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Agiles Prototyping: “MediaWiki is like a white sheet of paper for data”

MediaWiki ist die Lösung für kollaborative Wissensplattformen. Weniger bekannt ist, dass die Wikipedia-Software auch für die Entwicklung von Prototypen und neuen Plattformen ideal ist.

Markus Glaser hat diesen Zusammenhang auf der diesjährigen Semantic-MediaWiki-Konferenz (SMWCon) klar herausgearbeitet. Hier die Folien des Beitrags.

 

In seinem Vortrag ging Markus Glaser – was ich recht spannend fand – zuerst auf unterschiedliche Formen des Prototypings ein. Im nächsten Schritt zeigte er, was MediaWiki an Funktionalitäten mitbringt. Sinnvoll kombiniert und erweitert lassen sich aus diesen neue und sehr spezifische Anwendungen entwickeln. Dazu liefert MediaWiki bereits einen umfangreichen Werkzeugkoffer, der es erlaubt, schnelle Anpassungen vorzunehmen, ohne komplett neue Funktionalitäten programmieren zu müssen.

Zu nennen sind da ganz sicher die Erweiterungspakete für Semantic MediaWiki, über die sich Metadaten erfassen und abfragen lassen. Das ist sehr sinnvoll, wenn Datenmodelle modelliert oder die Benutzerführung und Bedienelemente noch positioniert werden müssen. BlueSpice liefert natürlich ein ganzes Füllhorn an Optionen. Responsive Skins wie Chameleon sind die Grundlage für schicke Oberflächen. Und mit Lua steht eine Scriptsprache zur Verfügung, mit der sich der Seitenaufbau sehr dynamisch gestalten lässt.

Das bedeutet, dass MediaWiki eine ideale Basis ist, um agil neue Wissensplattformen zu bauen. Die Flexibilität von MediaWiki bringt dabei einen großen Zeit-Vorteil. Man muss kein Programmierer sein, um diese funktionierenden Prototypen bauen zu können, weil vieles bereits mit Bordmitteln bewerkstelligt werden kann. Und so erhält man schon frühzeitig ein funktionierendes System, mit dem man wichtige Erfahrungen sammelt.

Aber trotz der vielen Bordmittel sollten sich angehende Betreiber bewusst sein, dass die Entwicklung einer neuen Wissensplattform immer aufwändig und kostenintensiv bleibt: Planungen, Besprechungen und Anpassungen brauchen Zeit. Nachdem eine Alpha- oder Beta-Version entwickelt ist, müssen einzelne Funktionalitäten professionalisiert und eigenständig programmiert werden.

Man kann grob sagen, dass die Entwicklung eines stabilen Produktivsystems noch einmal so viel Zeit beansprucht, wie die Entwicklung der Beta-Version für die ersten Testnutzer. Allerdings werden die Entwicklungszeit und die Risiken der Entwicklung mit dem Prototyping auf Basis von MediaWiki deutlich reduziert.

BlueSpice Release 2.27.0 – Beta released

Hallo neue BlueSpice 2.27.0 – beta Version!

Habt Ihr sie schon getestet? Na dann los! Seit letzter Woche gibt es die BlueSpice 2.27.0-beta, eine Minor and Maintenance Version von BlueSpice free, die bei SourceForge zum Testen heruntergeladen werden kann. Jetzt brauchen wir nur noch Euch!

Holt Euch die beta Version und testet sie. Jede Form von Feedback (je konstruktiver, desto besser) ist in unserem SourceForge Forum oder per Mail an support@hallowelt.com herzlich willkommen. Wir freuen uns sehr auf Eure Meinungen!

