Gemeinsam texten: Über den MediaWiki VisualEditor und simultanes Schreiben

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Biswarup Ganguly, Visitors are checking the Laptops at Infocom 2004, CC BY-SA 3.0 oder GFDL, via Wikimedia Commons

Mit BlueSpice 3 ersetzen wir unseren bisherigen VisualEditor durch den MediaWiki VisualEditor, den manche schon von Wikipedia her kennen. Das bringt Fragen mit sich, zum Beispiel: Warum wir jetzt wechseln, welches Potenzial der Editor hat und wie es um Real-time-editing steht.

Was bringt der neue VisualEditor?

BlueSpice 2 wird aktuell mit einem TinyMCE-Editor ausgeliefert. Das ist nach wie vor eine sehr gute Wahl. TinyMCE ist wahrscheinlich der am meisten verbaute HTML-Editor im Web. WordPress und viele andere Open-Source-Projekte verwenden diesen Editor.

Doch bei MediaWiki steht man mit jedem Editor, auch mit TinyMCE, vor einer besonderen Herausforderung. Editoren wie Tiny bieten zwar eine word-ähnliche Oberfläche (“Rich Text”) und wandeln die Eingabe in HTML. Für MediaWiki muss die Eingabe aber auch in Wiki-Code gewandelt werden. Und das bietet kein verfügbarer Editor. Die Herausforderung einen HTML-Editor auf MediaWiki anzupassen besteht darin, dass diese Umwandlung nicht eindeutig ist. Es gibt mehrere mögliche Varianten, um dasselbe zu erreichen. Und umgekehrt ist WikiText sehr fehlertolerant. Das heißt, es entspricht nicht zwingend den gängigen formalen Anforderungen für eine Konvertierung.

Trotzdem haben wir in den letzten Jahren immer weiter an einem Wiki-Code-Parser geschrieben, der diese Übersetzungsleistung erbringt. Mit der Auslieferung des MediaWiki VisualEditors entfällt diese sehr zeitraubende Arbeit und wir können uns endlich neuen Themen zuwenden.

Wir freuen uns also sehr darauf, mit BlueSpice 3 den neuen MediaWiki VisualEditor ausliefern zu können:

  • Der Editor ist nativ für MediaWiki entwickelt, basiert technologisch auf komplett anderen Verfahren als TinyMCE und ist direkt zugeschnitten und optimiert für den Einsatz mit MediaWikiText.
  • Dieser VisualEditor ist stabil und wird gegen die gesamte Wikipedia getestet. Die Entwickler haben einmal alle Artikel durch den Editor laufen lassen, um Fehler zu finden.
  • Es gibt viele Features, die wir uns schon lange gewünscht haben. So kann man zum Beispiel sehr bequem Vorlagen bearbeiten. Im Unterschied zur aktuellen Version in BlueSpice werden Vorlagen nicht nur als ein unbearbeitbarer Tag angezeigt, sondern man sieht die Vorlage im Bearbeitungsmodus so, wie sie auch publiziert aussieht. Und es wird noch besser: Man kann direkt aus dem Editor heraus die Inhalte in der jeweiligen Vorlage verändern. Man muss also nicht mehr in den Wiki-Code-Editor gehen. Das ist sehr komfortabel und wird die Nutzung von Vorlagen im Wiki grundlegend verändern und unterstützen. Denn bislang waren Vorlagen eine Funktion für Autoren mit vertieftem Wissen, da die Nutzung nicht unterstützt wurde und man Wikitext verstehen musste, um sie einsetzen zu können.

Leider ist die Tabellenbearbeitung noch nicht auf dem Stand, den wir uns vorstellen. Und es gibt einige Funktionen in BlueSpice, die wir gern ergänzen möchten. Aber für die BlueSpice-Anwender und für unsere Kunden ist das nun eine ideale Lösung. Weiterlesen

Metadaten: Die neuen Herausforderungen für Wiki-Suchmaschinen

The word Metadata in Wikidata Morse code
Daniel Mietchen, The word Metadata in Wikidata Morse code, CC0, via Wikimedia Commons

Früher war alles ganz einfach: Datenbankabfragen für strukturierte Daten und Volltextsuchen hat man getrennt konzipiert. Doch das ist Geschichte. In den neuen Suchmaschinen lassen sich Metadaten sehr viel gezielter suchen. Mit diesen neuen Möglichkeiten verschwimmen die Unterschiede zwischen einer Datenbankabfrage und einer Suche. Was bedeutet das für die technologische Entwicklung von Wikis?

