Die Beschaffenheit eines Wiki Pilot Teams

Q: U.S. Navy, Wikimedia Commons, Lizenz: CC
Q: U.S. Navy, Wikimedia Commons, Lizenz: CC

Plaudern wir ein wenig aus dem Web 2.0-Nähkästchen: Der Erfolg eines Projekts hängt nicht zuletzt vom „Pilot Team“ ab, das, um im Bild zu bleiben, die Plattform „zum Fliegen“ bringen soll.

Ein Wiki zum Beispiel. Geht man von einer typischen Wiki-Implementation innerhalb eines Unternehmens aus, so läuft diese in Phasen ab, d.h. die Unternehmensmitarbeiter werden zu bestimmten Projektabschnitten in Gruppen in das Wiki eingeführt, die man wie folgt benennen kann:

Innovators: Hierbei handelt es sich um die Projektinitiatoren, die mit der Untersuchung der Mitarbeiteranforderungen, mit der Auswahl der Software, mit der Beantragung und Freigabe des entsprechenden Budgets und der Projektplanung betraut sind. Abhängig von der Unternehmensgröße, der Reichweite des geplanten Wikis und der Methode des Projektmanagements sind fünf bis zehn Mitarbeiter mit den betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Aufgaben des sogenannten Pre-Pilots für ca. ein halbes Jahr (mit unterschiedlicher Arbeitsbelastung) beschäftigt. Die „Haupt“-Verantwortlichen für den Betrieb des Wikis, also die Wissensmanager und ggfs. ihre Assistenten werden essentieller Teil des Pilot Teams.

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Dicke Bretter bohren

Wer die Internetseite von Hallo Welt! sieht, könnte den Eindruck bekommen, dass in Regensburg gerade nicht viel vorwärts geht. Nichts dergleichen: Wir werken gerade viel im Hintergrund.

Aktuell laufen natürlich diverse Kundenprojekte. Daneben bereiten wir zwei größere Eigenprojekte vor: unser Redesign 2010 und den ersten Release von blue note for MediaWiki. Das letztere ist die enterprisetaugliche Erweiterung von MediaWiki. Dazu wird es eine free Version geben. Mit dem Gedanken tragen wir uns ja schon lange. Jetzt wird er endlich Wirklichkeit. Dazu gibt es ein neues Design und neue Funktionalitäten. Auf der Cebit soll blue note präsentiert werden.

Daneben machen wir viel konzeptionelle Arbeit: Nächste Woche wird ein umfangreiches Pflichtenheft fertig und vor wenigen Tagen hatten wir einen zweitägigen Workshop für eine Bedarfsanalyse. Das werden zwei sehr spannende Projekte. In einem Fall geht es um die Bereitstellung von Firmen-Wissen in den Niederlassungen eines Maschinenbauers über den ganzen Globus hinweg. Das andere Projekt ist ein technisches Handbuch eines Versorgungsunternehmens.

Das heißt, es gibt mit Wikis nach wie vor viel zu tun. Und das vorallem in zwei Anwendungsfällen: Wikis als Portale und Wikis als Online-Dokumentationen.

Das klingt für Enterprise 2.0-Erfahrene alles sehr klassisch, aber wir haben nie behauptet, dass Wikis nur ein Hype sind. Die Durchsetzung dieser Technologie in Unternehmen, und das hießt auch immer die Durchsetzung der Web 2.0-Verfahren und Denkweisen, wird noch etliche Jahre beanspruchen. Organisationspolitisch sind da nicht selten sehr dicke Bretter zu bohren. Und da kommt die Medienwerkstatt gerade recht.

knowledgecamp 2009 – Eindrücke aus Karlsruhe

Das erste KnowledgeCamp fand letzte Woche in Karlsruhe statt und hat nicht nur bei mir Lust auf mehr gemacht. Ich unterteile meine Eindrücke mal auf die Organisation und die inhaltlichen Aspekte. Die Veranstalter (Karlheinz Pape und Simon Dückert) haben sich ins Zeug gelegt und eine reibungslose Veranstaltung auf die Beine gestellt. Man war immer gut informiert und kann von der Location bis hin zum Abendevent von einer runden Sache sprechen. Bei den Teilnehmern waren überwiegend barcamp newbies vertreten, aber die Stimmung war dennoch sehr schnell familiär und locker.