Experimentiert mit interessanten Neuerungen wie:

  • Zuordnung von Seiten: Zuordnung von Personen und Gruppen zu Seiten, z.B. als verantwortliche Redakteure. Ersetzt die Funktion Verantwortliche Redakteure.
Zuordnung von Seiten
Zuordnung von Seiten
  • Deaktivierung von Benutzern: Benutzer müssen jetzt nicht mehr gelöscht werden, sondern können deaktiviert werden, während ihre vollständige Aufzeichnung erhalten bleibt.
  • Support your admin: bestimmte Benutzergruppen können nun Benutzergruppen zuweisen, ohne sysops sein zu müssen. Es ist jetzt auch möglich, Benutzern Zugriff zu einer Auswahl von Verwaltungstools zu ermöglichen, ohne dass sie sysops sind.
  • Namensraum-spezifische Benachrichtigungen: Meldungen sind deutlich konfigurierbarer. Mitteilungen über Änderungen im Wiki können jetzt auf der Basis von Namenräumen verschickt werden.
Namensraum-spezifische Benachrichtigungen
Namensraum-spezifische Benachrichtigungen
  • Nutzungsstatistiken verfolgen: Benutzer können sich aufzeigen lasen, wie oft eine bestimmte Funktion im Wiki verwendet wird.
  • Verbesserungen in der Anwendung: Bestätigungsdialoge sind nun unauffälliger.
  • FlexiSkin: bessere Verwaltung hochgeladener Bilder.
  • Testsystem mode: Anzeige, wenn ein Wiki ein Testsystem ist.
  • HitCounter: Stellt die HitCounter Funktionalität wieder her, die seit MediaWiki 1.25 fehlt.

Detaillierte Release Notes findet Ihr in unserem BlueSpice Helpdesk.

Viel Freude beim Testen!

Military Wiki: Nutzerprofil, Artikelbewertung und Gamification

Jason Bock arbeitet für das Unternehmen DSA, das hauptsächlich für den IT Support des amerikanischen Verteidigungsministeriums zuständig ist. Eine seiner Aufgaben ist die Betreuung des milWikis, eines Enterprise Wikis für das amerikanische Militär, das 2008 als „interne Online-Enzyklopädie für das US Verteidigungsministerium“ gestartet wurde. MilWiki ist nur ein kleiner Teil der umfassenden Wissensmanagementplattform milSuite, die auch andere Anwendungen wie zum Beispiel Sharepoint oder Jive integriert. Allein das milWiki hat 400.000 Nutzer und beinhaltet mehr als 20.000 Artikel und mehr als 7.000 Kategorien.

Seit 2010 wurde das Wiki durch Semantic MediaWiki und andere Erweiterung wie z. B. Semantic Forms ergänzt, was große Auswirkungen auf die Datenintegrität des Wikis hatte und diese entscheidend verbessert. Weiterlesen

Die Top 5 MediaWiki Apps

Die bekanntesten MediaWikis finden sich im öffentlichen Bereich. Allen voran die Wikipedia. Nicht verwunderlich also, wenn sich die App-Entwickler vorrangig auf diese Wikis konzentrieren. Hier ein paar der bekanntesten MediaWiki Apps:

1. Wikimedia Apps

Wikimedia Apps ist eine Sammelbezeichnung für eine App, die das Wikimedia-Projekt „Wikipedia“ für mobile Anwendungen wie Android und iOS optimiert. Ideal um fremde Städte zu entdecken oder ganz einfach, um Wikipedia einfach und übersichtlich immer dabei zu haben. Seit 2011 wird diese App weiterentwickelt. Der Auftritt des Teams macht soweit einen guten und professionellen ersten Eindruck, es gibt einen Entwicklerchat und eine Mailingliste. Die entwickler treten auch als Team z.B. auf dem Wikimedia Hackathon 2015 in Frankreich auf. Die bisher bestehenden Funktionen wirken abgerundet und funktionieren auch soweit zuverlässig. Hier mal eine kurze Beschreibung:

Basisfunktionen wie Seiten bearbeiten und speichern, aber auch Seiten offline lesen und die Versionsgeschichte durchsuchen sind damit möglich. Neben der Suchleiste befinden sich auf der rechten Seite der Zugang zum Inhaltsverzeichnis des Artikels, über das direkt in einzelne Abschnitte gesprungen werden kann. Ein weiteres Menü rechts oben bietet folgenden Funktionen:

