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MediaWiki – Eine Software auf dem Sprung in die Zukunft. Teil 1/3: Skinning, Mobile, Dialoge

Es tut sich viel, rund um MediaWiki. Seit über einem Jahr wird die Weiterentwicklung der Software erkennbar mutiger. Es wird spannend! Gerade in 2015 werden wir viele der Veränderungen sehen, an denen bislang im Hintergrund gearbeitet wurde. Und in nur wenigen Jahren wird das System mit dem MediaWiki von heute nicht mehr vergleichbar sein. Sowohl die technische Architektur als auch die Benutzerführung wird neu überdacht und den neuen Erwartungen der Nutzer angepasst. Wir wollen kurz die wichtigsten Entwicklungsprojekte vorstellen.

Die neuen Impulse in der MediaWiki-Entwicklung kommen in erster Linie von der Wikimedia Foundation (WMF), also der Betreiberin von Wikipedia und ihren Schwesterprojekten. Die Foundation sieht ihre künftige Kernaufgabe in der Softwareentwicklung und will diesen Bereich personell stark ausbauen. Die neue Geschäftsführerin der Foundation, Lila Tretikov, kündigte im Oktober 2014 an, dass der große Teil der Investitionen in die Produktentwicklung und Softwareentwicklung fließen wird. Und hier hat vor allem der Ausbau der mobilen Funktionalitäten Priorität (siehe hierzu den Beitrag von James Temple).

Skinning – Mehr Überblick

Für den normalen Nutzer werden die Änderungen vor allem beim Design der Wikipedia sichtbar. In naher Zukunft wird der neue Skin „Winter“ implementiert. Man kann sich bereits einen interaktiven Prototyp im Web anschauen.

 

Das Vector Interface Design "Winter" (Version 0.6, Stand 10/2014)
Das Vector Interface Design „Winter“ (Version 0.6, Stand 10/2014)

 

Ein großes Redesign, wie es noch mit der Studie zum Skin Athena angedacht war, wird offenbar nicht mehr angestrebt. Aber das Erscheinungsbild der Wikipedia und damit auch der Standardsoftware MediaWiki wird trotzdem wesentlich übersichtlicher, moderner und konsistenter. Das neue Design soll zum Mitmachen einladen, Abläufe vereinfachen und mehr Orientierung schaffen. Die klassischen Funktionen – editieren, diskutieren, unterschiedliche Versionen vergleichen u.a.m. – treten stärker in den Vordergrund und werden übersichtlicher. Und viele bisher eher versteckte Funktionen werden eleganter in den Skin eingebunden.

Visuell attraktiver wird die Wikipedia, und damit auch MediaWiki, durch die Erweiterung MediaViewer. Damit lassen sich Bildquellen besser und größer darstellen. Außerdem kann man sich nun durch die Bilder eines Artikels klicken.

Mobiles Frontend

Die MediaWiki-Entwickler setzen beim Skinning nicht auf Responsive Design, sondern bieten eine eigene Oberfläche mit dem Namen MobileFrontend an, die ständig weiterentwickelt wird. Wohin die Entwicklungen im Bereich Mobile gehen, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht ersichtlich. Zu erwarten ist jedoch, dass die Bearbeitung und Wartung von Texten, Uploads und Kommunikation der Nutzer untereinander ausgebaut werden.

Artikelansicht über den Mobile Skin
Artikelansicht über den Mobile Skin

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JWiki – das Joomla Wiki

JWiki-LogoZwei der besten Open Source Anwendungen, Joomla und MediaWiki, werden mit JWiki zusammengeführt. 2012 hatte die Hallo Welt! – Medienwerkstatt bereits das erste JWiki veröffentlicht. Die Nachfrage nach einer Joomla Wiki Extension war so groß, dass wir uns nun entschlossen haben doch die Mühen auf uns zu nehmen und eine aktualisierte Version herauszubringen.

