktur. Gleichzeitig lassen sich damit Suchergebnisse gezielt einschränken.

Auf der inhaltlichen Ebene können Sie mit Hilfe von Vorlagen Konsistenz und Strukturen schaffen. Eine gute Vorlage trägt dazu bei, dass alle wichtigen Passagen eines Artikels beschrieben wurden und sie hilft dem Leser einen guten Überblick zu gewinnen.

Rechtemanagement – wer darf was?

Sie können selbst Nutzergruppen erstellen und diesen wie gewünscht Rechte zuordnen. Diese Rechte wiederum gelten, je nach Bedarf, für das ganze Wiki oder nur für einzelne Namensräume. Sollten Sie also sensible Inhalte im Wiki haben oder einen Bereich für die Entwicklung anlegen wollen, so können Sie mit Hilfe der Rechtevergabe für Namensräume sicherstellen, dass auch nur definierte Nutzergruppen in diesem Bereich lesen, bearbeiten, löschen und oder freigeben dürfen. In MediaWiki und BlueSpice ist übrigens jede wichtige Funktion mit einem eigenen Recht belegt, so können Sie fein granuliert bestimmen, welche Nutzergruppen welche Rechte haben.

Im Rechtemanager definieren welche Rechte für welchen Namensraum und welche Nutzergruppen gelten.
Abb. 2: Im Rechtemanager definieren Sie, welche Rechte für welchen Namensraum und welche Nutzergruppen gelten.

Qualitativen Content erzeugen, was gehört dazu?

Qualität in Dokumentationen, Handbüchern und ganz allgemein Wikiartikeln, ist ein Thema für sich. Deshalb werden wir auch bald eine eigene Artikelserie auf diesem Blog dazu veröffentlichen. Aber zunächst einmal zu den Autoren eines Handbuches. Meist gibt eine geringe Anzahl an Usern, die sehr intensiv an den Inhalten arbeiten. Diese User sind sehr dankbar, wenn sie sich nicht mühsam mit Wikicodes herumschlagen müssen. Deshalb ist ein ausgereifter WYSIWYG-Editor ein unabdingbares Muss.

WYSIWYG-Editor in BlueSpice for MediaWiki
Abb. 3: WYSIWYG-Editor in BlueSpice for MediaWiki

Spätestens wenn es darum geht mit Tabellen zu arbeiten, kann einen der Wikicode sonst in den Wahnsinn treiben. BlueSpice liefert schon in der freien Version einen Editor, der auf dem bekannten Tiny MCE beruht. Neben den üblichen Formatierungsoptionen finden Sie hier auch die Möglichkeit Tabellen komfortabel zu erstellen und zu formatieren (siehe Abb. 3). Das Kopieren von einfachen Excel-Tabellen direkt in den Editor ist ebenfalls möglich.

Bilder und Screenshots sind wesentlicher Bestandteil einer Dokumentation und sollten ohne Umstände in den Artikel eingefügt werden können. Dies ist bei BlueSpice, im Vergleich zu MediaWiki, sehr einfach, benutzen Sie einfach den Dialog für das Hochladen und Einfügen von Bildern. In demselben Dialog können Sie auch gleich Angaben zu Lizenz und Quelle des Bildes machen. Das Wechseln der Seite zum Hochladen und das Eintragen über den Wikicode sind nicht mehr nötig. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte und Bilder per Drag and Drop in den Artikel setzen will, der sollte sich das Paket Paste Image, das ebenfalls in BlueSpice pro enthalten ist, genauer ansehen. Damit können Sie Bilder aus dem Explorer direkt in den Wikiartikel ziehen oder per Copy und Paste Bilder aus der Zwischenablage einfügen (auch Screenshots, die mit der „Druck“-Funktion Ihrer Tastatur erzeugt wurden). Das spart Zeit und hilft nicht nur Wikineulingen einen Artikel schneller zu bearbeiten und zu gestalten.

