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Agiles Prototyping: “MediaWiki is like a white sheet of paper for data”

MediaWiki ist die Lösung für kollaborative Wissensplattformen. Weniger bekannt ist, dass die Wikipedia-Software auch für die Entwicklung von Prototypen und neuen Plattformen ideal ist.

Markus Glaser hat diesen Zusammenhang auf der diesjährigen Semantic-MediaWiki-Konferenz (SMWCon) klar herausgearbeitet. Hier die Folien des Beitrags.

 

In seinem Vortrag ging Markus Glaser – was ich recht spannend fand – zuerst auf unterschiedliche Formen des Prototypings ein. Im nächsten Schritt zeigte er, was MediaWiki an Funktionalitäten mitbringt. Sinnvoll kombiniert und erweitert lassen sich aus diesen neue und sehr spezifische Anwendungen entwickeln. Dazu liefert MediaWiki bereits einen umfangreichen Werkzeugkoffer, der es erlaubt, schnelle Anpassungen vorzunehmen, ohne komplett neue Funktionalitäten programmieren zu müssen.

Zu nennen sind da ganz sicher die Erweiterungspakete für Semantic MediaWiki, über die sich Metadaten erfassen und abfragen lassen. Das ist sehr sinnvoll, wenn Datenmodelle modelliert oder die Benutzerführung und Bedienelemente noch positioniert werden müssen. BlueSpice liefert natürlich ein ganzes Füllhorn an Optionen. Responsive Skins wie Chameleon sind die Grundlage für schicke Oberflächen. Und mit Lua steht eine Scriptsprache zur Verfügung, mit der sich der Seitenaufbau sehr dynamisch gestalten lässt.

Das bedeutet, dass MediaWiki eine ideale Basis ist, um agil neue Wissensplattformen zu bauen. Die Flexibilität von MediaWiki bringt dabei einen großen Zeit-Vorteil. Man muss kein Programmierer sein, um diese funktionierenden Prototypen bauen zu können, weil vieles bereits mit Bordmitteln bewerkstelligt werden kann. Und so erhält man schon frühzeitig ein funktionierendes System, mit dem man wichtige Erfahrungen sammelt.

Aber trotz der vielen Bordmittel sollten sich angehende Betreiber bewusst sein, dass die Entwicklung einer neuen Wissensplattform immer aufwändig und kostenintensiv bleibt: Planungen, Besprechungen und Anpassungen brauchen Zeit. Nachdem eine Alpha- oder Beta-Version entwickelt ist, müssen einzelne Funktionalitäten professionalisiert und eigenständig programmiert werden.

Man kann grob sagen, dass die Entwicklung eines stabilen Produktivsystems noch einmal so viel Zeit beansprucht, wie die Entwicklung der Beta-Version für die ersten Testnutzer. Allerdings werden die Entwicklungszeit und die Risiken der Entwicklung mit dem Prototyping auf Basis von MediaWiki deutlich reduziert.

„Die Digitalisierung zwingt uns, die Unternehmensorganisation neu zu denken“

By rzv - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24295116
By rzv – Own work, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner ist Vorsitzender der Gesellschaft für Organisation e.V. (gfo) und Geschäftsführer der Prof. Binner Akademie in Hannover. Er gilt als führender Spezialist für das Geschäftsprozessmanagement. Angesichts der Digitalisierung sieht er erheblichen Handlungsbedarf für das Management. Ein Interview.

Konzentration auf die horizontale Wertschöpfungskette

Frage: Herr Prof. Binner, Sie sagen, durch die neuen Informationstechnologien wird es zunehmend notwendig, das Businessmodell in Prozessform zu definieren. Warum ist das so? Was hat sich geändert?

Hartmut F. Binner
Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner

Prof. Binner: Die neuen Informationstechnologien „Cloud Computing, Big Data, Enterprise Mobility, Social Business“ unterstützen diese Entwicklung durch Ihren Fokus auf die horizontale Wertschöpfungskette.

Tayloristisch ausgerichtete Organisationsstrukturen können aufgrund der ausgeprägten Arbeitsteilung und den vielen daraus resultierenden Schnittstellen mit dem dazugehörigen Spezialistentum und der auftretenden Bürokratisierung nicht den zurzeit ablaufenden dynamischen Veränderungsprozessen durch Globalisierung, Preisdruck, kurze Produktlebenszyklen und steigenden Kundenanforderungen den Ansprüchen an eine wettbewerbsfähige Organisationsstruktur standhalten.

