Die Top 5 MediaWiki Apps

Die bekanntesten MediaWikis finden sich im öffentlichen Bereich. Allen voran die Wikipedia. Nicht verwunderlich also, wenn sich die App-Entwickler vorrangig auf diese Wikis konzentrieren. Hier ein paar der bekanntesten MediaWiki Apps:

1. Wikimedia Apps

Wikimedia Apps ist eine Sammelbezeichnung für eine App, die das Wikimedia-Projekt „Wikipedia“ für mobile Anwendungen wie Android und iOS optimiert. Ideal um fremde Städte zu entdecken oder ganz einfach, um Wikipedia einfach und übersichtlich immer dabei zu haben. Seit 2011 wird diese App weiterentwickelt. Der Auftritt des Teams macht soweit einen guten und professionellen ersten Eindruck, es gibt einen Entwicklerchat und eine Mailingliste. Die entwickler treten auch als Team z.B. auf dem Wikimedia Hackathon 2015 in Frankreich auf. Die bisher bestehenden Funktionen wirken abgerundet und funktionieren auch soweit zuverlässig. Hier mal eine kurze Beschreibung:

Basisfunktionen wie Seiten bearbeiten und speichern, aber auch Seiten offline lesen und die Versionsgeschichte durchsuchen sind damit möglich. Neben der Suchleiste befinden sich auf der rechten Seite der Zugang zum Inhaltsverzeichnis des Artikels, über das direkt in einzelne Abschnitte gesprungen werden kann. Ein weiteres Menü rechts oben bietet folgenden Funktionen:

App-Funktionen im rechten oberen Bereich
App-Funktionen im rechten oberen Bereich
  • In anderen Sprachen lesen: den Artikel in einer anderen Sprachversionen aufrufen
  • Seite speichern: Hier wird der entsprechende Artikel in eine Art Favoritenliste abgelegt, die über das Menü links oben aufgerufen werden kann
  • Teilen: Den Artikel mit anderen über Social Media Dienste wie Facebook oder Twitter teilen
  • In der Seite finden: eine Inhaltssuche
  • Schriftart und Farbschema ändern: das ist etwas missverständlich bezeichnet, denn hier kann man zwar zwischen hell und dunkel als Farbschema wählen und auch die Schriftgröße verändern, die Schriftart jedoch nicht.

Über das Menü links oben können heute wichtige Seiten, Verlauf, die gespeicherten Seiten oder eine zufällige Seite aufgerufen werden.
Hier befinden sich außerdem die Einstellungen („Mehr“), über die zum Beispiel die Sprachversion (in diesem Fall deutsche Wikipedia) festgelegt werden kann.

Die Nearby-Funktion in der Wikipedia App
Die Nearby-Funktion in der Wikipedia App

Eine sehr nettes Feature ist die „In der Nähe Funktion“. Hat man sein GPS aktiviert, und klickt auf diese Schaltfläche, die im Menü links oben versteckt ist, dann erhält man eine Liste von Orten, die in der Nähe des eigenen Standortes bei Wikipedia registriert sind. Sehr nützlich bei „selbstgemachten“ Stadtführungen!

Ein Klick auf einen Eintrag führt einen zum entsprechenden Wikipedia-Artikel.
Auf die Entfernungs- und Richtungsangaben sollte man sich zwar nicht 100% verlassen, aber dennoch kann man sich so seine eigene Stadtführung zusammenbasteln oder einfach mal schauen, welche Denkmäler o.ä. denn in der Nähe z.B. der eigenen Wohnung verzeichnet, aber einem noch nie aufgefallen sind.

Auf Nutzerinitiative wird seit Juli 2014  auch ein Nachtmodus zum Lesen im Dunkeln und die Möglichkeit, die Schriftgröße anzupassen ausgeliefert.  Bin gespannt, was hier an Funktionen noch geplant ist.
Sehr angenehm ist im übrigens der Verzicht auf sämtliche Zustimmungen auf Zugriffe u.ä.