App-Funktionen im rechten oberen Bereich
App-Funktionen im rechten oberen Bereich
  • In anderen Sprachen lesen: den Artikel in einer anderen Sprachversionen aufrufen
  • Seite speichern: Hier wird der entsprechende Artikel in eine Art Favoritenliste abgelegt, die über das Menü links oben aufgerufen werden kann
  • Teilen: Den Artikel mit anderen über Social Media Dienste wie Facebook oder Twitter teilen
  • In der Seite finden: eine Inhaltssuche
  • Schriftart und Farbschema ändern: das ist etwas missverständlich bezeichnet, denn hier kann man zwar zwischen hell und dunkel als Farbschema wählen und auch die Schriftgröße verändern, die Schriftart jedoch nicht.

Über das Menü links oben können heute wichtige Seiten, Verlauf, die gespeicherten Seiten oder eine zufällige Seite aufgerufen werden.
Hier befinden sich außerdem die Einstellungen („Mehr“), über die zum Beispiel die Sprachversion (in diesem Fall deutsche Wikipedia) festgelegt werden kann.

Die Nearby-Funktion in der Wikipedia App
Die Nearby-Funktion in der Wikipedia App

Eine sehr nettes Feature ist die „In der Nähe Funktion“. Hat man sein GPS aktiviert, und klickt auf diese Schaltfläche, die im Menü links oben versteckt ist, dann erhält man eine Liste von Orten, die in der Nähe des eigenen Standortes bei Wikipedia registriert sind. Sehr nützlich bei „selbstgemachten“ Stadtführungen!

Ein Klick auf einen Eintrag führt einen zum entsprechenden Wikipedia-Artikel.
Auf die Entfernungs- und Richtungsangaben sollte man sich zwar nicht 100% verlassen, aber dennoch kann man sich so seine eigene Stadtführung zusammenbasteln oder einfach mal schauen, welche Denkmäler o.ä. denn in der Nähe z.B. der eigenen Wohnung verzeichnet, aber einem noch nie aufgefallen sind.

Auf Nutzerinitiative wird seit Juli 2014  auch ein Nachtmodus zum Lesen im Dunkeln und die Möglichkeit, die Schriftgröße anzupassen ausgeliefert.  Bin gespannt, was hier an Funktionen noch geplant ist.
Sehr angenehm ist im übrigens der Verzicht auf sämtliche Zustimmungen auf Zugriffe u.ä.

2. Voice Wiki

Sich mit Voice Wiki die Wikipedia vorlesen lassen
Sich mit Voice Wiki die Wikipedia vorlesen lassen

Wer ungerne liest und sich lieber vorlesen lässt, der kann Voice Wiki installieren. Diese App ruft über Spracheingabe Wikiartikel auf und liest die Artikel vor. Auch wenn die Frauenstimme äußerst monoton ist, funktioniert das Vorlesen sehr zuverlässig. Achtung: am Anfang werden verschiedene Optionen genannt „1. Start 2. Zufall 3. In der Nähe 1. Beobachtungsliste 2. Einstellungen 3. Anmelden“, danach startet dann automatisch das Vorlesen des Artikels. Weiterlesen

Ein neues BlueSpice Modell

BSP Screen

Auf unserer Strategieklausur Anfang Januar haben wir uns für 2015 und 2016 ein paar Ziele gesetzt. Die wichtigsten betreffen die MediaWiki-Distribution BlueSpice. Das erfolgreiche Produkt wird nun richtig Open Source und bietet somit für Kunden und Partner neue Perspektiven.

100% Subskription, ein Produkt, keine Module mehr.

Wir entwickeln nach fünf Jahren das BlueSpice Dienstleistungsmodell weiter. BlueSpice wird künftig in einer einheitlichen Distribution vertrieben. Das bedeutet, dass die kostenpflichtigen Zusatzmodule in einer Edition zusammengefasst werden. Die Kunden können so von Beginn an alle Module nutzen. Und vor allem profitieren sie in bislang unbekannten Maß von aktuellen Neuentwicklungen, da fast alle Neuerungen in diese Distribution aufgenommen werden. Das heißt, Neuentwicklungen sind für die Subskriptionskunden jederzeit auf Wunsch verfügbar. Umständliches Nachkaufen entfällt. Und durch den Wegfall der Modulpreise wird der Einstieg in die professionelle Lösung deutlich preiswerter.