Der notwendige Veränderungsansatz ist eine Neuausrichtung der gesamten Unternehmensentwicklung und -gestaltung entlang der Wertschöpfungskette über Organisations- und Systemgrenzen hinweg.

Der strukturelle Aufbau eines Unternehmens muss sich an den betrieblichen Prozessen orientieren. Dabei erfolgt eine Schwerpunktverlagerung des Unternehmensgeschehens vom Abteilungs- und Bereichsdenken hin zum Prozessdenken mit dem Mitarbeiter als Mitdenker und Mittelpunkt der Geschäftsprozesse; dies verbunden mit einem hohen Gestaltungs-, Verantwortungs- und Entscheidungsspielraum. Traditionell gewachsene Bereichs- und Funktionsgrenzen werden zugunsten einer durchgängigen Betrachtung der Prozesse aufgebrochen.

Integration der IT-Einzellösungen

Frage: Unsere Kunden nutzen Wikis sowohl für agile Wissensmanagement- und Dokumentationsplattformen. Aber sie nutzen sie aber auch zunehmend für – redaktionell sehr reglementierte – Betriebs- und Qualitätshandbücher. Man könnte sagen, als vor einigen Jahren Web 2.0 Einzug in die Unternehmen hielt, ging es den Unternehmen um offene Kommunikationsräume für Neues und Innovatives. Aktuell will man den permanenten Veränderungsprozessen und der Informationsflut wieder Herr werden. Machen Sie ebenfalls diese Beobachtung? Gibt es da eine Pendelbewegung? Oder was passiert gerade in der Organisationsentwicklung?

Prof. Binner: Auch die vorhandenen Dokumentenmanagementsysteme (DMS) oder Enterprise Content Management Systeme (ECM) entwickeln sich prozessorientiert im Sinne von Enterprise Information Management weiter. Continue Reading

BlueSpice Release 2.23.3 – Stable released

Na endlich: seit Dienstag, dem 31.5.2016, gibt es die neue Version von BlueSpice 2.23.3. Da haben wir unsere Deadline gerade nochmal geschafft 🙂
Sie kann ab sofort bei Sourceforge heruntergeladen werden.

Obwohl es sich „nur“ um eine Minor- and Maintenance-Version handelt, haben wir ein paar ziemlich hilfreiche Funktionen eingebaut, und zwar sowohl in BlueSpice free als auch in BlueSpice pro.

Hier die wichtigsten Neuerungen in BlueSpice free 2.23.3:

  • Kompatibilität: BlueSpice kann nun mit MediaWiki 1.27 verwendet werden.
  • BlueSpice API: Es gibt nun eine standardisierte API für viele BlueSpice Aktionen.
  • ContextMenu: Diese Erweiterung ist nun standardmäßig aktiviert.
  • Dashboards: Es gibt ein Wikiseiten-Portlet, das Ihnen erlaubt, beliebige Seiten Ihres Wikis als Dashboard-Item zu nutzen. Erstellen Sie Ihre eigenen Portlets!
  • ExtendedSearch: Wir haben Facetten-Operatoren eingeführt, mit denen Mehrfachauswahlen bei Facetten über AND oder OR miteinander kombiniert werden können. Außerdem können Artikel nun direkt aus der Autocomplete-Liste in neuen Fenstern oder Tabs geöffnet werden.
  • Flexiskin: Das Hintergrundbild kann nun deaktiviert werden.
  • GroupManager: Das Zeichenlimit für Gruppennamen wurde von 16 auf 255 erhöht.
  • InsertMagic: Die Beschreibungen der Tags sind nun um einiges ausführlicher.
  • PermissionManager: Flyout-Erklärungen für jedes Recht!
  • Upload: xml- und svg-Dateien können nun auch standardmäßig hochgeladen werden.
  • UserMerge: Zusätzliche Erweiterung in der Distribution. Damit können Sie mehrere Nutzer zu einem Nutzer zusammenfassen.
  • UserSidebar: Es gibt nun einen „Globale Aktionen“-Reiter für jeden Nutzer.
  • VisualEditor: Der Default-Stil für Tabellen wurde auf „contenttable“ gesetzt. Damit sehen Tabellen gleich viel besser aus…

Für BlueSpice pro gibt es noch einige weitere Neuerungen. Wir haben ein paar tolle neue MediaWiki-Erweiterungen integriert, z.B.