2. Voice Wiki

Sich mit Voice Wiki die Wikipedia vorlesen lassen
Sich mit Voice Wiki die Wikipedia vorlesen lassen

Wer ungerne liest und sich lieber vorlesen lässt, der kann Voice Wiki installieren. Diese App ruft über Spracheingabe Wikiartikel auf und liest die Artikel vor. Auch wenn die Frauenstimme äußerst monoton ist, funktioniert das Vorlesen sehr zuverlässig. Achtung: am Anfang werden verschiedene Optionen genannt „1. Start 2. Zufall 3. In der Nähe 1. Beobachtungsliste 2. Einstellungen 3. Anmelden“, danach startet dann automatisch das Vorlesen des Artikels.

Über das Kontextmenü stehen weitere Features zur Verfügung, z.B.

  • Textansicht: Hier bekommt man Abschnittsweise den Text (ohne Bilder etc.) angezeigt, der gerade vorgelesen wird. Optimal für eine Ergänzung von Zuhören und Mitlesen.
  • Einstellungen: Hier kann man u.a. einstellen, dass über das Schütteln des Handys die Sprachsuche gestartet wird.
  • Sparen: ist lediglich eine falsche Benennung. es ist die „Speichern“-Funktion auch eine Lesezeichen-Funktion steht zur Verfügung
  • Hilfe: Hier sind noch mal kurz der Umgang mit der App beschrieben z.B. Springen auf Hyperlinks etc. Leider ist die Hilfe sehr kurz und in sehr schlechtem Deutsch, aber mit etwas Fantasie versteht man schon, worauf es rausläuft 😉

 3. Wiktionary App

Wiktionary App: Online-Wörterbuch im Handy
Wiktionary App: Online-Wörterbuch im Handy

Die Wiktionary App ist das Wikimedia Apps Pendant für das Online-Wörterbuch „Wikitionary“. Wofür kann man sie nutzen? Beispielsweise gibt es doch immer wieder in der abendlichen Runde einen neckischen Zwist darüber, wie ein Wort auszusprechen sei. Kein Problem, Smartphone raus und Wiktionary befragt und zum Beweis den anderen gleich über WhatsApp, Twitter und Co. mitgeteilt. Ich bin geneigt, diese Funktion, die Besserwisser-Funktion zu nennen 😉
Über das Kontextmenü (Taste auf dem Handy) kann man verschieden Aktionen starten z.B.

  • Sprache ändern: Hier kann man in eine übersetzte Version des Artikels lesen (ich habe entweder immer unübersetzte Artikel erwischt oder aber die Funktion hat so seine Macken)
  • Anhören: Ist eine Mediendatei hinterlegt, so kann man sich die Aussprache des Wortes anhören
  • Seite mit anderen teilen: anderen den Link zur Seite schicken
  • Selbstverständlich kann man auch eine Seite speichern, sodass man später nicht danach suchen muss bzw . kann man sich direkt über gespeicherte Seiten ebensolche ausgeben lassen
  • Unter Mehr findet sich dann der Verlauf, Weiter, die Einstellungen (umstellen von Sprache und Schriftgröße) und der Link zur Startseite.

4. Wiki Spiderweb

Erster Knotenpunkt in Wiki Spiderweb
Erster Knotenpunkt in Wiki Spiderweb

Wiki Spiderweb ist eine Wikipedia App, die mit einer interaktiven Netzdarstellung arbeitet. So sind Artikel und Bilder eigene Knotenpunkte im großen Netz der Wikipedia. Wie in einer Mindmap sind die Links in den Artikeln sind ebenfalls als Knotenpunkte dargestellt und so kann man von einem Stichwort zum nächsten navigieren. In den Einstellungen können u.a. Sprache, maximale Anzahl der Links und Gestaltungsoptionen verändert werden.

Man wird verleitet auf ungewohnten Pfaden Neues zu entdecken und diese Darstellung spiegelt das eigentliche, unlineare Wikiprinzip deutlich wieder. Eine toll gemachte, spielerische App. Ein echter Mehrwert bleibt mir persönlich jedoch verborgen. Gäbe es eine solche Funktion für Unternehmenswikis, könnte man jedoch diese Art der Darstellung beispielsweise bei der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern verwenden.