Parallel wird es weiterhin die beliebte BlueSpice free geben, die im Jahr über 20.000 mal heruntergeladen, sowie in über 130 Ländern und in über 20 Sprachen genutzt wird. Die Free behält den bisherigen Leistungsumfang und bleibt der ideale Einstieg in das kollaborative Wissensmanagement.

Wachstum und Verbreitung unterstützen

Warum tun wir das? Zum einen, weil wir es jetzt können. Die großen Linux-Distributionen Red Hat und Suse waren schon immer unsere Vorbilder: Im Linux-Umfeld wurden die besten Open-Source-Modelle für Kunden und Entwickler erarbeitet. Aber aus dem Projektgeschäft kommend und ohne Fremdkapital können wir erst jetzt diesen Schritt gehen.
Ein anderer Grund ist, dass wir zusammen mit neuen Partnern das beste Open-Source-Wiki bauen wollen. Und das geht nur mit weitgehender Offenheit, technisch und ökonomisch. Das Modulsystem hat für uns und unsere Kunden viel geleistet. Doch nun blockiert es uns auf dem Weg, MediaWiki als beliebteste Wiki-Software in Unternehmen weiterzuentwickeln. Ein Modulsystem ist bei weiterem Wachstum für Kunden und Entwickler zu aufwändig und undurchsichtig. Und wir wollen uns nicht in der Verwaltung verlieren, sondern weiter auf die Entwicklung, Integration und Qualitätssicherung konzentrieren.

Radikal Open Source

Auch deswegen öffnen wir radikal die Entwicklung für externe Entwickler. Diese können ab diesem Jahr an allen BlueSpice-Erweiterungen mitarbeiten; auch an den bisher nicht zugänglichen Modulen. Dadurch öffnen wir das Projekt für andere Entwickler, können die Programmierung beschleunigen und die Qualitätssicherung verbessern.
Nicht zuletzt soll BlueSpice mit SemanticMediaWiki (SMW) kompatibler werden, sodass Kunden und Partner nicht mehr die Frage stellen, ob sie sich für SMW oder BlueSpice entscheiden müssen. Beides ist schon heute möglich. Aber Ende des Jahres, sollen die beiden Welten besser verzahnt sein.

Es wird also arbeitsreich und interessant dieses Jahr. Bereits auf der Cebit kann die neue Distribution begutachtet und geordert werden. Danach geht es in definierten Ausbaustufen weiter. In Richtung eines Ecosystems, das man bereits aus anderen Open-Source-Projekten kennt.

Wir freuen uns über jede Unterstützung und Zusammenarbeit.

MediaWiki Images – Das müssen Sie über den Upload und das Bilder einfügen wissen

Bilder und Screenshots machen einen wesentlichen Teil von Inhalten aus. Eine Visualisierung von Inhalten unterstützt das Verständnis und erhöht die Motivation sich auch näher mit dem Text zu beschäftigen. Doch wie kann ich nun Bilder in mein MediaWiki hochladen und wie füge ich diese in den Artikel ein? Ich stelle Ihnen kurz vor wie Sie Bilder in MediaWiki hochladen und einfügen, dazu zwei Wege wie das in der freien MediaWiki Distribution BlueSpice geht und zum Abschluss noch einige Hinweise wie Sie an Metainformationen gelangen.

1. Bilder hochladen und einfügen in MediaWiki

Wenn Sie ein normales MediaWiki haben, müssen Sie zwei Schritte an zwei verschiedenen Orten vornehmen, um ein Bild in einen Artikel einzufügen. Zuerst laden Sie das Bild über ein Werkzeug auf einer Spezialseite hoch, um es anschließend in dem oder den Artikel(n) einzufügen.