  • TagCloud: Nutzen Sie TagClouds, um z.B. Kategorien darzustellen
  • ExportTables: Exportieren Sie Tabellen aus Ihrem Wiki nach Excel
  • Drawio: Binden Sie Diagramme in BlueSpice ein
  • Duplicator: Duplizieren Sie ganz einfach komplette Artikel
  • Math: Zeigen Sie mathematische Formeln im Wiki an

…und vieles mehr!

Die detaillierten Release Notes finden Sie in unserem BlueSpice Helpdesk.

BlueSpice Release 2.23.3 – Beta released

Seit Dienstag, dem 10.5.2016, gibt es die BlueSpice 2.23.3-beta, eine Minor and Maintenance Version von BlueSpice free, die ab sofort zum Test bei Sourceforge heruntergeladen werden kann.

Da es sich noch um eine Beta-Version handelt – der Final Release ist für Ende Mai 2016 geplant – brauchen wir SIE, um die Software auf Herz und Nieren zu prüfen. Jede Form von Feedback (je konstruktiver, desto besser 😉 ) ist in unserem Sourceforge Forums herzlich willkommen!

Auch wenn es sich nur um einen „Minor“ Release handelt, gibt es einige interessante und lang erwartete Neuerungen:

  • Kompatibilität: BlueSpice kann nun mit MediaWiki 1.27 verwendet werden.
  • BlueSpice API: Es gibt nun eine standardisierte API für viele BlueSpice Aktionen.
  • ContextMenu: Diese Erweiterung ist nun standardmäßig aktiviert.
  • Dashboards: Es gibt ein Wikiseiten-Portlet, das Ihnen erlaubt, beliebige Seiten Ihres Wikis als Dashboard-Item zu nutzen. Erstellen Sie Ihre eigenen Portlets!
  • ExtendedSearch: Wir haben Facetten-Operatoren eingeführt, mit denen Mehrfachauswahlen bei Facetten über AND oder OR miteinander kombiniert werden können. Außerdem können Artikel nun direkt aus der Autocomplete-Liste in neuen Fenstern oder Tabs geöffnet werden.
  • Flexiskin: Das Hintergrundbild kann nun deaktiviert werden.
  • GroupManager: Das Zeichenlimit für Gruppennamen wurde von 16 auf 255 erhöht.
  • InsertMagic: Die Beschreibungen der Tags sind nun um einiges ausführlicher.
  • PermissionManager: Flyout-Erklärungen für jedes Recht!
  • Upload: xml- und svg-Dateien können nun auch standardmäßig hochgeladen werden.
  • UserMerge: Zusätzliche Erweiterung in der Distribution. Damit können Sie mehrere Nutzer zu einem Nutzer zusammenfassen.
  • UserSidebar: Es gibt nun einen „Globale Aktionen“-Reiter für jeden Nutzer.
  • VisualEditor: Der Default-Stil für Tabellen wurde auf „contenttable“ gesetzt. Damit sehen Tabellen gleich viel besser aus…

Detaillierte Release Notes finden Sie in unserem BlueSpice Helpdesk.

BlueSpice Featureliste 2016 online

Wir haben gestern eine neue Featureliste online gestellt. Es war nötig, die neuesten Erweiterungen aufzunehmen.
Wir wollten aber auch die Gelegenheit nutzen, viele wichtige Funktionen zu nennen, die BlueSpice mit MediaWiki als Basis automatisch mitbringt: zum Beispiel Sicherheitsfeatures, viele Reportingfunktionen und die Unterstützung mobiler Geräte.

Diese Features wurden bislang in unserer Darstellung vernachlässigt, obwohl gerade sie zeigen, dass MediaWiki aus guten Gründen das führende System für kollaborative Wissenssysteme ist. Wir von Hallo Welt! setzten das immer als selbstverständlich bekannt voraus. Nun wollten wir erstmalig zeigen, dass BlueSpice schon im Standard mitbringt, was andere als Extra anpreisen.

Es sind nun 152 Features in 17 inhaltlichen Gruppen zusammengekommen. Wir hätten die Liste deutlich verlängern können, doch wir haben uns auf die wichtigsten Features konzentriert, um Entscheidern die Arbeit leichter zu machen.

Hallo Welt! wird in diesem Jahr den Erweiterungspool der Distributionen ausbauen und wichtige Etappen bei der Integration der Erweiterungen nehmen. Hiervon werden in erster Linie unsere Pro-Kunden profitieren.

Darüber hinaus bietet BlueSpice einzigartige Möglichkeiten, um daraus eigene Produkte und individuelle Lösungen zu entwickeln. Diese Möglichkeiten werden wir an anderer Stelle genauer ausführen, wenn es zum Beispiel um das Thema Technologie-Partnerschaften geht.