Verknüpfte Abfragen

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich geschrieben, dass die Suchmaschinen in Wikis alle durchsuchbaren Inhalte im Volltext indexieren. Metadaten wie Kategorien oder Autoren werden ergänzend erfasst und sind damit durchsuchbar. Mit Semantic steigt die Anzahl der erfassbaren Metadaten dramatisch.

Die Indexierung von semantischen Informationen ist aber noch keine semantische Suche.  Wenn im Semantic-MediaWiki-Kontext von semantischem Suchen gesprochen wird, ist in der Regel gemeint, dass verknüpfte Abfragen möglich sind. Ein Beispiel für eine so verstandene semantische Suche wäre: “Gib mir alle Bürgermeister aus New York nach 1971”. In einer klassischen Stichwortsuche kann man dagegen nur nach “Bürgermeister” oder nach “New York” oder nach “Bürgermeister von New York” suchen.

Echte Semantik und Reasoning

Dazu muss man sagen, Semantic MediaWiki ist heute eine vergleichsweise einfache Anreicherung von Inhalten mit Metadaten. Die Semantic würde dann eine Rolle spielen, wenn man daraus mit höheren Formalismen ein sogenanntes “Reasoning” betreibt. Also nach Beziehungen zu suchen, die über mehrere Ecken gehen.
Ein Beispiel für Reasoning ist: “Ich bin der Vater von David und der Peter ist mein Vater. Was ist nun das Verhältnis von Peter zu David?”. Echte Semantik könnte solche Verknüpfungen über mehrere Ecken machen. Man kann auch in Semantic MediaWiki solche Verknüpfungen über den SPARQL-Abfrageformalismus abbilden. Das kann eine Stichwort-Suche nicht. Weiterlesen

BlueSpice wechselt zu Elasticsearch

Diego Delso, Biblioteca Vasconcelos, Ciudad de México, [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Diego Delso, Biblioteca Vasconcelos, Ciudad de México, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.
Wir sind aktuell dabei, die kommende BlueSpice Version 3 mit einer neuen Suchmaschine auszustatten. Eine gute Gelegenheit zu zeigen, was sich bei Suchmaschinen gerade so tut und warum wir uns für den Wechsel entschieden haben.

Grenzen von Apache Solr

BlueSpice verwendet seit über neun Jahren Apache Solr als Suchmaschine. Solr ist eine herausragende, superschnelle und skalierbare Suchmaschine, die maßgeblich zum Erfolg von unserer MediaWiki-Distribution BlueSpice beigetragen hat. Die Nutzer konnten erstmalig Suchergebnisse über Facetten filtern, Dateianhänge durchsuchen und erhielten während der Eingabe die ersten Suchergebnisse. Wer im Jahr 2008 die Suchmaschinen in großen Unternehmen gesehen hat, weiß, dass die Verfügbarkeit von Solr für die meisten Unternehmen eine echte Revolution bedeutete.

Allerdings hat uns an Solr immer gestört, dass es sehr umständlich war, neue Datenstrukturen zu erfassen. Kurz zum Hintergrund: Wir indexieren mit Solr alle durchsuchbaren Inhalte im Volltext. Ergänzend erfassen wir verschiedenen Metadaten (z.B. Kategorien oder Autoren). Bei Solr muss man jedoch vorab definieren, welche Metadaten vorhanden sind. Und ist man einmal auf ein Schema festgelegt, kann man es auch nicht mehr so einfach verändern.

Das wurde für uns zunehmend zum Problem, da über die semantische Funktionen von BlueSpice immer mehr Metadaten verfügbar werden. Ein Wesensmerkmal dieser Semantik ist die Möglichkeit, flexibel und aus dem Wiki heraus Datenstrukturen zu erstellen und zu verändern.
Diese Metadaten sollen durchsuchbar und abfragbar sein, aber wir wissen im Vorfeld nicht, welche Metadaten wir beim Kunden vorfinden, da die Metadaten je nach Wiki sehr unterschiedlich sind. Ein Wiki für Qualitätsmanagement erfasst zum Beispiel Organisationseinheiten, die in einem anderen Wiki gar nicht hinterlegt werden, weil das andere Wiki Autoteile beschreibt. Die Semantik bietet eine große Dynamik, auf die eine Suchmaschine antworten muss.