MediaWiki 1.22. kann nun in Joomla! (empfohlene Version 3.3.3) als Komponente integriert werden. Das aktuelle JWiki in der Version 1.22.0 kann im BlueSpice Shop gegen einen kleinen Obulus erworben werden. Nutzer erhalten das Jwiki als getestete Software (inklusive des aktuellen MediaWiki 1.22) mit einer ausführlichen Installations- und Anwendungsanleitung als Download.

Update (2019): JWiki wird nicht mehr ausgeliefert.

Was ist JWiki?

JWiki bringt das Content Management System Joomla! mit dem Kollaborationstool MediaWiki zusammen. Internetseiten können so eine Wissensplattform integrieren und aufbauen. Joomla! ist bekannt für seine Erweiterbarkeit mit Komponenten und Extensions – das JWiki stellt also eine von vielen Komponenten dar, mit denen das Joomla! erweitert werden kann.  Dabei wird JWiki als Komponente im Backend des Joomla eingefügt. Anschließend stehen alle Funktionen des aktuellen MediaWiki zur Verfügung. Durch die Integration können Webseiten mit Wissensplattformen ergänzt bzw. erweitert werden. In diesen offenen Bereichen können sich Besucher beteiligen und durch flache Hierarchien können Ideen weiterentwickelt und gemeinsam an Wissen und Dokumentationen gearbeitet werden.

Für weitere Ausführungen verweisen wir auf den Artikel, den wir im Content Manager veröffentlicht hatten. Hier werden Unterschiede, Nutzen und Anwendung näher erläutert, sowie erste Schritte wie Sie die Komponente verwenden können.

Wiki Editor unter der Lupe – visuelle Editoren (WYSIWYG) für MediaWiki im Vergleich

WYSIWYG (What You See Is What You Get): Der Visuelle Editor ermöglicht das Schreiben und Formatieren im Wiki ohne Wikicode-Zeichen. In Marktingtexten liest man hin und wieder „Schreiben wie in Word“, doch das weckt ehrlicherweise oft falsche Erwartungen seitens der Nutzer. Schließlich darf man nicht vergessen, dass es sich nach wie vor um ein browserbasiertes System handelt. Dennoch erleichtern die Visuellen Editoren das Schreiben und Formatieren im Wiki ungemein.

So warteten die Schreiberlinge in der Wikipedia (die ja mit der Wiki Engine „MediaWiki“ läuft) schon lange auf ein solches Angebot. Trotz vieler Initiativen mussten Wikipedianer bis vor Kurzem ohne visuellen Editor ihr Wissen in die Artikel hacken. Doch nun steht in den Wikimedia Projekten der visuelle Editor (Extension: VisualEditor) als Beta zur Verfügung. Dieser wird wöchentlich aktualisiert und kann meist optional von den Nutzern aktiviert werden.

Im Folgenden werden drei Editoren vorgestellt. Es sind zwar weitere Editorerweiterungen z.B. auf mediawiki.org verzeichnet, allerdings sind die meisten abgebrochen oder zumindest nicht mehr aktiv weiterverfolgt worden. (Für eine vergrößerte Darstellung der Screenshots, bitte einfach auf das jeweilige Bild klicken).

Extension: Wiki Editor

Der aktuelle Editor in der Wikipedia (MediaWiki) - Stand September 2014
Der aktuelle Editor in der Wikipedia (MediaWiki) – Stand September 2014

Diese Erweiterung wird derzeit noch in den Wikipedias eingesetzt und ab MediaWiki 1.18 und höher ausgeliefert, um das Editieren etwas zu erleichtern. Die wesentliche Funktionalität ist, dass per Knopfdruck Wikicode-Zeichen eingefügt werden, die dann nur noch angepasst werden müssen. Man muss sich zwar dann den Code nicht merken, aber man muss ihn trotzdem verstehen. Es ist also nur eine bedingte Erleichterung und eigentlich kein echter WYSIWYG.