Abb. 4: Bild aus dem Explorer in den Wikiartikel ziehen.
Abb. 4: Bild aus dem Explorer in den Wikiartikel ziehen.

Oftmals ist es notwendig oder gewünscht, dass die Artikel einen Kontrollprozess durchlaufen. Dies kann man schon während der Bearbeitung durch Workflows unterstützen. Das Zuweisen von Aufgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen oder mehrere Autoren sichert das strukturierte, kollaborative Arbeiten. Haben Sie Standard-Workflows, so können Sie sich diese als Vorlagen abspeichern und per Klick auf einen neuen Artikel anwenden. In Fällen von Abwesenheit oder Urlaub besteht weiterhin die Möglichkeit Aufgaben an einen anderen Autor zu delegieren. Auf einer Spezialseite kann wiederum auf einen Blick eingesehen werden, welche Workflows abgeschlossen oder noch im Gange sind.
In BlueSpice können Sie zusätzlich einen verantwortlichen Redakteur bestimmen, dem die letztendliche Kontrolle und Freigabe von Inhalten und Bildern obliegt. Der Freigabestatus wiederum erzeugt Verbindlichkeit von Arbeitsregeln in einem Handbuch. Erst der Status „freigegeben“ kennzeichnet eine Fassung als verbindlich und erst dann kann man beispielsweise in PDF exportieren. Dennoch ist es möglich, im Hintergrund an einer neuen Entwurfsfassung weiterzuarbeiten und den Inhalt zu aktualisieren. Um all diese Funktionen in BlueSpice nutzen zu können brauchen Sie das Paket Teamwork(siehe Abb. 5).

Freigabefunktion, Workflowmanager und Übersicht über alle laufenden Workflows in einem BlueSpice Wiki
Abb. 5: Freigabefunktion, Workflowmanager und Übersicht über alle laufenden Workflows in einem BlueSpice Wiki

Kommunizieren und Qualität bewerten

Um die Qualität, aber auch die Aktualität eines Artikels als Leser auf den ersten Blick zu erfassen, gibt es in BlueSpice im Übrigen die Statebar. Hier ist der letzte Autor und das letzte Bearbeitungsdatum verlinkt, was Hinweise auf die Redaktion und die Aktualität der Inhalte gibt.

Qualität im Wiki zu steigern ist eines der Hauptziele, gerade auch bei Dokumentationen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Das Bewerten und Diskutieren der Artikelinhalte durch Leser kann beispielsweise dazu beitragen langfristig die Qualität zu verbessern. Da gibt es zum einen die Kommentarfunktion. MediaWiki stellt dazu die Diskussionsseiten bereit, das heißt jeder Artikel besitzt eine eigene Diskussionsseite, auf der über die Inhalte des Artikels diskutiert werden kann. BlueSpice stellt zusätzlich die Shoutbox unter dem Artikel selbst zur Verfügung. Hier können Nutzer kurze Kommentare oder hilfreiche Hinweise posten. Es gibt auch Raum für Hinweise darauf, dass ein Sachverhalt nicht richtig verstanden wurde. Eine Kommentarbox hat den Vorteil, dass sie die Einstiegshürde sich zu beteiligen niedriger setzt. Man muss also nicht den Artikel bearbeiten, um etwas Produktives beizutragen.

Die Bewertung eines Artikels als hilfreich oder qualitativ hoch, kann man auch über Bewertungen gestaltet werden (in BlueSpice mit dem Paket RatedComments). Ähnlich wie bei Amazon kann beispielsweise einem Artikel zwischen 1 und 5 Sternchen zuweisen. Das gibt neuen Lesern gleich auf den ersten Blick einen Hinweis auf die Qualität. Zudem ist es möglich zu der Bewertung eine Rezension oder, je nach Anwendungsfall, einen Erfahrungsbericht, Best Practices oder Feedback ausführlich darzustellen. Auch diese „Kommentare“ können dann wiederum als beispielsweise „hilfreich“ markiert werden (siehe Abb. 6). Damit lässt sich ausführliches Feedback zu Helpdesk-Beschreibungen einholen, Vorhandene, aber auch neue Ideen können bewertet und weiterentwickelt werden. Und wer sich dem Thema Gamification verschrieben hat, kann beispielsweise Auszeichnungen an die 10 Artikel vergeben, die die besten Bewertungen erhalten haben o.ä.