Upload:

Es gibt eine sogenannte Spezialseite, die es Ihnen ermöglicht ein Bild hochzuladen. Diese Spezialseite heißt „Spezial:Hochladen“.  Sie finden den Link dorthin in der Auflistung der Werkzeuge, die meist links in der Navigation verlinkt sind. Oder Sie geben diesen begriff direkt in die URL ein (meinwiki.de/index.php/Spezial:Hochladen). Öffnen Sie diese Seite und Sie sehen vor sich das Hochlade-Werkzeug von MediaWiki.

Werkzeug zum Hochladen von Dateien in MediaWiki
Werkzeug zum Hochladen von Dateien in MediaWiki

Gehen Sie auf Durchsuchen und suchen Sie nach der entsprechenden Bilddatei. Haben Sie diese bestätigt, geben Sie in dem Werkzeug weitere Metadaten an. Zum Abschluss müssen Sie noch auf „Datei Hochladen“ klicken und nun wird das Bild in das Wiki hochgeladen. Merken Sie sich den Dateinamen gut, Sie brauchen ihn wieder zum Einfügen des Bildes in einen Artikel.
Und kleiner Tipp: vergeben Sie unbedingt sinnvolle Bildnamen, d.h. der Dateiname beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Bitte also vorher gegebenenfalls das Bild umbenennen, denn das Bild „DIC2009.jpg“ ist nicht aussagekräftig und kann später kaum wiedergefunden werden.

Einfügen in einen Artikel: Weiterlesen

Dokumente im Wiki verwalten (WebDAV im Wiki)

Ein Wiki ist eine unglaublich flexible Software, die auf die meisten Anwendungsbedürfnisse angepasst werden kann. Viele unserer Kunden verwenden ihr BlueSpice MediaWiki im Bereich Dokumentation. Und hier wachsen nach und nach die Anforderungen. So sind wir gerade dabei das Wiki auch im Hinblick auf das Bearbeiten und Verwalten von Dokumenten neu zu denken.

Diese beiden Ziele verfolgen wir dabei in erster Linie:

  1. Office-Dokumente über Office (Word, Excel…) direkt aus dem Wiki heraus bearbeiten und ohne erneutes Hochladen wieder abspeichern zu können. (Bisher ein Argument für SharePoint, das damit hinfällig ist).
  2. Dateien in virtuellen Ordnern ableg- und sortierbar machen

Für die Umsetzung beschäftigen wir uns ganz konkret mit der HTTP Erweiterung WebDAV und einer namensraumbsierten Zugriffsteuerung für Dateien im MediaWiki auf Basis der NSFileRepo-Erweiterung.

Und so stellen wir es uns vor:

1. Dokumente über WebDAV aus dem Wiki heraus bearbeiten und speichern

Die Funktionsweise sieht bislang vor, dass ein Dokument, das in einem Wikiartikel verlinkt ist per Klick sich in der jeweiligen Office-Anwendung öffnet z.B. ein Word-Dokument in Word. Dies funktioniert über ein spezielles ActiveX-Steuerelement (proprietäre Technik von Microsoft für die der Internet Explorer erforderlich ist). In der Client-Anwendung kann es dann wie gewohnt bearbeitet werden. Ändert man Inhalte und speichert diese ab, wird die Datei über WebDAV automatisch wieder auf den Server geladen. Ohne dass der Benutzer irgendwelche expliziten Schritte unternehmen muss.  Die automatische Versionierung durch das Wiki bei Dateiänderungen bleibt im Übrigen bestehen. Ab Office 2003 wäre diese Funktion denkbar.

Kontextmenü zum direkten Bearbeiten in einer Client-Anwendung
Kontextmenü zum direkten Bearbeiten in einer Client-Anwendung

Theoretisch geht es sogar einen Schritt weiter: Es könnten Wikiartikel und Dateien aus dem Wiki im Windows Explorer angezeigt werden. Weiterlesen

MediaWiki – Eine Software auf dem Sprung in die Zukunft. Teil 3/3: Kommunikation, Wikidata, Übersetzungen

Kommunikation und Benachrichtigung – das Ende der klassischen Diskussionsseiten

Gute Nachrichten kommen von einer anderen Baustelle: dem MediaWiki-Kommunikationssystem. Dieses beruht bislang auf den Diskussionsseiten. Doch diese werden, so wie wir sie heute kennen, schon bald verschwunden sein. Genauer: Die Diskussionsseiten werden sich grundlegend verändern und mit dem Benachrichtigungssystem verschmelzen.