Extension: Visual Editor

Aktueller Stand (September 2014) des "VisualEditor" auf mediawiki.org zu sehen
Aktueller Stand (September 2014) des „VisualEditor“ auf mediawiki.org zu sehen

In MediaWiki gibt es also derzeit keinen visuellen Editor, der mitgeliefert wird. Doch auf der Entwicklerplattform „mediawiki.org“ gibt es eine Entwicklerinitiative für einen Rich-Text-Editor für MediaWiki. Auf dieser Plattform selbst läuft auch seit 2013 eine erste Beta-Version mit einigen wesentlichen Funktionen, die allerdings auf den spezifischen Nutzen des Wikimedia-Projektes „Wikipedia“ ausgerichtet ist. Dieser Editor ist nun auch auf allen Wikipedia als Beta-Feature für angemeldete Nutzer verfügbar.
Der Editor macht soweit einen ganz guten Eindruck, auch wenn das „Beta“ doch noch stark bemerkbar ist und auch wesentliche Funktionen wie  z.B.  die Tabellenfunktionen fehlen – für mich ein Hauptargument für einen WYSIWYG-Editor. Hier ein kurzer Einblick in ein paar ausgewählte Funktionen, die ich in meiner alltäglichen Arbeit brauche: Weiterlesen

MediaWiki Templates: Boxen zur Hervorhebung von Inhalten und Textbausteine zum Aktionsaufruf

Wikis sind oft sehr textlastig und Inhalte wirken für Leser daher oft unübersichtlich. Zudem sind Wikigärtner meist diejenigen, die für die Wartung der Inhalte hauptverantwortlich sind und die Aufgabe haben, ihre Kollegen zum Mitmachen zu motivieren. Um etwas an diesen Zuständen zu ändern und Wikigärtner zu unterstützen, können nun in jedem BlueSpice und MediaWiki Templates eingesetzt werden:

1. Wiki Gärtner Boxen für Aktionsaufrufe: Dieses MediaWiki Templates ist aus der Wikipedia bekannt. Nutzer werden gezielt auf Arbeitsschritte hingewiesen und Qualität lässt sich so gemeinsam verbessern. Sie werden am Kopf des Artikels eingefügt.

2. Content Highlight Boxen für die Hervorhebung von Inhalten: Mit den farbigen Elementen lassen sich Inhalte besser strukturieren, sehen ansprechender aus und heben Wichtiges hervor. Diese Boxen sind Inhaltselemente und werden passend im Artikel platziert.

Wikigärtner Box am Kopf des Artikel mit Aufruf den Artikel zu aktualisieren und die Hervorhebung eines Tipps im Text mit einer Content Highlight Box.
Wikigärtner Box am Kopf des Artikel mit Aufruf den Artikel zu aktualisieren und die Hervorhebung eines Tipps im Text mit einer Content Highlight Box.

Templates für Wiki Gärtner – so aktivieren Sie Ihre Kollegen

In der Wikipedia gibt es sie schon lange  – die Textbausteine für die Qualitätssicherung und Wartung. Administratoren und andere Wikipedianer kennzeichnen damit Mängel, aber heben auch gute Artikel hervor. Weiterlesen

Über BlueSpice, MediaWiki und die Perspektiven des freien Wissens

BlueSpice for MediaWiki ist ein kommerzielles Projekt. Der Plan, eine Enterprise Distribution für MediaWiki zu entwickeln wird ganz wesentlich von dem Gedanken getrieben, Gewinne zu erzielen und Jobs zu schaffen.

Dennoch ist es an der Zeit, ein paar Worte über andere Aspekte des BlueSpice-Projekts sprechen. Denn BlueSpice ist auch ein Projekt, das die Entwicklung von MediaWiki und den Aufbau freier Wissensplattformen im Web anschieben soll.

Ich greife einmal drei Aspekte heraus.