Wir benötigen kurz gesagt, eine schemafreie Suche, die uns weit weniger festlegt. Eine schemafreie Suche kann die unterschiedlichen Metadaten indexieren und man kann nach diesen zusätzlichen Attributen suchen. Weiterlesen

Das kommt mit BlueSpice 3 – ein Blick in die Roadmap

Needing a roadmap: Traffic seen from top of Arc de Triomphe
BrokenSphere, Street traffic in the Place de l’Étoile as seen from the top of the Arc de Triomphe in Paris, France, GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0, via Wikimedia Commons.

Irgendwie unglaublich: Die aktuelle Version BlueSpice 2 wird in diesem Jahr vier Jahre alt. Gefühlt ist es erst ein paar Monate her, dass wir die Version 2 angekündigt haben. Wie auch immer: Es wird Zeit, über eine neue Version nachzudenken und die Roadmap weiterzuschreiben.
Wir haben bei Hallo Welt! in den letzten Monaten Ideen gesammelt, Anforderungen überprüft und gewichtet.

Bei unserem jährlichen Strategietreffen hat Markus Glaser schließlich seinen Technikplan vorgestellt. Damit ist es nun offiziell, dass wir im ersten Quartal 2018 eine neue BlueSpice-Version 3 veröffentlichen. Auf der Roadmap unserer MediaWiki-Distribution stehen sehr essentielle Neuerungen und schon länger gewünschte Verbesserungen. BlueSpice 3 wird ein neues Level bei der Stabilität und der Flexibilität erreichen. Weiterlesen

Web 2.0 – die Aneignung des Netzes

Wikimania 2016
Tausende Wikipedianer bei Ihrem jährlichen Treffen auf der Wikimania 2016 in Esino Lario. Niccolò Caranti, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 4

Mit der massenhaften Nutzung und inhaltlichen Gestaltung des Webs durch private Anwender, wurde das Web zum „Social Web“, wie wir es heute kennen.

Webradio, Wikis, Blogs und Foren

Die Aneignung des Netzes durch immer neue Nutzergruppen blieb an den technischen Fortschritt gebunden. Aus Sicht der Produzenten und Nutzer wurde das Internet allmählich multimedial. Die ersten regelmäßigen »Radiosendungen« im Netz waren die Audiodateien von Interviews mit Netzpionieren, die Carl Malamud ab 1993 unter dem Namen Internet Talk Radio ins Netz stellte. Überhaupt weiteten sich die Möglichkeiten für einfache Nutzer, das Netz mit Inhalten zu füllen. Ein großer Schritt in Richtung user-generated content waren Mitte der 1990er die ersten Weblogs und Wards Wiki. Frühe webbasierte Foren, beispielsweise mit der Software UBB.classic betrieben, komplettieren das Bild.

Instant Messaging und Online-Spiele

Ende der 1990er Jahre erhielt das Internet zusätzliche populäre Funktionen: Ab 1996 stand der beliebte Instant Messenger ICQ des israelischen Start-up-Unternehmens Mirabilis zur Verfügung. Massive Multiplayer Online Games (MMOG) machten das Internet vor allem für Schülerinnen und Schüler zur beliebten Spielwiese. Die ältesten MMOGs entstanden Anfang der 1990er Jahre als Online-Rollenspiele. Das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase im März 2000, die erste Wirtschaftskrise der IT-Branche, hatte auf die steigende Nutzung des Internets zumindest keine Rückwirkungen. Vielmehr wurden neue Geschäftsmodelle und Angebote entwickelt.

Das Web als Dokumentationsplattform

Mit neuen datenbankbasierten Applikationen und der Erweiterung der Bandbreiten wurde es möglich, immer größere Datenmengen über das WWW zur Verfügung zu stellen. Dies veränderte das Wesen des Internets insoweit, als nun das Netz zunehmend als Plattform wahrgenommen wurde, auf der man Inhalte hinterlegen konnte. Weiterlesen

Etappen auf dem Weg zur Kommerzialisierung des Social Webs

AOL Silicon Valley office
Coolcaesar: AOL Silicon Valley office, CC BY-SA 3.0 or GFDL, via Wikimedia Commons

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 3

In den 1980er Jahren trat die private Wirtschaft als neuer Akteur auf die Bühne und bestimmte seither die Entwicklung des Netzes.

