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Web 2.0 – die Aneignung des Netzes

Wikimania 2016
Tausende Wikipedianer bei Ihrem jährlichen Treffen auf der Wikimania 2016 in Esino Lario. Niccolò Caranti, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 4

Mit der massenhaften Nutzung und inhaltlichen Gestaltung des Webs durch private Anwender, wurde das Web zum „Social Web“, wie wir es heute kennen.

Webradio, Wikis, Blogs und Foren

Die Aneignung des Netzes durch immer neue Nutzergruppen blieb an den technischen Fortschritt gebunden. Aus Sicht der Produzenten und Nutzer wurde das Internet allmählich multimedial. Die ersten regelmäßigen »Radiosendungen« im Netz waren die Audiodateien von Interviews mit Netzpionieren, die Carl Malamud ab 1993 unter dem Namen Internet Talk Radio ins Netz stellte. Überhaupt weiteten sich die Möglichkeiten für einfache Nutzer, das Netz mit Inhalten zu füllen. Ein großer Schritt in Richtung user-generated content waren Mitte der 1990er die ersten Weblogs und Wards Wiki. Frühe webbasierte Foren, beispielsweise mit der Software UBB.classic betrieben, komplettieren das Bild.

Instant Messaging und Online-Spiele

Ende der 1990er Jahre erhielt das Internet zusätzliche populäre Funktionen: Ab 1996 stand der beliebte Instant Messenger ICQ des israelischen Start-up-Unternehmens Mirabilis zur Verfügung. Massive Multiplayer Online Games (MMOG) machten das Internet vor allem für Schülerinnen und Schüler zur beliebten Spielwiese. Die ältesten MMOGs entstanden Anfang der 1990er Jahre als Online-Rollenspiele. Das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase im März 2000, die erste Wirtschaftskrise der IT-Branche, hatte auf die steigende Nutzung des Internets zumindest keine Rückwirkungen. Vielmehr wurden neue Geschäftsmodelle und Angebote entwickelt.

Das Web als Dokumentationsplattform

Mit neuen datenbankbasierten Applikationen und der Erweiterung der Bandbreiten wurde es möglich, immer größere Datenmengen über das WWW zur Verfügung zu stellen. Dies veränderte das Wesen des Internets insoweit, als nun das Netz zunehmend als Plattform wahrgenommen wurde, auf der man Inhalte hinterlegen konnte. Weiterlesen

Etappen auf dem Weg zur Kommerzialisierung des Social Webs

AOL Silicon Valley office
Coolcaesar: AOL Silicon Valley office, CC BY-SA 3.0 or GFDL, via Wikimedia Commons

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 3

In den 1980er Jahren trat die private Wirtschaft als neuer Akteur auf die Bühne und bestimmte seither die Entwicklung des Netzes.

Kommerzielle Dienste

Vor allem der Aufstieg der ersten Onlinedienstleister wie CompuServe, The SOURCE und AOL in den 1980er Jahren verwandelten das Internet. Der Kreis der Internetnutzer erweiterte sich rasant. Die Onlinedienstleister boten zunächst Großkunden, dann aber auch normalen PC-Besitzern Zugänge zu Computernetzwerken. Diese separaten Netze richteten Ende der 1980er-Jahre Gateways zum Internet ein, über die sie seither E-Mail und News austauschen können.

Außerdem wurde das Internet in den 1980er Jahren international, so dass die Onlinedienstleister ein transnationales Medium zur Verfügung stellten, mit dem sich zukünftig eine global verteilte Produktion neu organisieren ließ. Das Internet wurde so zum zentralen Medium für die weltweite Güterproduktion und zum Transfer von Finanzdienstleistungen. Letzteres war, wie wir heute wissen, der Beginn einer neuen globalen hochtechnologischen Produktionsweise.

Übergang zum marktgesteuerten Internet

Die radikalen Veränderungen in der politischen Landschaft mit Zusammenbruch des Staatssozialismus hatten ab 1989 auch Auswirkungen auf das Internet. Während des Kalten Krieges hatte sich das Internet auf der Basis einer engen Verzahnung von Industrie, wissenschaftlichem Apparat und Politik entwickelt. Und so war das ARPANET ein Projekt des tonangebenden „Warfare States“, der wirtschaftliches Wachstum über Rüstungsanstrengungen und Wissenschaftsförderung generierte. Weiterlesen

Die ersten selbstverwalteten Computernetze

Smaky-100 computer
Rama & Musée Bolo (Own work), Smaky 100 IMG 4149, CeCILL or CC BY-SA 2.0.