Der Umbau des MediaWiki-Kommunikationssystems geschieht nämlich über zwei Erweiterungen:

  •  Echo ermöglicht die individuelle Verfolgung von Änderungen, erleichtert den Überblick über das gesamte System und ist ein Rahmen für verschiedene Kommunikationsservices. Echo ist als neues Benachrichtigungssystem bereits in der Wikipedia implementiert.
  • Flow erleichtert die Diskussionen. Man kann einfacher Diskussionsverläufe verfolgen; Antworten werden über Echo angezeigt. Und anderes mehr. Ziel dieser Entwicklung ist der Aufbau eines modernen Diskussions- und Kollaborationssystems für alle Wikimedia Projekte. Ein interaktiver Prototyp ist bereits online.
Screenshot der Flow-Prototyp-Seite
Screenshot der Flow-Prototyp-Seite

Am Ende wird MediaWiki über einen neuen Kommunikationslayer verfügen, der längst überfällig war. Wichtig ist noch der Hinweis, dass die Kombination von Artikel und Diskussion – ein Wesensmerkmal und Erfolgsprinzip von MediaWiki – erhalten bleibt. Die Artikel werden nicht von den dazugehörigen Diskussionen getrennt. Denn die Verbindung von Artikel und Diskussion ist ein Ordnungsprinzip, das MediaWiki einzigartig und gegenüber vielen anderen Lösungen überlegen macht. Flow und Echo können dieses MediaWiki-Grundprinzip erst richtig zur Entfaltung bringen.
Dennoch sind viele in der Wikimedia-Community skeptisch. Weiterlesen

MediaWiki – Eine Software auf dem Sprung in die Zukunft. Teil 2/3: Visueller Editor und simultanes Bearbeiten

Visueller Editor – der Wikicode wird abgelöst

Wer in den letzten Jahren einen Wikipedia-Artikel geschrieben oder verbessert hat, kennt bereits den Visuellen Editor, der nun einen gewissen Reifestatus erreicht hat. (Siehe auch den Beitrag von Nathalie Köpff zum Thema). Die Aufgabe, einen solchen Editor zu schreiben, ist ein Großprojekt. Im Unterschied zu anderen Web-Anwendungen muss ein Editor für die Wikipedia nicht nur mit unterschiedlichen Sprachen (zum Beispiel mit Rechts-Links-Ausrichtung) zurechtkommen, sondern auch noch die vielen Funktionen des Wikis, das Vorlagensystem, die Magic Words u.a.m. verarbeiten. Dazu musste mit dem Wikitextparser Parsoid eine ganz neue technologische Grundlage gelegt werden. Und da sich die Wikipedia, aber auch die Webstandards (Browser, Protokolle, Sprachen) weiterentwickeln, bleibt die Aufgabe für lange Zeit ein komplexes Projekt. Aber auch ein lohnendes Projekt, das Bedeutung für die gesamte Webcommunity hat – da zum Beispiel kein kommerzieller Anbieter einen Editor für über 100 Sprachen entwickeln und frei zur Verfügung stellen würde.

Aktueller Stand (September 2014) des "VisualEditor" auf mediawiki.org zu sehen
Aktueller Stand (September 2014) des „VisualEditor“ auf mediawiki.org zu sehen

Dennoch ist das Projekt bis heute in der Wikimedia-Community sehr umstritten. Dazu trug bei, dass die Einführung des Editors zu großen Komplikationen geführt hat. Der Editor war bei der ersten Implementierung einfach noch nicht einsatzbereit.