1. Wikis sind die künftigen Wissensspeicher der Gesellschaft und BlueSpice soll einen Beitrag dazu leisten

Eine offene Gesellschaft braucht Orte, an denen sie ihr Wissen sammelt, ordnet und kartographiert. Das Gedächtnis einer Gesellschaft wird man künftig im Web finden. Wie wichtig dieses Gedächtnis ist, zeigen die politischen Wikis. Lobbypedia und ihr englisches Vorbild powerbase von spinwatch sind da zwei gute Beispiele. Dort sammeln NGOs Informationen über Lobbyisten, Politiker und Organisationen, um Netzwerke und Strategien transparent zu machen und für Recherchen zur Verfügung zu stellen. Auch Think Tank Network Research ist ein dazu vergleichbares Forschungsprojekt. Die Liste könnte ich beliebig verlängern. Weiterlesen

BlueSpice (for MediaWiki) Version 2 ist da – die zehn wichtigsten Neuerungen

BlueSpice 2.22.0 ist als stable da und die freie Version kann über Sourceforge.net heruntergeladen werden.
Im Helpdesk finden Sie die Installationsanleitung und die Release Notes.

Ganz offensichtlich ist das Facelift, das wir BlueSpice verpasst haben. Wir haben dabei versucht, aus unseren Erfahrungen und denen unserer Kunden zu lernen. Deshalb sind einige Elemente stark verändert worden, einige (fast) genauso geblieben. Ziel war es, das Design flexibel zu gestalten und störende Elemente wie die WidgetBar, die immer wieder Inhalte überdeckt hat, so zu verändern, dass sie das Arbeiten nicht behindern, sondern unterstützen.

Weniger offensichtlich, dafür grundlegend, ist im Übrigen der Umbau der Architektur zu einer „echten“ MediaWiki-Extension. Das fällt insbesondere Administratoren auf, die sich mit MediaWiki gut auskennen. Denn BlueSpice kann nun wie eine „normale“ MediaWiki-Extension behandelt werden, d.h. Erfahrungen mit MediaWiki können nun auf BlueSpice angewandt werden.

Neben diesen grundlegenden Änderungen gibt es natürlich auch in diesem Release viele neue Funktionen, die das alltägliche Arbeiten mit BlueSpice unterstützen.

Viel Neues also, womit man sich erst mal zurecht finden muss.

Damit Sie eine schnellere Orientierung bekommen, haben wir mal die, unserer Meinung nach, zehn wichtigsten Neuerungen der neuen BlueSpice Version 2 für Sie zusammengestellt:

1. Der neue Skin – das Layout mal so richtig aufgeräumt
Wie oben bereits erwähnt, wollten wir erreichen, dass das Layout luftiger und flexibler wird. Fangen wir links an: die dreiteilige Navigation hat sich bewährt, aber nimmt doch recht viel Platz ein. Nun können die Menüpunkte dort mit Icons versehen werden, so registriert das Gehirn schneller worum es eigentlich geht. Außerdem hat dies den Vorteil, dass die Navigation nun „zusammengeklappt“ werden kann. Ein Klick auf die dunkelblauen Pfeile bewirkt, dass sich die Navigation verkleinert und sich der Inhaltsbereich dadurch vergrößert.

Die dreiteilige Navigation kann auf- und zugeklappt werden.
Die dreiteilige Navigation kann auf- und zugeklappt werden.

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Eindrücke von der SMWCon Fall 2013

Seit meinem Besuch auf der SMWCon in Berlin ist nun fast eine Woche vergangen. Zeit genug, um die Eindrücke der Konferenz zu verarbeiten und zu teilen.

Eins vorweg: Benedikt Kämpgen, Yuri Katkov und Karsten Hoffmeyer und ihr Team haben ganze Arbeit geleistet! Es war mein erster Besuch einer SMWCon, daher kann ich keinen Vergleich zu vorherigen Veranstaltungen dieser Reihe ziehen, aber ich war sehr zufrieden mit dem „Line up“ der Talks. Viele hochkarätige Sprecher machten die Konferenz für mich zu einem inspirierenden Ereignis.