Vielleicht dazu noch ein Hinweis: Die Featureliste ist nicht identisch mit der offiziellen Extensionsliste (Softwarekatalog). Die Extensionliste zeigt auf, welche Erweiterungen in den Distributionen enthalten sind und von uns unterstützt werden. Die Extensionliste findet man nach wie vor hier.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Studieren der BlueSpice Features 2016. Anregungen und Fragen sind natürlich immer willkommen.

Innovation Gesundheitsplattform


Ein Wiki als interaktives Tool für Organisations- und Personalentwicklung. Besuchen Sie uns auf der Corporate Health Convention.

Nach Angaben des jüngst veröffentlichten DAK-Gesundheitsreports waren 2015 im Durchschnitt täglich 41 von 1.000 Erwerbstätigen krankgeschrieben. Diese Situation drängt Unternehmen zum Handeln. Dafür sind entsprechende präventive Methoden und Werkzeuge erforderlich. Um diesen Bedarf zu erfüllen, hat Woodbridge mit der Unterstützung von Hallo Welt! ein innovatives, interaktives Gesundheitsforum auf der Wiki-Basis entwickelt.

Screenshot Gesundheits-Wiki
Das Gesundheits-Wiki von Woodbridge

Es bietet eine Plattform, die unternehmensübergreifende, präventive Maßnahmen erleichtert und gibt Organisationen die Möglichkeit, ein langfristiges Gesundheitskonzept aufzubauen und in ein bereits bewährtes System zu integrieren.

Eine solches Vorgehen steigert nicht nur die dauerhafte Produktivität der Mitarbeiter und senkt somit die Fehlzeiten und Kosten, sondern verbessert auch die Attraktivität eines Arbeitgebers für neue Fachkräfte. Continue Reading

Geschäftsprozesse, Produkte und Services mit dem Wiki einführen und aktualisieren

Viele Firmen nutzen Wiki Software von Anfang an als Wissensmanagementplattform, doch meist stellt sich innerhalb kurzer Zeit heraus, dass das Wiki noch an vielen anderen Stellen Probleme lösen kann. Beispielsweise wird es zunehmend auch als Qualitätsmanagementsystem (QMS) wichtig. Geschäftsprozesse, Dienstleistungen und Produkte werden hier aufgeschrieben und verbreitet. Das Wiki ist dabei Plattform, um beispielsweise die Prozesse fortlaufend und möglichst transparent zu optimieren und zu ergänzen, im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP). Es ist Nachschlagewerk und Hilfsmittel für interne Fortbildungsmaßnahmen. BlueSpice pro, als speziell für Unternehmen entwickelte Wiki Engine, bringt alle nötigen Voraussetzungen mit, um ein Unternehmen zu organisieren. Doch wie geht man am besten vor?

Zuerst Struktur oder zuerst Inhalte?

Zunächst gibt es das Henne-Ei-Problem: Schreibt man zuerst die Artikel oder baut man zuerst die Struktur und füllt dann die Artikel mit Inhalten? Die Antwort ist „beides“.
Man kann zum Beispiel mit Beschreibungen von Abläufen beginnen, die man im Wiki als Artikel anlegt. Um die Übersicht nicht zu verlieren, ist es hilfreich, all diese Abläufe auf einer Extraseite zu sammeln und zu sortieren.

Das Einführen von neuen Geschäftsprozessen ist leider nicht in wenigen Tagen erledigt. Von daher ist es ratsam, Schritt für Schritt vorzugehen. Legen Sie eine Grundstruktur für die Prozesse an, die in naher Zukunft bearbeitet werden sollen. Dazu sollte aber im Vorfeld schon eine Idee von den künftigen Strukturen als Grundlage bereitstehen. Man kann sich z.B. an standardisierten Gliederungen orientieren oder diese sogar übernehmen (eine solche Struktur und Inhalte für ITIL-Handbüchern gibt es z.B. hier). Der Vorteil von diesen Standardisierungen liegt vor allem in der enormen Zeitersparnis und darin, dass diese Gliederungen eine gute Vorbereitung für eine spätere Zertifizierung darstellen.
So oder so geht es darum, dass Seiten für Prozessbeschreibungen angelegt werden, die demnächst mit Inhalten gefüllt werden. Damit diese Prozesse für alle Mitarbeiter sofort sichtbar sind, sollten diese in der Navigation ihren festen Platz bekommen.