Bei den Sessions war eigentlich alles zum Thema Wissensmanagement vertreten. Angefangen von der Selbstorganisation über SCRUM, Kunst und Wissensmanagement, öffentliches Wissen (Stadtwikis) bis hin zur WM Vision 2100!

Es waren meist fünf Slots gleichzeitig belegt, so dass man leider auf einige interessante Themen verzichten musste… hier wäre es schön gewesen über eine Abstimmung Inhalte am zweiten Tag nochmal aufzugreifen.

Natürlich gab es aber auch interessante Erkenntnisse für mich. So kann ich mir gut vorstellen, dass die SCRUM Projektmethode gut zu uns passen könnte. Projekte werden in kleine, handliche Pakete definiert und die Einzelaufgaben werden skizzenhaft verbildlicht. Mit diesen übersichtlichen „Bröckchen“ kann man eigentlich nur noch Erfolge erzielen… wäre ja ne super Sache 😉 Die ganzen Zwischenergebnisse könnte man über Microblogging allen Mitarbeitern verfügbar machen. So erzeugt man ein Informationsrauschen, von dem andere Mitarbeiter profitieren können, wenn dadurch die 1:1 Kommunikation etwas aufgebrochen wird.

Apropos Aufbrechen… in diesem Zusammenhang gab es eine Session die uns über künstlerische Elemente das Mittel der „Dezentrierung“ näher gebracht hat. Wenn man also mal an einer Frage hängt oder einen Gedanken nicht weiterführen kann, sollte man eine Möglichkeit suchen, konstruktive Ablenkung zu finden (Musik, Malerei, Sport, Frühjahrsputz ;-)). Am Ende kommt man zum ursprünglichen Problem zurück und betrachtet es aus einer neuen Perspektive.

Damit komm ich auch wieder zum Anfang zurück… Das KnowledgeCamp hat so einige neue Ideen aufgebracht und meine Spannung auf das #gkc10 gesteigert 😉

IHK Darmstadt: Wikis in Unternehmen

Am 22. September2009 wurde an der IHK Darmstadt Bilanz gezogen: Welche Erfahrungen wurden mit Wikis in Unternehmen gemacht? Welche Konsequenzen sind zu ziehen? Von Firmen wie Merck (Wiki in einer Forschungsabteilung), Voith IS (Wiki mit Social Network) und Fraport (Skywiki) liegen positive Erfahrungsberichte und Ansätze vor. Auch das Wiki-Projekt der IHK Darmstadt ist eine Erfolgsgeschichte. Letztere setzt das Wiki als zentrale Intranetlösung ein.

Tenor der Beiträge war, dass die Einführung eines Wikis eine Managementaufgabe ist, für die Geld und Personal zur Verfügung stehen muss. Perspektivisch sehen wir von Hallo Welt! zwei Entwicklungen:

  • der Schwerpunkt der künftigen Entwicklung wird auf der inhatlichen Arbeit und Prozessorientierung liegen
  • Wissensmanagement wird noch mehr und radikaler  „bottom-up“ organisiert  werden müssen

Das soll jedoch nicht heißen, dass technisch nicht mehr zu tun wäre. Doch die technische Anpassung und Integration folgt immer weniger der Faszination, die von den technischen Spielmöglichkeiten ausgeht, sondern von den Anforderungen des betrieblichen Alltags.

Die Folien gibt es online zum Download.

Single-Sign-On am Active Directory mit Apache und mod_auth_kerb

Viele Netzbürger kennen das Problem: Jede ihrer Lieblingsseiten verlangt von neuem nach ihrer Benutzername-Passwort-Kombination.

Dies gilt analog auch in kleineren Intranets. Bekommt das Netzwerk Zuwachs in Form von neuen Benutzern, wird die Menge an Passwörtern auf den verschiedenen Servern schnell unübersichtlich. Viele Firmen setzen daher auf eine zentrale Benutzerverwaltung mittels Microsofts Active Directory. Das spart nicht nur dem Administrator Zeit und Nerven. Auch der Benutzer muss nicht mehr mit Passwörtern jonglieren, und ist wie durch Zauberhand netzinternen Webseiten und Diensten automatisch mit Namen bekannt.

