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Open Culture? – Die rechtlichen Möglichkeiten digitalisierter Noten

Dr. Christian Kuntze auf dem Symposion "Freie Noten im Internet!?"
Dr. Christian Kuntze auf dem Symposion „Freie Noten im Internet!?“

Auf dem Symposion „Freie Noten im Internet!?“ sprach der Münchner Fachanwalt für Urheber- u. Medienrecht Dr. Christian Kuntze (Kanzlei Kuntze Mayer & Partner) über die rechtliche Situation im Umgang mit Musiknoten und bewertete die Chancen eines Musikwikis.

Kuntze skizzierte die allgemeinen urheberrechtlichen Grundlagen und machte dann deutlich, dass Musiknoten oft noch stärkeren Restriktionen unterworfen sind, als Musikaufnahmen. Musiknoten dürfen zwar aufgeschrieben, aber nicht kopiert werden. Konkret dürfe man Musiknoten nicht einmal zu Hause auf dem eigenen Drucker für private Zwecke ausdrucken, während bei Tonquellen private Kopien erlaubt seien: „Alle Änderungen und Vervielfältigungen benötigen die Zustimmung des Verlags und der Komponisten“, so Kuntze.

Dahinter stecke natürlich die Angst der Verlage, deren Notenbücher auch durch den privaten Ausdruck völlig entwertet werden. Und diese machten politischen Druck, der dann zu entsprechenden Gesetzen führte. Wenn Musiknoten nun auch noch auf öffentlichen Wikiplattformen zu finden sind, werde die Lage für Verlage zwangsläufig noch schwieriger und es sei mit entsprechendem Widerstand zu rechnen.

Umgekehrt sei auch klar:

  • Ein strenges Copyright begünstigt Medienunternehmen und benachteilige Urheber und Kreative.
  • Ein strenges Copyright verhindert die Entwicklung freier Kultur.

Die Lösung dieses Dilemmas sei hier nur ein neuer, fairer Umgang miteinander. Hier setzt Christian Kuntze vor allem auf eine neue Generation junger und vertraglich noch ungebundener Musikerinnen und Musiker.

Ein Musikwiki könnte eine ideale Plattform für jene Musiker sein, die ihre Werke selbst verwerten möchten, und die ihre Rechte nicht komplett abgeben wollen oder müssen.  Ein Musikwiki könnte zusammen mit den Verlagen – und angestoßen von den Komponisten – neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Kuntze ermutigte am Ende die Anwesenden: Alle Rechte sind ja frei verhandelbar. „Und wenn wir ein vernünftiges Umgehen miteinander haben, dann ist die Welt wieder gut.“

Musikwiki – Neue Möglichkeiten für Verlage und Komponisten

Dr. Markus Neuschäfer auf dem Symposion "Freie Noten im Internet!?"
Dr. Markus Neuschäfer auf dem Symposion „Freie Noten im Internet!?“

Dr. Markus Neuschäfer ist Business Development Manager bei epubli GmbH, einer Selfpublishing-Plattform. Er nahm am Musikwiki-Symposion am 17.März 2014 in Alteglofsheim teil und hielt einen Vortrag über „eBooks and Friends. Neue Verwertungsmöglichkeiten für Verlage und Komponisten“. Wir baten ihn nach der Veranstaltung seinen Standpunkt noch einmal zusammenzufassen.

„Ich habe einige Verwertungsmöglichkeiten vorgestellt, die u.a. aus Chris Andersons Buch „Free – Kostenlos. Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets.“ entnommen sind. Ich denke, Musiker können von Musikwikis wie von anderen kostenlosen Verwertungsmöglichkeiten profitieren, indem sie einen Teil ihrer Angebote freistellen und ihre Musik kostenlos anbieten. Es wäre als Subventionierung zu verstehen, wenn ein kleiner Teil freigegeben wird.

Von unseren Selbstpublishing-Autoren beobachten wir, dass es vor allem ein Marathon ist und kein Sprint, dass es vor allen Dingen darauf ankommt, als selbstständiger Künstler ein Publikum zu schaffen und im Kontakt mit dem Publikum die eigene Marke zu entwickeln. Das sehen wir bei eBook-Autoren, bei Print-Autoren und auch bei Musikern. Weiterlesen

Von Musiklehrern, Chorleitern, Bands und Musikensembles: Die Hürden im Umgang mit freien Noten

Markus Dankesreiter vom Heartchor in Regensburg
Markus Dankesreiter vom Heart Chor in Regensburg

Der Heart Chor in Regensburg hat viele kleinere Veranstaltungen und alle zwei bis drei Jahre größere Veranstaltungen, bei denen auch Schauspieler vom Theater Regensburg mitmachen. Das Heart Chor Ensemble singt auch auf Hochzeiten.  Das Repertoire ist vielfältig und reicht von Pop-Balladen über geistliche Gesänge, romantische Stücke bis hin zu jazzigen Arrangements. Der Heart Chor ist als Verein organisiert.