Den zwei Konferenztagen vorgeschaltet war ein „Tutorial day“ an dem interessierte Entwickler Anleitung zur Arbeit mit Semantic MediaWiki und MediaWiki im allgemeinen erhalten konnten. Obwohl es aufgrund der sehr großen Teilnehmerzahl stellenweise recht kuschelig wurde konnte man eine Menge Know-How von professionellen MediaWiki-Entwicklern abgreifen. Ich selbst habe hauptsächlich am „Developer track“ teilgenommen und dadurch leider so manches interessantes Thema des „User track“ verpasst. Aber man kann sich ja dummerweise nicht zweiteilen.

Während der zwei „Conference days“ konnte ich dann wichtige Informationen über die weitere Entwicklung von SMW, den Stand beim Wikidata Projekt und Business Process Management mit SMW sammeln. Weitere Highlights waren mit Sicherheit Joel Natividad’s NYCPedia Showcase, die Breaking News Detection von Thomas Steiner (Google),  sowie Bernhard Krabina über SMW im Public Sector. Sehr gefreut habe ich mich auch darüber, dass Wojtek Breiter vom KIT sich in seiner Diplomarbeit mit ACL-Konzepten/Erweiterungen für (Semantic) MediaWiki auseinandersetzen möchte. Ich erwarte deine Ergebnisse mit großer Spannung, Wojtek!

Auch nicht unerwähnt sollte natürlich bleiben, dass ich zusammen mit Markus ebenfalls einen Talk beigesteuert habe. Ich hoffe wir konnten mit unseren Erfahrungen aus dem FeatureMatrix Projekt anderen Wikidata-Interessierten ein wenig weiterhelfen.

Ich freue mich schon auf die nächste SMWCon!

MediaWiki: Die wichtigsten Extensions gegen Spam

Gerade öffentliche Wikis kämpfen mit Spamattacken und Fakeaccounts. Geht es aber um Missbrauch offener Systeme, ist die Wikipedia am härtesten betroffen: Die Online-Enzyklopädie muss nicht nur massenweise leere Benutzer-Accounts und Werbebeiträge abwehren, ihr setzen auch unzählige Trolle und Vandalen zu.

Ohne technische Schutzmaßnahmen wären die Administratoren und Helfer der Wikipedia schnell überfordert.  Deswegen gibt es gerade für die Software MediaWiki eine Vielzahl hilfreicher Erweiterungen, mit denen sich die Spammerei im Griff behalten lässt.

Wir haben hier die wichtigsten Erweiterungen und Maßnahmen zusammengeschrieben, mit denen man ungeliebtem elektronischen Müll loswerden und sogar präventiv entgegenwirken kann: Weiterlesen

Hallo Welt! unterstützt ab jetzt das MediaWiki-Releasemanagement

Die Wikimedia Foundation (WMF) plante seit einiger Zeit, das Releasemanagement von MediaWiki an einen Dienstleister zu übergeben. Ende Mai 2013 veröffentlichte die WMF ein Request for Proposal und bat um Bewerbungen für diese Aufgabe.

Letzte Woche fiel schließlich die Entscheidung: Das Paper von Mark Hershberger (NicheWork LLC) und Markus Glaser (Hallo Welt! – Medienwerkstatt GmbH) machte das Rennen.

Mark Hershberger (CC BY-SA 3.0)

Das MediaWiki-Releasemanagement ist eine sehr reizvolle Aufgabe. Schließlich geht es um die tausendfache Nutzung von MediaWiki außerhalb der großen Wikimedia-Projekte. Die Medienwerkstatt kümmert sich schon lange um diese Nutzergruppe und kann das jetzt mit neuer Energie weiterverfolgen.