 

5. Wikitude World Browser

Der Wikitude World Browser ist ein Augmented Reality Browser, der über die Kameralinse des Smartphones die Umgebung, insbesondere bekannte Gebäude erfasst. Über Standort (GPS), Kompass und Bewegungssensoren werden entsprechende Ansichten mit Markern wiedergegeben. Und was hat das nun mit Wiki zu tun? Über den Startbildschirm kann man empfohlene Funktionen wie „Restaurants“, „TripAdvisor“, „Währungsrechner“ und eben auch „Wikipedia“ starten. Wählt man Wikipedia aus, so greift die App auf das Online-Lexikon Wikipedia zurück und zeigt passende Artikel zu Standorten in der Nähe an, die dann aufgerufen werden können. Eine ähnliche Funktion wie bei Wikimedia Apps eben, nur sieht es auf den ersten Blick natürlich aufregender aus und bietet durch die anderen Funktionen einen weiteren Mehrwert.

Auswahl der Wikipedia Funktion im Wikitude World Browser
Auswahl der Wikipedia Funktion im Wikitude World Browser

Marker von zugehörigen Wikipedia-Artikeln in der Reality Ansicht
Marker von zugehörigen Wikipedia-Artikeln in der Reality Ansicht

Weitere Apps

  • Wiki Edit  verspricht ein Offline Management von Dokuwikis und MediaWikis. Über einen speziellen Editor sollen Bearbeitungen vereinfacht werden.
  • WikiTourist funktioniert ähnlich wie Wikimedia Apps integriert jedoch auch Informationen aus Wikitravel.
  • WikiLovesMonuments ist dafür gedacht das Hochladen von Fotos für den Fotowettbewerb von Wikimedia Commons zu vereinfachen.
  • WikiQuiz nutzt Wikipedia Inhalte, um daraus ein Quiz zu generieren. Sehr schwierige Fragen! Falsche und richtige Antworten werden markiert und es besteht die Möglichkeit mehr über die Frage/Antwort in dem Original-Wikipedia-Artikel nachzulesen.

Wie man sieht, gibt es bereits einige Apps, die sich auf Wikis beziehen. Leider sind die Verbindungen zu MediaWiki nur insofern gegeben, als dass es sich überwiegend um Apps im Dunstkreis der Wikipedia handelt. Viele bieten erste Ansätze, die auch für Apps für Corporate Wikis nutzbar wären. Beispielsweise Apps, die erste, einfache Dokumentationen (simple Beschreibungen) über Spracheingabe ermöglichen, wären sinnvoll. Oder auch eine Freigabe-App mit der Kontrollen und Freigaben einfach über das Smartphone gesteuert werden könnten. Allerdings sind Anforderungen (und Sicherheit) für Unternehmenswikis noch einmal andere. Es wird sich noch herausstellen inwiefern hier Kosten und Nutzen für die Entwicklung solcher mobilen Funktionen in einem angemessenen Verhältnis stehen, und ob mobile Funktionen für den Bereich Wissensmanagement und Dokumentation hier einen Durchbruch schaffen – ich für meinen Teil bin also gespannt, was die nächsten Jahre noch bringen werden.

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4 Kommentare

  • AndreasL

    20. November 2015

    Ist euch eine App (IOS) bekannt, die man so konfigurieren kann, dass sie mit einem eigenen Mediawiki-Server (also _nicht_ zwingend mit Wikipedia) spricht?

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  • AndreasL

    25. November 2015

    Ich denke „umbiegen“ ist keine wirkliche Option. Schließlich will ich ja auch Wikipedia weiter benutzen können. Das mit dem Bluespice ist schade, aber nachvollziehbar. „Wer braucht das schon?“

    Eigentliche geht es ja letztlich nur darum, eine App zu haben, bei der man die Basisadresse des Wikis konfigurieren kann.

    Trotzdem vielen Dank für die Antworten.

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