Richard Heigl führte beim Symposion „Freie Noten im Internet!?“ ein Interview mit Chorleiter Markus Dankesreiter über die bisherigen Hürden und zukünftige Wünsche von Chorleitern im Umgang mit Noten. Weiterlesen

Musikwiki – Drei Gedanken zur Rolle und Strategie des Projekts

Auf dem Symposion „Freie Noten im Internet“ hatte ich die Aufgabe, kurz das Projekt „Musikwiki“ vorzustellen. Hier sind noch einmal meine Folien.

Auf dem Symposion gewannen die Teilnehmer einen ersten Eindruck vom Prototypen. So dass man ein Musikwiki schon einmal in Aktion sehen konnte. Und im Anschluss ging es um die Darstellung zentraler Ansätze und Annahmen des Musikwiki-Projekts. Und hier sind mir drei Punkte sehr wichtig. Weiterlesen

Das Web verändert auch die Musikwelt: Gunter Dueck im Interview

Vor wenigen Wochen organisierten wir das kleine Symposion „Freie Noten im Internet!?“ Wer nicht dabei war, hat echt was verpasst. Wir möchten hier im Blog wenigstens ein paar Eindrücke und Inhalte publizieren.

Als erstes hielt der Ex-IBM-Manager und Vordenker der digitalen Gesellschaft Gunter Dueck die Keynote. Dueck ist Mit-Initiator des Musik-Wiki-Projekts der Hallo Welt! – Publishing. Wir haben ihn im Anschluss interviewed, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Dueck betont, dass das Netz fantastische Möglichkeiten für diejenigen bereithält, die es nutzen. Es schafft aber auch große Probleme für diejenigen, die bisher die Inhalte bereitgestellt haben. Diese Probleme werden aber auf Dauer so nicht bestehen bleiben. Alle Beteiligte würden jetzt eine schwierige Mutation durchmachen. „Die Berufe arrangieren sich neu“, so Dueck. Und man müsse auch verstehen, dass dieser Wandel für viele schon nicht einfach ist, weil sie ihren Beruf als Heimat verlieren.

Wo die Entwicklung genau hingeht, kann aber auch Gunter Dueck nicht sagen. Wie das Web die Musikwelt genau verändert sei nämlich erst noch herauszukriegen. Dueck sieht darin eine Gestaltungsaufgabe. Und in diesem Gestaltungsprozess gelte es, flexibel zu sein und vor allem die Herangehensweise zu ändern: So würde beispielsweise das Musikwiki zunächst Musiknoten frei ins Internet stellen und die technischen Kinderkrankheiten beseitigen. Dann müsse man aber vor allem schauen, wie das Wiki anderen Leuten weiterhelfen kann. Bereits auf dem Symposion kann man lernen, was gerade gebraucht wird. Es komme jetzt darauf an, ganz genau zuzuhören.

Nur so kann in Duecks Augen ein derartiges Projekt zum Erfolg werden. „Denn letztlich steht und fällt ein Musikwiki mit der Mitarbeit“. Ideal wäre eine Plattform, die ein Anlaufspunkt für Enthusiasten sein kann. Dueck hofft, dass es den Initiatoren gelingt, den Ton zu treffen.

Musik, Noten und Wikis – Das Symposion 2014!

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Jetzt vormerken: Das Symposion „Freie Noten“ richtet sich an alle, die sich professionell mit Musik beschäftigen und sich für Innovationen, Web und Musik interessieren.

Die Idee ist faszinierend: Was passiert, wenn wir nach dem Vorbild der Wikipedia ein Musik-Wiki aufbauen? Was ist, wenn man auf dieser neuartigen Plattform so gut wie alle Musiknoten der Welt findet und alle Lyrics und Komponisteninformationen bekommt? Und das so umfassend, wie es in der Wikipedia mit Wörtern und Begriffen begann?

Wer etwas spielen, singen oder üben will, soll alles im Musik-Wiki finden. Wer etwas komponiert hat, stellt seine Kompositionen dort vor. Stars ermöglichen ihren Fans, die Texte ihrer Songs zu lernen, nachzusingen, nachzuspielen oder Karaoke aufzuführen. Chorleiter bearbeiten Stücke und stellen ihre Bearbeitungen anderen im Netz zu Verfügung.

Doch auf dem Weg dahin gilt es Hürden zu nehmen: Es geht um Technik, um Rechte und Lizenzen. Aber auch um neue Geschäftsmodelle. Weiterlesen