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Tagging und Kategorien: Probleme der Verschlagwortung im Web

Bunter Stempelhalter
Thamizhpparithi Maari, A rubber stand, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Fast alle Web-Plattformen bieten heute kollaborative Tagging- oder Kategoriesysteme zur Auszeichnung ihrer Informationen an. Wie funktionieren diese Systeme grundsätzlich?

Tagging ist eine intellektuelle Verschlagwortung und Interpretation des Materials, die durch eine gewaltig große Anzahl von Nutzern zu einer effektiveren Suche führt. Ein Nutzer trägt beispielsweise zum Tagging-System bei, indem er für Inhalte, wie z. B. Wikiseiten Schlagworte wie „Tierschutz“, „Marder“, „Otter“ oder „informativ“, sogenannte Tags, vergibt, unter denen der Artikel dann von ihm selbst und von anderen gefunden werden soll.

Dabei können beliebig viele Schlagwörter ganz frei ohne zuvor festgelegte Regeln vergeben werden. Dies schließt allgemeine Kategorien wie »Rezept« und »Fußball«, aber auch beschreibende und subjektive Attribute wie »German« oder »cool« mit ein.

Bei einer großen Anzahl von Nutzern ist es wahrscheinlich, dass sie sich auf sinnvolle und schlüssige Zuordnungen einigen, so dass sich also nach einiger Zeit ein Schlagwortsystem ergibt, das einen für Recherchezwecke brauchbaren Kernbestand an Begriffen enthält. Diese durch gemeinschaftliches Indexieren erstellten Sammlungen von Tags heißen auch Folksonomien.

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Web 2.0 – die Aneignung des Netzes

Wikimania 2016
Tausende Wikipedianer bei Ihrem jährlichen Treffen auf der Wikimania 2016 in Esino Lario. Niccolò Caranti, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 4

Mit der massenhaften Nutzung und inhaltlichen Gestaltung des Webs durch private Anwender, wurde das Web zum „Social Web“, wie wir es heute kennen.

Webradio, Wikis, Blogs und Foren

Die Aneignung des Netzes durch immer neue Nutzergruppen blieb an den technischen Fortschritt gebunden. Aus Sicht der Produzenten und Nutzer wurde das Internet allmählich multimedial. Die ersten regelmäßigen »Radiosendungen« im Netz waren die Audiodateien von Interviews mit Netzpionieren, die Carl Malamud ab 1993 unter dem Namen Internet Talk Radio ins Netz stellte. Überhaupt weiteten sich die Möglichkeiten für einfache Nutzer, das Netz mit Inhalten zu füllen. Ein großer Schritt in Richtung user-generated content waren Mitte der 1990er die ersten Weblogs und Wards Wiki. Frühe webbasierte Foren, beispielsweise mit der Software UBB.classic betrieben, komplettieren das Bild.

Instant Messaging und Online-Spiele

Ende der 1990er Jahre erhielt das Internet zusätzliche populäre Funktionen: Ab 1996 stand der beliebte Instant Messenger ICQ des israelischen Start-up-Unternehmens Mirabilis zur Verfügung. Massive Multiplayer Online Games (MMOG) machten das Internet vor allem für Schülerinnen und Schüler zur beliebten Spielwiese. Die ältesten MMOGs entstanden Anfang der 1990er Jahre als Online-Rollenspiele. Das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase im März 2000, die erste Wirtschaftskrise der IT-Branche, hatte auf die steigende Nutzung des Internets zumindest keine Rückwirkungen. Vielmehr wurden neue Geschäftsmodelle und Angebote entwickelt.

Das Web als Dokumentationsplattform

Mit neuen datenbankbasierten Applikationen und der Erweiterung der Bandbreiten wurde es möglich, immer größere Datenmengen über das WWW zur Verfügung zu stellen. Dies veränderte das Wesen des Internets insoweit, als nun das Netz zunehmend als Plattform wahrgenommen wurde, auf der man Inhalte hinterlegen konnte. Weiterlesen

Etappen auf dem Weg zur Kommerzialisierung des Social Webs

AOL Silicon Valley office
Coolcaesar: AOL Silicon Valley office, CC BY-SA 3.0 or GFDL, via Wikimedia Commons

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 3

In den 1980er Jahren trat die private Wirtschaft als neuer Akteur auf die Bühne und bestimmte seither die Entwicklung des Netzes.

Kommerzielle Dienste

Vor allem der Aufstieg der ersten Onlinedienstleister wie CompuServe, The SOURCE und AOL in den 1980er Jahren verwandelten das Internet. Der Kreis der Internetnutzer erweiterte sich rasant. Die Onlinedienstleister boten zunächst Großkunden, dann aber auch normalen PC-Besitzern Zugänge zu Computernetzwerken. Diese separaten Netze richteten Ende der 1980er-Jahre Gateways zum Internet ein, über die sie seither E-Mail und News austauschen können.