Abb. 5: Bewertungen in Form von Sternchen abgeben und mit einem Erfahrungsbericht ergänzen.
Abb. 6: Bewertungen in Form von Sternchen abgeben und mit einem Erfahrungsbericht ergänzen.

In Handbüchern und Dokumentation sind auf Grund ihres eher „trockenen“ Wesens Medienelemente noch eher selten. Dabei bieten Videos und Screencasts oft eine hervorragende Möglichkeit komplizierte Sachverhalte einfach darzustellen und zu erklären. MediaWiki (und damit auch BlueSpice) bietet verschiedene Player an, mit denen Sie eigene Aufnahmen oder auf Youtube gehostete Videos einbinden und abspielen können. Ein zusätzliches Angebot an guten „Tutorials“ steigert die Qualität eines Artikels.

Die Kommunikation können Sie übrigens nicht nur über Diskussionsseiten und Kommentare anregen, sondern in BlueSpice auch über den integrierten Blog. Nutzen Sie diesen, um Neuigkeiten zu posten oder zur Diskussion zu stellen. Zentral auf der Startseite des Wikis verlinkt führt das zu einer hohen Aufmerksamkeit und dem Anreiz „hier tut sich was, hier kann ich mich beteiligen“. Da Sie Blogs auch für einzelne Namensräume schalten können, ist es denkbar für jedes Handbuch einen einzelnen Blog zu führen. Hier können sich beteiligte Mitarbeiter abstimmen und andere Autoren und Leser auf dem Laufenden halten. Welche Bereiche werden gerade bearbeitet, wo wird Hilfe benötigt, wo treten Fragen auf etc. pp. Ein zentraler Ort des Austausches über die Dokumentation.

Doch warum überhaupt im Wiki kommunizieren, wenn es doch Telefon, E-Mail und Kaffeepausen gibt? Werden Fragen im Wiki gestellt, Diskussionen dort geführt und Antworten dort festgehalten, so wird das Wiki zur zentralen Anlaufstelle. Die Versionen und Protokolle stellen allen Mitarbeitern diese Informationen zur Verfügung, sodass das Medium nicht gewechselt werden muss. Nichts geht verloren, jeder weiß, wo er die Informationen findet und diese stehen auch wirklich allen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen Rückkopplungseffekt, wenn klar ist, wo etwas zu fragen und zu diskutieren ist und wo sich Antworten finden, denn Nutzer kommen automatisch und vermehrt zum Wiki, d.h. die Frequenz des Zugangs zum Wiki wird dadurch gefördert.

Wer schaut ins Handbuch und warum? – Suchfunktionen in MediaWiki und BlueSpice

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Leute, die ein Handbuch benutzen. Kaum einer liest das komplette Handbuch von A bis Z, vielmehr wird „on the job“ gesucht und gelesen, was eben gerade gebraucht wird. Und gebraucht werden meist Antworten auf ganz spezifische Fragestellungen. Daher wird eher selten gestöbert, da nach einer ganz konkreten Anweisung, Zahl oder Richtlinie gesucht wird. Doch wie findet man in dem Wust an Informationen genau diesen einen Satz, den man benötigt?