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 2

Die Idee, Computer für eine zivile Gesellschaft zu nutzen, faszinierte Menschen schon immer. Je mehr sie verstanden wie diese neuen digitalen Werkzeuge funktionierten, wurde darüber nachgedacht wie diese am besten für die Sammlung und Verbreitung von Wissen eingesetzt werden können.

Zentrale vs. dezentrale Organisation

In den 1960er Jahren setzte eine Diskussion über die Vor- und Nachteile zentraler und dezentraler Rechnerarchitekturen ein. Mit dieser Debatte war die Frage verbunden, ob dezentrale und offene Organisationsmodelle zentralistischen Ansätzen überlegen sind – und ob, wie im Falle der RFCs, die Einbindung aller Nutzer in Entscheidungsprozesse nicht zu stabileren Ergebnissen führen würden. In den Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Betriebssystems Linux und Windows wurde dieses Thema ebenso wieder aufgegriffen wie im Zeitalter des Social Webs bezüglich der Vorzüge einer von vielen Nutzern geschriebenen Wikipedia gegenüber einem redaktionell betreuten, gedruckten Lexikon.

Zivile Nutzung durch Privatpersonen

Dieser Diskurs schloss auch eine Diskussion über alternative Nutzungspotenziale des Computers ein. Philosophierten in der Pionierzeit des Computers vor 1960 Einzelpersonen und kleine Kreise über das Verhältnis von Mensch und Computer, so erhielt diese Debatte in den radikalen 1960er Jahren neue Impulse und überhaupt einmal eine soziale Trägerschicht, weil neue gesellschaftliche Gruppen, vor allem Studentinnen und Studenten, mit dem Medium Computer experimentierten und beispielsweise nach 1969 Zugriff auf das ARPANET erhielten. Weiterlesen

Neue Webinare: Online-Handbuch BlueCraft

Anlagenbeschreibungen, Betriebshandbücher, Qualitätshandbücher u.v.m. lassen sich mit Wikis schnell und einfach aktuell halten. BlueCraft ist das Online-Betriebshandbuch auf Wikibasis. Erfahren Sie in einer Live-Demonstration (via Netviewer) mehr darüber und auch über praktische Funktionen wie z.B. den PDF-Export.

Radovan Kubani und Richard Heigl führen Sie gut gelaunt durch das System. Weiterlesen

McKinsey-Studie: Wikis und Blogs bringen Unternehmen voran

Als wir 2007 die ersten Unternehmenswikis für Kunden installierten, mussten unsere Projektpartner noch harte Überzeugungsarbeit bei der Unternehmensleitung leisten. Return of Investment blieb das magische Wort, um das die Debatten kreisten. Die Bewertung von Wissensmanagement-Projekten konnte eigentlich nur qualitativ erfolgen, indem man sich Ziele setzte und dann das Erreichen dieser Ziele ein Jahr später abfragte. Insofern blieb die Einführung von Wikis durchsetzungsstarken Innovatoren vorbehalten. Weiterlesen

Online Social Networks: Merkmale und prominente Beispiele

Soziale Online-Netzwerke, auch als Social-Network-Dienste (SND) oder Online Social Networks (OSN) bekannt, haben es sich zum Ziel gesetzt, Freundes- und Bekanntenkreise ebenso wie Geschäftspartner miteinander zu verbinden. Der Mensch und seine Beziehungen sind zentral und so sind bei Social Networks Menschen gleichzeitig Mittel und Inhalt der Anwendung. Die meisten unterscheiden sich untereinander durch „Class“, „Age“ oder „Culture“.

Merkmale:

  • socialnetwork-struktur-farbigRegistrierung erforderlich,
  • Profilseiten mit Interessen und Tätigkeiten,
  • Daten liegen hauptsächlich in strukturierter Form vor,
  • Beziehungen zu anderen Menschen werden dargestellt,
  • Bekanntschaften über die sprichwörtlichen »fünf Ecken« werden nachvollziehbar gemacht und
  • starker Bezug zu realen Sozialbindungen.

Social Networking Dienste sind eigentlich schon lange bekannt. Bereits 1997 kam Sixdegrees als erstes Social Networking Angebot auf den Markt, wurde aber nach vier Jahren verkauft und stellte seinen Dienst im Jahre 2001 ein.
Kurz danach starteten die großen, erfolgreichen Netzwerke wie Tribe und LinkedIn und sammelten in Kürze Millionen von Mitgliedern.

Doch wie entstehen digitale soziale Netzwerke? Das Schneeballsystem kann Erklärung bieten: Weiterlesen

Facebook Account löschen

facebook LogoEin Facebook-Konto ist schnell angelegt, doch so manches Mitglied möchte die Seite für immer verlassen. Gründe für einen solchen Schritt gibt es viele. Einen aktuellen Anlass dafür bietet gerade die umstrittene Datenschutzpolitik von Facebook, die laut Spiegel zum Teil hart an die Grenzen des Bundesdatenschutzgesetzes stößt und diese sogar überschreitet (siehe den Beitrag auf SPIEGEL online).