Kommerzielle Dienste

Vor allem der Aufstieg der ersten Onlinedienstleister wie CompuServe, The SOURCE und AOL in den 1980er Jahren verwandelten das Internet. Der Kreis der Internetnutzer erweiterte sich rasant. Die Onlinedienstleister boten zunächst Großkunden, dann aber auch normalen PC-Besitzern Zugänge zu Computernetzwerken. Diese separaten Netze richteten Ende der 1980er-Jahre Gateways zum Internet ein, über die sie seither E-Mail und News austauschen können.

Außerdem wurde das Internet in den 1980er Jahren international, so dass die Onlinedienstleister ein transnationales Medium zur Verfügung stellten, mit dem sich zukünftig eine global verteilte Produktion neu organisieren ließ. Das Internet wurde so zum zentralen Medium für die weltweite Güterproduktion und zum Transfer von Finanzdienstleistungen. Letzteres war, wie wir heute wissen, der Beginn einer neuen globalen hochtechnologischen Produktionsweise.

Übergang zum marktgesteuerten Internet

Die radikalen Veränderungen in der politischen Landschaft mit Zusammenbruch des Staatssozialismus hatten ab 1989 auch Auswirkungen auf das Internet. Während des Kalten Krieges hatte sich das Internet auf der Basis einer engen Verzahnung von Industrie, wissenschaftlichem Apparat und Politik entwickelt. Und so war das ARPANET ein Projekt des tonangebenden „Warfare States“, der wirtschaftliches Wachstum über Rüstungsanstrengungen und Wissenschaftsförderung generierte. Weiterlesen

Die ersten selbstverwalteten Computernetze

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Rama & Musée Bolo (Own work), Smaky 100 IMG 4149, CeCILL or CC BY-SA 2.0.

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 2

Die Idee, Computer für eine zivile Gesellschaft zu nutzen, faszinierte Menschen schon immer. Je mehr sie verstanden wie diese neuen digitalen Werkzeuge funktionierten, wurde darüber nachgedacht wie diese am besten für die Sammlung und Verbreitung von Wissen eingesetzt werden können.

Zentrale vs. dezentrale Organisation

In den 1960er Jahren setzte eine Diskussion über die Vor- und Nachteile zentraler und dezentraler Rechnerarchitekturen ein. Mit dieser Debatte war die Frage verbunden, ob dezentrale und offene Organisationsmodelle zentralistischen Ansätzen überlegen sind – und ob, wie im Falle der RFCs, die Einbindung aller Nutzer in Entscheidungsprozesse nicht zu stabileren Ergebnissen führen würden. In den Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Betriebssystems Linux und Windows wurde dieses Thema ebenso wieder aufgegriffen wie im Zeitalter des Social Webs bezüglich der Vorzüge einer von vielen Nutzern geschriebenen Wikipedia gegenüber einem redaktionell betreuten, gedruckten Lexikon.

Zivile Nutzung durch Privatpersonen

Dieser Diskurs schloss auch eine Diskussion über alternative Nutzungspotenziale des Computers ein. Philosophierten in der Pionierzeit des Computers vor 1960 Einzelpersonen und kleine Kreise über das Verhältnis von Mensch und Computer, so erhielt diese Debatte in den radikalen 1960er Jahren neue Impulse und überhaupt einmal eine soziale Trägerschicht, weil neue gesellschaftliche Gruppen, vor allem Studentinnen und Studenten, mit dem Medium Computer experimentierten und beispielsweise nach 1969 Zugriff auf das ARPANET erhielten. Weiterlesen

Die ersten Schritte: Wie das Social Web entstand

ARPANET 1973 (Public domain)
ARPANET 1973 (Public domain)

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 1

Ab wann kann man eigentlich von einem »Social Web« sprechen? Die Begriffe »Social Software« und »Social Web« selbst gibt es erst seit vergleichsweise wenigen Jahren, aber die Entwicklung des Social Webs reicht bis in die Anfänge des Internets zurück.