Administratoren, die den „hauseigenen“ Webserver von Microsoft einsetzen sind hier fein raus: Der IIS arbeitet per Mausklick mit dem Active Directory zusammen. Unsere kurze Anleitung zeigt Ihnen, wie Single-Sign-On auch mit dem Apachen unter Unix klappt.

PDF: SSO_mit_mod_auth_kerb_v3

Kennen Sie Wikibu?

Screenshot Wikibu
Screenshot Wikibu

Bei meinem letzten Aufenthalt an der PH Bern habe ich von der Homepage Wikibu erfahren. Mit dem Projekt von Werner Hartmann vom Zentrum für Bildungsinformatik der PHBern kann man deutsche Wikipedia-Seiten auf ihre Qualität hin prüfen und bewerten lassen.

Die Handhabung ist kinderleicht: Geben Sie einfach den Namen des gewünschten Wikipedia-Artikels in dem angezeigten Formularfeld an. Auf der Basis bestimmter Bewertungskriterien, die man auch auf der Homepage von wikibu selbst nachvollziehen kann, wird dem Artikel eine bestimmte Anzahl an Punkten – maximal 10 – verliehen. Zudem „errechnet“ Wikibu die fünf Hauptautoren des Artikels und zeigt andere Artikel an, an denen sie ebenfalls mitgewirkt haben.

Die Entwickler des Tools, Nando Stöcklin und Michael Hielscher, betonen, dass die Wertung auf rein statistischen Erhebungen beruht und daher eine zusätzliche inhaltliche Prüfung unumgänglich ist. Dennoch ein sehr interessanter Ansatz für das erste Monitoring eines Artikels!

@ Tom Messerli:  Danke für den Tipp! ;o)

Seiten beleben mit Frequenzbringern

Handelsübliche Käsetheke. Q:Wikimedia Commons
Handelsübliche Käsetheke. Q:Wikimedia Commons

In ihrem Supermarkt gibt es eine Fleisch- und Käsetheke oder ein Kühlregal. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie zu diesen Orten, an denen verderbliche Ware verkauft werden, immer durch den ganzen Laden rennen müssen? Ja? Das ist natürlich Absicht. Im Wirtschaftsjargon nennt man das „Frequenzbringer“. Gemeint sind Waren im Sortiment, die besonders günstig sind („Lockangebote“) oder täglich neu eingekauft werden müssen. Sie werden so platziert, dass man an allen Regalen vorbei muss, und dann auf den ganzen anderen Kram stößt, dessen Kauf eigentlich nicht beabsichtigt war. Ein Frequenzbringer kann aber auch ein Bereich sein, in dem es immer Sonderangebote gibt, denken Sie an die bekannten Discounter. Weiterlesen

No Wiki is perfect

Mosaik. Biennale Venedig 2009
Mosaik. Biennale Venedig 2009

… und das ist gut so.

Nach zahlreichen Wiki-Anwenderschulungen, die ich im Firmenkontext veranstaltet habe, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass sich diese Software für Anfänger alles andere als intuitiv erweist. Zwar kennen viele User die Wikipedia, aber eben nur vom „Anschauen“ und „Lesen“. Wenn es darum geht, die aktive Mitarbeit im Wiki zu vermitteln, wird es für den Trainer zum Spießrutenlauf. Kommentare wie „Ich kann meine Seite nicht mehr finden!“, „Meine Änderungen sind verschwunden!“, „Warum muss ich denn so umständlich Tabellen programmieren?“ „In Word geht das viel einfacher!“ stehen auf der Tagesordnung. Weiterlesen

Mehr Kollaboration im MediaWiki

In seiner eben veröffentlichten Studie hat Alexaner Warta untersucht, welchen Einfluss die Wiki-Engine auf die Nutzung hat. Dazu wertete er 110 Unternehmenswikis aus, die mit der Software MediaWiki oder mit Confluence betrieben werden.

Im Ergebnis kann Warta zeigen, dass „die Voraussetzungen für Kollaboration in den untersuchten MediaWikis besser  zu sein“ scheinen. Die MediaWikis hatten mehr Ko-Autoren als die Confluence-Maschinen und in den MediaWikis werden die Artikel besser verlinkt.

Alexander Warta: Über den Einfluss der Wiki-Engine auf die Nutzung von Unternehmenswikis, in: Information Wissenschaft uind Praxis, 4/2009, 245ff.