Außerdem wurde das Internet in den 1980er Jahren international, so dass die Onlinedienstleister ein transnationales Medium zur Verfügung stellten, mit dem sich zukünftig eine global verteilte Produktion neu organisieren ließ. Das Internet wurde so zum zentralen Medium für die weltweite Güterproduktion und zum Transfer von Finanzdienstleistungen. Letzteres war, wie wir heute wissen, der Beginn einer neuen globalen hochtechnologischen Produktionsweise.

Übergang zum marktgesteuerten Internet

Die radikalen Veränderungen in der politischen Landschaft mit Zusammenbruch des Staatssozialismus hatten ab 1989 auch Auswirkungen auf das Internet. Während des Kalten Krieges hatte sich das Internet auf der Basis einer engen Verzahnung von Industrie, wissenschaftlichem Apparat und Politik entwickelt. Und so war das ARPANET ein Projekt des tonangebenden „Warfare States“, der wirtschaftliches Wachstum über Rüstungsanstrengungen und Wissenschaftsförderung generierte. Weiterlesen

Die ersten selbstverwalteten Computernetze

Smaky-100 computer
Rama & Musée Bolo (Own work), Smaky 100 IMG 4149, CeCILL or CC BY-SA 2.0.

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 2

Die Idee, Computer für eine zivile Gesellschaft zu nutzen, faszinierte Menschen schon immer. Je mehr sie verstanden wie diese neuen digitalen Werkzeuge funktionierten, wurde darüber nachgedacht wie diese am besten für die Sammlung und Verbreitung von Wissen eingesetzt werden können.

Zentrale vs. dezentrale Organisation

In den 1960er Jahren setzte eine Diskussion über die Vor- und Nachteile zentraler und dezentraler Rechnerarchitekturen ein. Mit dieser Debatte war die Frage verbunden, ob dezentrale und offene Organisationsmodelle zentralistischen Ansätzen überlegen sind – und ob, wie im Falle der RFCs, die Einbindung aller Nutzer in Entscheidungsprozesse nicht zu stabileren Ergebnissen führen würden. In den Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Betriebssystems Linux und Windows wurde dieses Thema ebenso wieder aufgegriffen wie im Zeitalter des Social Webs bezüglich der Vorzüge einer von vielen Nutzern geschriebenen Wikipedia gegenüber einem redaktionell betreuten, gedruckten Lexikon.

Zivile Nutzung durch Privatpersonen

Dieser Diskurs schloss auch eine Diskussion über alternative Nutzungspotenziale des Computers ein. Philosophierten in der Pionierzeit des Computers vor 1960 Einzelpersonen und kleine Kreise über das Verhältnis von Mensch und Computer, so erhielt diese Debatte in den radikalen 1960er Jahren neue Impulse und überhaupt einmal eine soziale Trägerschicht, weil neue gesellschaftliche Gruppen, vor allem Studentinnen und Studenten, mit dem Medium Computer experimentierten und beispielsweise nach 1969 Zugriff auf das ARPANET erhielten. Weiterlesen

Die ersten Schritte: Wie das Social Web entstand

ARPANET 1973 (Public domain)
ARPANET 1973 (Public domain)

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 1

Ab wann kann man eigentlich von einem »Social Web« sprechen? Die Begriffe »Social Software« und »Social Web« selbst gibt es erst seit vergleichsweise wenigen Jahren, aber die Entwicklung des Social Webs reicht bis in die Anfänge des Internets zurück.

Großrechner als Kooperations- und Kommunikationsinstrumente

Der erste Schritt auf dem Weg zum Social Web war eine veränderte Sichtweise auf den Computer. Computer dienten in den 1950er Jahren ausschließlich als Rechenmaschinen des Militärs und der Wirtschaft. Doch in den 1960er Jahren wurden Computer zunehmend auch als Kommunikationsmedium verstanden. Dieser bedeutende Schritt wird mit dem Psychologieprofessor Joseph Carl Robnett Licklider in Verbindung gebracht. Licklider, ein Pionier der Internetentwicklung, arbeitete ab 1957 beim Rüstungslieferanten BBN und hatte dort Erfahrungen mit einem Time-Sharing-System, einem ersten Mehrbenutzersystem für Großrechneranlagen, gesammelt. Damit konnten mehrere Teilnehmer über Terminals gleichzeitig einen Großrechner bedienen. Licklider nahm den Teamgeist unter den Nutzern des ersten Time-Sharing-Systems wahr und wies auf die Gemeinschaftsphänomene hin, die zum Teil durch den gemeinsamen Zugriff auf die Ressourcen des Systems aufkamen.

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Social Media Strategien in der Politik – Was Akteure wissen sollten

Ein Beitrag von Anja Ebersbach und Dr. Richard Heigl. Ihre These: Das Social Web ist das Schlüsselmedium der neuen Gesellschaft, in dem maßgeblich politische Einstellungen geformt werden. Neu ist, dass sich die Nutzer im Social Web nicht mehr als passive Anhänger, sondern als gleichberechtigte Akteure erfahren. In diesem neuen Medium und in diesen neuen Kulturen muss die professionalisierte Politik ihren Platz aber erst noch finden.

