Musikwiki – Neue Möglichkeiten für Verlage und Komponisten

Dr. Markus Neuschäfer auf dem Symposion "Freie Noten im Internet!?"
Dr. Markus Neuschäfer auf dem Symposion „Freie Noten im Internet!?“

Dr. Markus Neuschäfer ist Business Development Manager bei epubli GmbH, einer Selfpublishing-Plattform. Er nahm am Musikwiki-Symposion am 17.März 2014 in Alteglofsheim teil und hielt einen Vortrag über „eBooks and Friends. Neue Verwertungsmöglichkeiten für Verlage und Komponisten“. Wir baten ihn nach der Veranstaltung seinen Standpunkt noch einmal zusammenzufassen.

„Ich habe einige Verwertungsmöglichkeiten vorgestellt, die u.a. aus Chris Andersons Buch „Free – Kostenlos. Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets.“ entnommen sind. Ich denke, Musiker können von Musikwikis wie von anderen kostenlosen Verwertungsmöglichkeiten profitieren, indem sie einen Teil ihrer Angebote freistellen und ihre Musik kostenlos anbieten. Es wäre als Subventionierung zu verstehen, wenn ein kleiner Teil freigegeben wird.

Von unseren Selbstpublishing-Autoren beobachten wir, dass es vor allem ein Marathon ist und kein Sprint, dass es vor allen Dingen darauf ankommt, als selbstständiger Künstler ein Publikum zu schaffen und im Kontakt mit dem Publikum die eigene Marke zu entwickeln. Das sehen wir bei eBook-Autoren, bei Print-Autoren und auch bei Musikern.

Ähnlich wie seit längerem Musiker auf Youtube und auf ihrer Website mit kostenlosen Angeboten werben, könnte das Musikwiki ein sehr wichtiger Baustein werden, weil man dort die eigenen Noten freigibt und sich damit ein erweitertes Publikum aufbaut.  Durch die Möglichkeit für andere die eigene Musik zu spielen, kann man eben auch bekannter werden. Interessant finde ich vor allem das Freemium-Modell, d.h. das Künstler einen größeren Teil ihrer Noten in das Wiki stellen und als Geschäftsmodell eher auf Auftritte und Konzerte setzen, sowie den Verkauf von exklusiver Musik. So hat es Radiohead beispielsweise gemacht.

Indem sie einen Teil ihrer Noten freigeben, bekommen sie mehr Reichweite und eine größere Sichtbarkeit im Netz. Man setzt also auf die persönliche Anwesenheit, also genau das, was sich digital eben nicht ersetzen lässt. Die freien Noten sind quasi Werbung für die eigene Seite, den eigenen Auftritt, aber eben auch ganz gezielt die Leute dazu anregen die eigene Musik zu benutzen, zu setzen und zu spielen, so baut man sich ein neues Publikum auf. Man schafft die Möglichkeit von intensiver Kommunikation zwischen sich, dem Publikum und den eigenen Werken. Das ist doch der Traum eines Künstlers, ein Publikum zu haben, das sich Note für Note mit der eigenen Musik auseiandersetzt und sich weiter damit beschäftigt.“

Hier die Folien seines Vortrages:

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