BlueSpice bietet hier verschiedene Wege an, die teilweise auch genauso in MediaWiki zu finden sind, teilweise neu in BlueSpice sind oder von BlueSpice erweitert werden.
Wer bereits weiß, in welcher Umgebung er suchen soll, dem kann über die Bereitstellung einer guten Navigation geholfen werden. Auf der linken Seite in der Navigationsbar können hier bestimmte Handbücher oder Handbuchteile verlinkt werden. BlueSpice stellt darüber hinaus die individuelle Fokus-Navigation zur Verfügung, d.h. eine eigene Navigation, die man mit Links zu Seiten oder Kategorien befüllen kann, die man immer wieder braucht – eine Art „Favoritenliste“. Weiterhin bieten die oben genannten Portalseiten und die von BlueSpice Bookmaker bereitgestellte Kapitelnavigation im Content einen guten Einstieg für Leute, die bereits wissen, in welchem Kontext sie suchen müssen.

Wer hier nicht fündig wird, greift oft auf einen MediaWiki-Klassiker zurück, nämlich die Spezialseite „All Pages„. Hier werden alphabetisch alle Artikel aufgeführt. Wird viel mit verschiedenen Namensräumen gearbeitet, so kann die Ansicht zusätzlich nach einem Namensraum gefiltert werden. Akribisches Suchen nach einem Begriff oder dessen Synonym ist zwar aufwendig, verspricht aber oft Erfolg. Ein weiterer MediaWiki-Klassiker sind die Kategorien. Wie Tags zeigen sie mithilfe von Keywords an, wo ein Artikel einzuordnen ist und bilden einen Querschnitt aus dem gesamten Wiki und dessen Namensräumen. Wiederum über eine Spezialseite werden dann alle Seiten, die einer Kategorie zugeordnet werden, aufgelistet. So könnte man z. B. die Liste aller Seiten der Kategorie „Instandhaltung“ nach der Anweisung für XYZ durchsuchen. Voraussetzung dafür ist, dass vorher ein fleißiger Autor die Seiten, Bilder und Dateien entsprechend gut und genau kategorisiert hat.

BlueSpice selbst stellt zwei weitere Funktionen zur Verfügung, die das Suchen nach Inhalten erleichtern. Zum einen wurde die Suche selbst verfeinert. Neben Volltext und Titelsuche, mit sämtlichen üblichen Suchoperatoren, werden auch Dateianhänge und Bildnamen durchsucht. Schon während der Eingabe schlägt das System erste Treffer vor. Ist der gewünschte Artikel nicht dabei, so kann das Suchergebnis auf der Suchergebnisseite weiter verfeinert werden. Eine Facettensuche stellt die Facetten Kategorie, Namensraum, Autor und Datei zur Verfügung. So können Sie das Ergebnis dementsprechend weiter eingrenzen und beispielsweise nur in einem bestimmten Namensraum oder in einer Kategorie suchen, nach Autoren filtern, von denen Sie wissen, dass diese den Artikel mit editiert haben und auch, ob sie nach einem Wikiartikel oder einer Datei suchen. So können Sie sich Stück für Stück dem gesuchtem Artikel nähern. Eine Textvorschau mit hervorgehobenen Suchwörtern sollte Ihnen die Entscheidung für das passende Suchergebnis weiterhin erleichtern. Die Suche ist übrigens in der freien Version von BlueSpice enthalten.

Kostenpflichtig ist dagegen das Paket Wiki Explorer. Hier wird Ihnen eine interaktive Tabelle zur Verfügung gestellt, in der zunächst alle Artikel alphabetisch aufgelistet sind. Durch die Angabe von Spalten können Sie diese Liste ausdünnen, indem Sie beispielsweise eine Artikelgröße in Byte angeben (enthält der Artikel viele Bilder ist die Bytezahl größer), das letzte Bearbeitungsdatum auswählen, ob der Artikel freigegeben wurde und vielem anderen mehr (siehe Abb. 7). Die Liste der Artikel, die diesen Kriterien entsprechen, aktualisiert sich automatisch. Übrigens wird der [wiki explorer] auch von Wikigärtnern verwendet, um herauszufinden, welche Seiten beispielsweise noch nicht freigegeben wurden u. ä. Über Filter in den jeweiligen Spalten können Sie die Ansicht gezielter eingrenzen und das Ergebnis verfeinern.