Bleibt die Frage wie man seinen Facebook-Account löschen kann. Ich mache mich auf die Suche nach der Antwort … Weiterlesen

Jugendlichen ist Anerkennung wichtiger als Datenschutz

Mitschnitt vom 27.01.2010 auf B5 aktuell:

Die Grünen-Fraktion im Landtag hat gestern abend die Chancen aber auch die Risiken sogenannter sozialer Netzwerke im Internet ausgelotet. Im Dialog mit Experten ging es dabei darum, Wege zu finden, wie die Medienkompetenz vor allem junger Nutzer gestärkt werden kann.

Twitter, Facebook und StudiVZ – soziale Netzwerke haben gerade bei Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Doch recht sorglos gehen die Nutzer oft mit persönlichen Daten um. Fotos von wilden Partys oder durchzechten Nächten werden für jedermann öffentlich sichtbar ins Netz gestellt. Zwar kennen die jugendlichen Nutzer die Risiken allzu großer Freizügigkeit im Netz besser als früher, aber das eigene Verhalten ändern sie trotzdem nicht.

Der Regensburger IT-Trainer Markus Glaser erklärt, warum: „Das hängt damit zusammen, dass der Nutzen, den man aus diesen Netzwerken zieht, sehr hoch ist. Das geht um die eigene Reputation, um die eigene Identität, auch um die Möglichkeit über andere mal was rauszufinden, und dafür nimmt man in Kauf, dass man eben diese Privatsphärenverletzungen erleiden muss.“

Die Medienkompetenz der Nutzer stärken, das ist das Credo der Grünen im Bayerischen Landtag. Denn das Internet vergisst nichts.

Enterprise 2.0 Summit

Nächste Woche ist es wieder soweit: Das Enterprise 2.0 Summit tagt im Frankfurter Le Méridien Parkhotel. Das Team von Björn Negelmann und Thomas Koch hat ein spannendes Programm mit renommierten Referenten zusammengestellt.

Darin zeichnen sich die aktuellen Tendenzen der Diskussionen um Wissensmanagement mit Web 2.0-Technologien ab: Standen vor ein/ zwei Jahren noch technologische Fragen im Vordergrund, so tauschen heute die Unternehmen ihre Erfahrungen aus. Vor allem die Frage nach der Motivation der Nutzer steht heute ganz oben auf der Agenda. Und nicht zuletzt die Kommunikation in Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Teilkulturen und Sprachen. Themen, die Hallo Welt! seit Beginn an adressiert. Nun aber lassen sich theoretische Konzepte und unserer Erfahrungen mit der betrieblichen Praxis in den unterschiedlichsten Branchen abgleichen.

Es referiert ein Ensemble internationaler Referentinnen und Referenten.  Ich werde auch hinfahren und in diesem Blog darüber berichten. Nicht zuletzt bin ich auf den Block „E2.0 beyond blogs & wikis: BPM 2.0 & CRM 2.0“ gespannt. Auch für mich ein kleiner Blick über den Tellerrand.

Übrigens mit dem Promoschlüssel e20srh kommen Leser dieses Blogs um 200 Euro günstiger rein 😉

IHK Darmstadt: Wikis in Unternehmen

Am 22. September2009 wurde an der IHK Darmstadt Bilanz gezogen: Welche Erfahrungen wurden mit Wikis in Unternehmen gemacht? Welche Konsequenzen sind zu ziehen? Von Firmen wie Merck (Wiki in einer Forschungsabteilung), Voith IS (Wiki mit Social Network) und Fraport (Skywiki) liegen positive Erfahrungsberichte und Ansätze vor. Auch das Wiki-Projekt der IHK Darmstadt ist eine Erfolgsgeschichte. Letztere setzt das Wiki als zentrale Intranetlösung ein.

Tenor der Beiträge war, dass die Einführung eines Wikis eine Managementaufgabe ist, für die Geld und Personal zur Verfügung stehen muss. Perspektivisch sehen wir von Hallo Welt! zwei Entwicklungen:

  • der Schwerpunkt der künftigen Entwicklung wird auf der inhatlichen Arbeit und Prozessorientierung liegen
  • Wissensmanagement wird noch mehr und radikaler  „bottom-up“ organisiert  werden müssen

Das soll jedoch nicht heißen, dass technisch nicht mehr zu tun wäre. Doch die technische Anpassung und Integration folgt immer weniger der Faszination, die von den technischen Spielmöglichkeiten ausgeht, sondern von den Anforderungen des betrieblichen Alltags.

Die Folien gibt es online zum Download.