Die Skepsis in der Community gegenüber dem Editor hat aber auch damit zu tun, dass mit dessen zunehmender Nutzung der Wikitext weitgehend entfallen dürfte. Was für den einen eine tolle Möglichkeit ist, bedeutet für den anderen den Verlust von Gestaltungsmöglichkeiten. Denn bislang kann man mit Bordmitteln des Wikis viele kleine Tools bauen (zum Beispiel Vorlagen oder Überblickslisten). Auch das Setzen einfacher Formatierungen ist für geübte Wikitext-Kenner wesentlich effektiver.

Doch über die Zeit bewirkte der Wiki-Code, der das Bearbeiten einfacher machen sollte, das schiere Gegenteil. Weiterlesen

MediaWiki – Eine Software auf dem Sprung in die Zukunft. Teil 1/3: Skinning, Mobile, Dialoge

Es tut sich viel, rund um MediaWiki. Seit über einem Jahr wird die Weiterentwicklung der Software erkennbar mutiger. Es wird spannend! Gerade in 2015 werden wir viele der Veränderungen sehen, an denen bislang im Hintergrund gearbeitet wurde. Und in nur wenigen Jahren wird das System mit dem MediaWiki von heute nicht mehr vergleichbar sein. Sowohl die technische Architektur als auch die Benutzerführung wird neu überdacht und den neuen Erwartungen der Nutzer angepasst. Wir wollen kurz die wichtigsten Entwicklungsprojekte vorstellen.

Die neuen Impulse in der MediaWiki-Entwicklung kommen in erster Linie von der Wikimedia Foundation (WMF), also der Betreiberin von Wikipedia und ihren Schwesterprojekten. Die Foundation sieht ihre künftige Kernaufgabe in der Softwareentwicklung und will diesen Bereich personell stark ausbauen. Die neue Geschäftsführerin der Foundation, Lila Tretikov, kündigte im Oktober 2014 an, dass der große Teil der Investitionen in die Produktentwicklung und Softwareentwicklung fließen wird. Und hier hat vor allem der Ausbau der mobilen Funktionalitäten Priorität (siehe hierzu den Beitrag von James Temple).

Skinning – Mehr Überblick

Für den normalen Nutzer werden die Änderungen vor allem beim Design der Wikipedia sichtbar. In naher Zukunft wird der neue Skin „Winter“ implementiert. Man kann sich bereits einen interaktiven Prototyp im Web anschauen.

 

Das Vector Interface Design "Winter" (Version 0.6, Stand 10/2014)
Das Vector Interface Design „Winter“ (Version 0.6, Stand 10/2014)

 

Ein großes Redesign, wie es noch mit der Studie zum Skin Athena angedacht war, wird offenbar nicht mehr angestrebt. Aber das Erscheinungsbild der Wikipedia und damit auch der Standardsoftware MediaWiki wird trotzdem wesentlich übersichtlicher, moderner und konsistenter. Das neue Design soll zum Mitmachen einladen, Abläufe vereinfachen und mehr Orientierung schaffen. Die klassischen Funktionen – editieren, diskutieren, unterschiedliche Versionen vergleichen u.a.m. – treten stärker in den Vordergrund und werden übersichtlicher. Und viele bisher eher versteckte Funktionen werden eleganter in den Skin eingebunden.

Visuell attraktiver wird die Wikipedia, und damit auch MediaWiki, durch die Erweiterung MediaViewer. Damit lassen sich Bildquellen besser und größer darstellen. Außerdem kann man sich nun durch die Bilder eines Artikels klicken.

Mobiles Frontend

Die MediaWiki-Entwickler setzen beim Skinning nicht auf Responsive Design, sondern bieten eine eigene Oberfläche mit dem Namen MobileFrontend an, die ständig weiterentwickelt wird. Wohin die Entwicklungen im Bereich Mobile gehen, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht ersichtlich. Zu erwarten ist jedoch, dass die Bearbeitung und Wartung von Texten, Uploads und Kommunikation der Nutzer untereinander ausgebaut werden.

Artikelansicht über den Mobile Skin
Artikelansicht über den Mobile Skin

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