Mit dem Wiki Explorer die artikel nach spezifischen Anfragen filtern.
Abb. 7: Mit dem Wiki Explorer die Artikel nach spezifischen Anfragen filtern.

Es gibt einen weiteren Fall, in dem Leute etwas ganz Spezifisches in einem Handbuch suchen und zwar sind dies Änderungen in einem Artikel selbst. Was hat sich in einer Anweisung, Richtlinie oder Update seit der letzten Version verändert? BlueSpice bietet mit Visual Diff die Möglichkeit in der Versionshistorie zwei beliebige Artikelversionen, die es im Laufe der Zeit gab, direkt miteinander zu vergleichen. Das Besondere daran: die Änderungen werden im Text selbst dargestellt und nicht als Wikicode. Hinzugekommenes wird grün, Gelöschtes rot markiert. Das erleichtert das schnelle Auffinden von wichtigen Änderungen (siehe Abb. 8).

Abb. 6: Farbige Markierung von verschobenen, hinzugefügten und gelöschten Elementen mit [visual diff].
Abb. 8: Farbige Markierung von verschobenen, hinzugefügten und gelöschten Elementen mit [visual diff].

Import/Export von Daten und Dateien

Gerade beim Start einer Online Dokumentation sollte abgewägt werden, ob und wie vorhandene Materialien und Informationen übernommen werden. Legen Sie fest wie Sie mit bisherigen Nummerierungen und Verweisen umgehen und nutzen Sie die Gelegenheit ordentlich aufzuräumen und auszumisten. Datenblätter in Word, Excel und PDF können im Wiki hochgeladen und verlinkt werden. Stellen Sie sich aber die Frage, ob ein Übertrag in den Wikiartikel selbst nicht sinnvoller ist. Dies hängt u.a. von der Komplexität der Inhalte, dem Bildmaterial etc. ab. In BlueSpice werden übrigens die Dateianhänge ebenfalls im Volltext durchsucht und im Suchergebnis ausgegeben. Im Laufe dieses Jahres bieten wir auch das WebDav Protokoll an, sodass hochgeladene Dateien wie in einer Ordnerstruktur dargestellt werden können.
Weiterhin besteht, wie zu Beginn bereits angesprochen,  – in BlueSpice auch die Möglichkeit Filesysteme wie SharePoint und DIAS anzubinden.

Doch kommen wir zum Export. Handbücher oder Teile davon werden oft als PDF oder Word „vor Ort“ benötigt. Neben Einzelseitenexport können in BlueSpice mit Hilfe des Bookmakers auch ganze PDF-Bücher mit Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Dateianhängen und Hinweisen auf die Freigaben ausgegeben werden. Auch der Export nach Word und HTML ist möglich. Letztere bieten die Möglichkeit Inhalte des Wikis als Word im DMS  oder als HTML in anderen webbasierten Systemen wie z. B. Typo 3 weiterzuverwenden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: BlueSpice ist, wie verschiedene andere Wikisysteme, für Dokumentationen und Handbücher sehr gut geeignet. Der Vorteil der Open Source Basis ist der lizenzfreie Erwerb der Software, kein Vendor-Lock-in und das flexible Zuschalten von Paketen und Funktionen, die man benötigt – auch das Entwickeln von individuellen Funktionen ist denkbar. Wie auch proprietäre Anbieter bietet BlueSpice bereits vorgefertigte Lösungen, die speziell auf Dokumentationszwecke abgestimmt sind.

Sollten Sie darüber nachdenken Ihre Dokumentation oder Ihre Handbücher mit einem Wiki zu gestalten, dann melden Sie sich bei uns. Wir freuen uns, wenn wir Sie mit unserer jahrelangen Erfahrung in diesen Bereichen unterstützen können. Sie können sich auch für eines unserer kostenlosen Webinare anmelden, auch dort beantworten wir gerne Ihre Fragen.

Dies könnte Ihnen auch gefallen

Schreiben Sie einen Kommentar