Klassische Aufteilung: Allgemeine WIssensdatenbank und Organisationsbeschreibungen in der Navi
Klassische Aufteilung: Allgemeine Wissensdatenbank und Organisationsbeschreibungen links in der Navigation

Über eine Buchfunktion, wie in BlueSpice dem Bookmaker, können im Wiki hierarchische Strukturen angelegt und als Handbuch exportiert werden. Continue Reading

Ein neues BlueSpice Modell

BSP Screen

Auf unserer Strategieklausur Anfang Januar haben wir uns für 2015 und 2016 ein paar Ziele gesetzt. Die wichtigsten betreffen die MediaWiki-Distribution BlueSpice. Das erfolgreiche Produkt wird nun richtig Open Source und bietet somit für Kunden und Partner neue Perspektiven.

100% Subskription, ein Produkt, keine Module mehr.

Wir entwickeln nach fünf Jahren das BlueSpice Dienstleistungsmodell weiter. BlueSpice wird künftig in einer einheitlichen Distribution vertrieben. Das bedeutet, dass die kostenpflichtigen Zusatzmodule in einer Edition zusammengefasst werden. Die Kunden können so von Beginn an alle Module nutzen. Und vor allem profitieren sie in bislang unbekannten Maß von aktuellen Neuentwicklungen, da fast alle Neuerungen in diese Distribution aufgenommen werden. Das heißt, Neuentwicklungen sind für die Subskriptionskunden jederzeit auf Wunsch verfügbar. Umständliches Nachkaufen entfällt. Und durch den Wegfall der Modulpreise wird der Einstieg in die professionelle Lösung deutlich preiswerter.

Parallel wird es weiterhin die beliebte BlueSpice free geben, die im Jahr über 20.000 mal heruntergeladen, sowie in über 130 Ländern und in über 20 Sprachen genutzt wird. Die Free behält den bisherigen Leistungsumfang und bleibt der ideale Einstieg in das kollaborative Wissensmanagement.

Wachstum und Verbreitung unterstützen

Warum tun wir das? Zum einen, weil wir es jetzt können. Die großen Linux-Distributionen Red Hat und Suse waren schon immer unsere Vorbilder: Im Linux-Umfeld wurden die besten Open-Source-Modelle für Kunden und Entwickler erarbeitet. Aber aus dem Projektgeschäft kommend und ohne Fremdkapital können wir erst jetzt diesen Schritt gehen.
Ein anderer Grund ist, dass wir zusammen mit neuen Partnern das beste Open-Source-Wiki bauen wollen. Und das geht nur mit weitgehender Offenheit, technisch und ökonomisch. Das Modulsystem hat für uns und unsere Kunden viel geleistet. Doch nun blockiert es uns auf dem Weg, MediaWiki als beliebteste Wiki-Software in Unternehmen weiterzuentwickeln. Ein Modulsystem ist bei weiterem Wachstum für Kunden und Entwickler zu aufwändig und undurchsichtig. Und wir wollen uns nicht in der Verwaltung verlieren, sondern weiter auf die Entwicklung, Integration und Qualitätssicherung konzentrieren.

Radikal Open Source

Auch deswegen öffnen wir radikal die Entwicklung für externe Entwickler. Diese können ab diesem Jahr an allen BlueSpice-Erweiterungen mitarbeiten; auch an den bisher nicht zugänglichen Modulen. Dadurch öffnen wir das Projekt für andere Entwickler, können die Programmierung beschleunigen und die Qualitätssicherung verbessern.
Nicht zuletzt soll BlueSpice mit SemanticMediaWiki (SMW) kompatibler werden, sodass Kunden und Partner nicht mehr die Frage stellen, ob sie sich für SMW oder BlueSpice entscheiden müssen. Beides ist schon heute möglich. Aber Ende des Jahres, sollen die beiden Welten besser verzahnt sein.

Es wird also arbeitsreich und interessant dieses Jahr. Bereits auf der Cebit kann die neue Distribution begutachtet und geordert werden. Danach geht es in definierten Ausbaustufen weiter. In Richtung eines Ecosystems, das man bereits aus anderen Open-Source-Projekten kennt.

Wir freuen uns über jede Unterstützung und Zusammenarbeit.

MediaWiki – Eine Software auf dem Sprung in die Zukunft. Teil 3/3: Kommunikation, Wikidata, Übersetzungen

Kommunikation und Benachrichtigung – das Ende der klassischen Diskussionsseiten

Gute Nachrichten kommen von einer anderen Baustelle: dem MediaWiki-Kommunikationssystem. Dieses beruht bislang auf den Diskussionsseiten. Doch diese werden, so wie wir sie heute kennen, schon bald verschwunden sein. Genauer: Die Diskussionsseiten werden sich grundlegend verändern und mit dem Benachrichtigungssystem verschmelzen.