Auf die Zusammenarbeit mit NicheWork freuen wir uns nicht nur inhaltlich, sondern auch persönlich. Mark Hershberger ist ein langjähriges und äußerst erfahrenes Mitglied der Entwickler-Community. Unter anderem war er der erste MediaWiki-Bugmeister.
Und in den vergangenen Jahren ergaben sich immer wieder Kooperationen mit Mark in der MediaWiki-Community. Eine Basis, auf der wir nun aufbauen können.

Zusammen mit NicheWork wird es zunächst darum gehen, die kommenden Releases für die MediaWiki-Community sicherzustellen. Darüber hinaus sollen künftig die Anforderungen von Third-Party-Nutzern (also Nutzern außerhalb von Wikimedia) stärker berücksichtigt werden.

Offizielle Bekanntgabe der Wikimedia Foundation.

Corporate Wiki – Wie Unternehmen mit Mehrsprachigkeit im Wiki umgehen (u.a. Fallstudie Hager Group)

Von Anja Ebersbach und Markus Glaser
Im ersten Teil unseres Themenschwerpunktes „Mehrsprachigkeit in Wikis“ haben sich unsere Kollegen der allgemeinen Frage gewidmet „Mehrsprachigkeit in einem Enterprise Wiki – Internationalität als Hürde bei MediaWiki?„. Wir wollen nun konkrete Beispiele aus den Erfahrungen mit unseren Kunden ergänzen. Insbesondere dient die Hager Group als Fallbeispiel.

Übersetzung vs. Lokalisierung kollaborativ erstellter Inhalte

In international aufgestellten Firmen ist es üblich, eine offizielle Sprache, meist Englisch, zu verwenden. Eine firmenweite Sprache ist grundsätzlich nötig, um eine reibungslose Kommunikation zwischen den Standorten zu ermöglichen. Im Kontext des Wissensmanagements besteht ein Vorteil auch darin, dass der Aufwand für Pflege der Inhalte begrenzt bleibt, der ansonsten von Übersetzungsbüros oder durch entsprechend motiviertes Personal aufgefangen werden muss.

Für kollaborativ erstellte Inhalte ergeben sich jedoch einige Herausforderungen:

  • Die Nutzer sind nicht ausreichend sicher in der Verschriftlichung der Firmensprache. Dadurch ergeben sich zusätzliche Schreibhürden, die den kollaborativen Prozess entscheidend stören können.
  • Wissen ist teilweise lokalisiert und nicht für verschiedene Länder verallgemeinerbar. Ein Beispiel sind rechtliche Vorschriften wie das deutsche Gleichstellungsgesetz.
  • Die Normierung auf eine Sprache erfolgt unter Umständen nicht freiwillig, sondern aus Sachzwängen oder per Management-Direktive.
  • Es sind ungewollte Desintegrationstendenzen feststellbar: Diejenigen, die nicht sicher oder selbstbewusst genug im Englischen sind, werden ausgeschlossen. Dadurch kommt es zu einer Festigung von Hierarchien und Machtstrukturen.

Aus unserer Erfahrung mit diversen Projekten zeigt sich, dass die Mehrsprachigkeit bei der Einführung von Wikis immer ein großes Thema ist. Inhalte in der eigenen Sprache bieten einen inhaltlich „individuellen“, niederschwelligen Einstieg und berücksichtigen die sozio-kulturellen Kontexte der Nutzer.

Im Hinblick auf die Inhalte ist zwischen zwei Formen der Internationalisierung zu unterscheiden: Entweder die Inhalte beschreiben den gleichen Sachverhalt und werden zwischen den Sprachen übertragen (Übersetzung), oder die verschiedensprachigen Artikel sind nicht deckungsgleich, sondern landesspezifisch angepasst (Lokalisierung).

Beispiele für die drei Standardlösungen

Im Bereich der Wikis können drei Patterns ausgemacht werden, mit deren Hilfe diese Problematik angegangen wird: Weiterlesen