Die sozialen Medien krempeln auch die politische Landschaft um. Ob im arabischen Frühling, im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf: Twitter, Facebook und Blogs dienen als zentrale Mobilisierungs- und Kommunikationsmedien politischer Bewegungen. Doch auch in „Ruhephasen“ wird das Web zum zentralen Ort demokratischer Beteiligung und Kontrolle.

Startseite der Lobbypedia
Startseite der Lobbypedia

So erhielt im Jahr 2012 erhielt die Webplattform Lobbypedia den Grimme Online Award in der Sparte Wissen und Bildung. Die Begründung der Jury:

„Der Leser erfährt, wie verschiedene Interessengruppen versuchen, die Politik für ihre Zwecke zu gewinnen. Das ist nicht nur für den interessierten Bürger wichtig, sondern auch für die journalistische Recherche. Die Seite schlägt eine Brücke, denn sie schafft mehr Transparenz im Dickicht der alltäglichen Meldungen und Mutmaßungen über politische Abhängigkeiten.“

Auch in der lokalen Politik sind soziale Medien nicht mehr wegzudenken. Nach dem Vorbild der Beteiligungsformen der Piratenpartei organisieren Kommunen Bürgerbeteiligungsprozesse über das Web. Landratsämter, Abgeordnete, Parteien, Gewerkschaften und Verbände suchen ihren Weg in die digitale Öffentlichkeit.

Der Erfolg des Wahlkampfs von Barack Obama und andere Beispiele beflügeln die Phantasie und nähren die Hoffnung, verlorenen politischen Einfluss zurückzugewinnen. Doch diese neuen Medien folgen anderen Gesetzen: Dezentral organisiert sind sie weit weniger zu kontrollieren und zu manipulieren. Zustimmung, Follower und Unterstützer erhält man nicht einfach so. Transparenz, Authentizität und Reputation der Akteure spielen eine bedeutende Rolle in der digitalen Öffentlichkeit. Im Gegensatz zum Zeitalter der unidirektionalen, zentralistischen Massenmedien sind in diesem tendenziell egalitären Kommunikationsmedium andere Haltungen, Kommunikations- und Vermittlungsformen gefragt.
Dass nun jeder schreiben und kommentieren kann, schürt natürlich auch Ängste. Ängste vor einer losgelösten Masse, vor einem Verfall von Werten und Standards. Durch „Shitstorms“ und unzählige Diskussionsforenbeiträge sehen sich viele Akteure in ihrer pessimistischen Sicht bestätigt.

Nach (knapp) einem Jahrzehnt sozialer Medien lassen sich aber drei Erscheinungen feststellen:

1. Ob man will oder nicht: Das Web ist das Schlüsselmedium jeder neuen Gesellschaft. Die politische Arbeit wird sich unvermeidlich in diesen Bereich verlagern. Die politische Einrichtungen und Akteure werden sich in der Intensität der Nutzung des Webs unterscheiden und auch in der Absicht, was sie erreichen wollen. Die politischen Vorreiter des Webs entwickeln zusammen mit ihren Unterstützern ihre politische Programmatik. Sie schließen den Regelkreis, indem die Rückmeldungen auch sichtbare Auswirkungen auf ihre Politik haben. Weiterlesen

Santa Claus is coming to you: Social Media jetzt starten

Starten Sie noch vor Weihnachten ins Social Web!

Weihnachtsangebot: Social Web Strategie

Egal, aus welcher Branche Sie kommen oder wie groß Sie sind:  An Social Media kommt heute niemand mehr vorbei, der von seinem Geschäftsumfeld wahrgenommen werden  will.

Unser Angebot für Sie: Verschicken Sie doch Ihre Weihnachtsgrüße dieses Jahr bereits mit einer erfolgreichen Social-Media-Präsenz. Wir entwickeln mit Ihnen eine individuelle und dauerhafte Marketing-Strategie:

  • Google +  Business Page: Nutzen Sie diese neue Funktion als eines der ersten Unternehmen.
  • Facebook Fanpage: Über Community-Effekte viele Menschen erreichen.
  • Twitter: Über Kurznachrichten zwitschern Sie erfolgreich mit Ihren Kunden.
  • YouTube: So können sich Ihre Interessenten das richtige Bild machen.
  • XING und LinkedIn:  Wie Sie wichtige Gruppen und Kontakte identifizieren und ansprechen.
  • FlickRFoursquare etc.: Finden Sie weitere interessante Plattformen für Ihre Angebote.

Workshop plus Einrichtung von Profilen und Pages ab 2.400,- Euro Jetzt sichern!

 

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Michael Scherm
+49 (0) 941 – 66080 -197