Der Umbau des MediaWiki-Kommunikationssystems geschieht nämlich über zwei Erweiterungen:

  •  Echo ermöglicht die individuelle Verfolgung von Änderungen, erleichtert den Überblick über das gesamte System und ist ein Rahmen für verschiedene Kommunikationsservices. Echo ist als neues Benachrichtigungssystem bereits in der Wikipedia implementiert.
  • Flow erleichtert die Diskussionen. Man kann einfacher Diskussionsverläufe verfolgen; Antworten werden über Echo angezeigt. Und anderes mehr. Ziel dieser Entwicklung ist der Aufbau eines modernen Diskussions- und Kollaborationssystems für alle Wikimedia Projekte. Ein interaktiver Prototyp ist bereits online.
Screenshot der Flow-Prototyp-Seite
Screenshot der Flow-Prototyp-Seite

Am Ende wird MediaWiki über einen neuen Kommunikationslayer verfügen, der längst überfällig war. Wichtig ist noch der Hinweis, dass die Kombination von Artikel und Diskussion – ein Wesensmerkmal und Erfolgsprinzip von MediaWiki – erhalten bleibt. Die Artikel werden nicht von den dazugehörigen Diskussionen getrennt. Denn die Verbindung von Artikel und Diskussion ist ein Ordnungsprinzip, das MediaWiki einzigartig und gegenüber vielen anderen Lösungen überlegen macht. Flow und Echo können dieses MediaWiki-Grundprinzip erst richtig zur Entfaltung bringen.
Dennoch sind viele in der Wikimedia-Community skeptisch. Continue Reading

MediaWiki – Eine Software auf dem Sprung in die Zukunft. Teil 2/3: Visueller Editor und simultanes Bearbeiten

Visueller Editor – der Wikicode wird abgelöst

Wer in den letzten Jahren einen Wikipedia-Artikel geschrieben oder verbessert hat, kennt bereits den Visuellen Editor, der nun einen gewissen Reifestatus erreicht hat. (Siehe auch den Beitrag von Nathalie Köpff zum Thema). Die Aufgabe, einen solchen Editor zu schreiben, ist ein Großprojekt. Im Unterschied zu anderen Web-Anwendungen muss ein Editor für die Wikipedia nicht nur mit unterschiedlichen Sprachen (zum Beispiel mit Rechts-Links-Ausrichtung) zurechtkommen, sondern auch noch die vielen Funktionen des Wikis, das Vorlagensystem, die Magic Words u.a.m. verarbeiten. Dazu musste mit dem Wikitextparser Parsoid eine ganz neue technologische Grundlage gelegt werden. Und da sich die Wikipedia, aber auch die Webstandards (Browser, Protokolle, Sprachen) weiterentwickeln, bleibt die Aufgabe für lange Zeit ein komplexes Projekt. Aber auch ein lohnendes Projekt, das Bedeutung für die gesamte Webcommunity hat – da zum Beispiel kein kommerzieller Anbieter einen Editor für über 100 Sprachen entwickeln und frei zur Verfügung stellen würde.

Aktueller Stand (September 2014) des "VisualEditor" auf mediawiki.org zu sehen
Aktueller Stand (September 2014) des „VisualEditor“ auf mediawiki.org zu sehen

Dennoch ist das Projekt bis heute in der Wikimedia-Community sehr umstritten. Dazu trug bei, dass die Einführung des Editors zu großen Komplikationen geführt hat. Der Editor war bei der ersten Implementierung einfach noch nicht einsatzbereit.

Die Skepsis in der Community gegenüber dem Editor hat aber auch damit zu tun, dass mit dessen zunehmender Nutzung der Wikitext weitgehend entfallen dürfte. Was für den einen eine tolle Möglichkeit ist, bedeutet für den anderen den Verlust von Gestaltungsmöglichkeiten. Denn bislang kann man mit Bordmitteln des Wikis viele kleine Tools bauen (zum Beispiel Vorlagen oder Überblickslisten). Auch das Setzen einfacher Formatierungen ist für geübte Wikitext-Kenner wesentlich effektiver.

Doch über die Zeit bewirkte der Wiki-Code, der das Bearbeiten einfacher machen sollte, das schiere Gegenteil. Continue Reading