Großrechner als Kooperations- und Kommunikationsinstrumente

Der erste Schritt auf dem Weg zum Social Web war eine veränderte Sichtweise auf den Computer. Computer dienten in den 1950er Jahren ausschließlich als Rechenmaschinen des Militärs und der Wirtschaft. Doch in den 1960er Jahren wurden Computer zunehmend auch als Kommunikationsmedium verstanden. Dieser bedeutende Schritt wird mit dem Psychologieprofessor Joseph Carl Robnett Licklider in Verbindung gebracht. Licklider, ein Pionier der Internetentwicklung, arbeitete ab 1957 beim Rüstungslieferanten BBN und hatte dort Erfahrungen mit einem Time-Sharing-System, einem ersten Mehrbenutzersystem für Großrechneranlagen, gesammelt. Damit konnten mehrere Teilnehmer über Terminals gleichzeitig einen Großrechner bedienen. Licklider nahm den Teamgeist unter den Nutzern des ersten Time-Sharing-Systems wahr und wies auf die Gemeinschaftsphänomene hin, die zum Teil durch den gemeinsamen Zugriff auf die Ressourcen des Systems aufkamen.

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BlueSpice 2.27.0 released

Der neue Release ist da.

Im Fokus: Qualitätssicherung, Nutzerfreundlichkeit und Farming

Es ist so weit: Wir sind stolz, dass wir heute den neuen BlueSpice Release 2.27.0 ankündigen können. Der zweite Release in diesem Jahr bringt neue Features und zahlreiche Optimierungen. Vor allem ist er vollständig kompatibel mit der Long-Time-Support Version MediaWiki 1.27.

Alle detaillierten Informationen und Dokumentationen findet Ihr in unserem BlueSpice Helpdesk:

Wir haben wieder ein paar ziemlich hilfreiche Funktionen eingebaut. Im Fokus stehen die Anwendungsbereiche Qualitätssicherung, Nutzerfreundlichkeit und Farming.

Hier sind die wichtigsten Neuerungen von BlueSpice pro 2.27.0 im Überblick:

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Agiles Prototyping: “MediaWiki is like a white sheet of paper for data”

MediaWiki ist die Lösung für kollaborative Wissensplattformen. Weniger bekannt ist, dass die Wikipedia-Software auch für die Entwicklung von Prototypen und neuen Plattformen ideal ist.

Markus Glaser hat diesen Zusammenhang auf der diesjährigen Semantic-MediaWiki-Konferenz (SMWCon) klar herausgearbeitet. Hier die Folien des Beitrags.

 

In seinem Vortrag ging Markus Glaser – was ich recht spannend fand – zuerst auf unterschiedliche Formen des Prototypings ein. Im nächsten Schritt zeigte er, was MediaWiki an Funktionalitäten mitbringt. Sinnvoll kombiniert und erweitert lassen sich aus diesen neue und sehr spezifische Anwendungen entwickeln. Dazu liefert MediaWiki bereits einen umfangreichen Werkzeugkoffer, der es erlaubt, schnelle Anpassungen vorzunehmen, ohne komplett neue Funktionalitäten programmieren zu müssen.

Zu nennen sind da ganz sicher die Erweiterungspakete für Semantic MediaWiki, über die sich Metadaten erfassen und abfragen lassen. Das ist sehr sinnvoll, wenn Datenmodelle modelliert oder die Benutzerführung und Bedienelemente noch positioniert werden müssen. BlueSpice liefert natürlich ein ganzes Füllhorn an Optionen. Responsive Skins wie Chameleon sind die Grundlage für schicke Oberflächen. Und mit Lua steht eine Scriptsprache zur Verfügung, mit der sich der Seitenaufbau sehr dynamisch gestalten lässt.

Das bedeutet, dass MediaWiki eine ideale Basis ist, um agil neue Wissensplattformen zu bauen. Die Flexibilität von MediaWiki bringt dabei einen großen Zeit-Vorteil. Man muss kein Programmierer sein, um diese funktionierenden Prototypen bauen zu können, weil vieles bereits mit Bordmitteln bewerkstelligt werden kann. Und so erhält man schon frühzeitig ein funktionierendes System, mit dem man wichtige Erfahrungen sammelt.

Aber trotz der vielen Bordmittel sollten sich angehende Betreiber bewusst sein, dass die Entwicklung einer neuen Wissensplattform immer aufwändig und kostenintensiv bleibt: Planungen, Besprechungen und Anpassungen brauchen Zeit. Nachdem eine Alpha- oder Beta-Version entwickelt ist, müssen einzelne Funktionalitäten professionalisiert und eigenständig programmiert werden.

Man kann grob sagen, dass die Entwicklung eines stabilen Produktivsystems noch einmal so viel Zeit beansprucht, wie die Entwicklung der Beta-Version für die ersten Testnutzer. Allerdings werden die Entwicklungszeit und die Risiken der Entwicklung mit dem Prototyping auf Basis von MediaWiki deutlich reduziert.