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Metadaten: Die neuen Herausforderungen für Wiki-Suchmaschinen

The word Metadata in Wikidata Morse code
Daniel Mietchen, The word Metadata in Wikidata Morse code, CC0, via Wikimedia Commons

Früher war alles ganz einfach: Datenbankabfragen für strukturierte Daten und Volltextsuchen hat man getrennt konzipiert. Doch das ist Geschichte. In den neuen Suchmaschinen lassen sich Metadaten sehr viel gezielter suchen. Mit diesen neuen Möglichkeiten verschwimmen die Unterschiede zwischen einer Datenbankabfrage und einer Suche. Was bedeutet das für die technologische Entwicklung von Wikis?

Verknüpfte Abfragen

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich geschrieben, dass die Suchmaschinen in Wikis alle durchsuchbaren Inhalte im Volltext indexieren. Metadaten wie Kategorien oder Autoren werden ergänzend erfasst und sind damit durchsuchbar. Mit Semantic steigt die Anzahl der erfassbaren Metadaten dramatisch.

Die Indexierung von semantischen Informationen ist aber noch keine semantische Suche.  Wenn im Semantic-MediaWiki-Kontext von semantischem Suchen gesprochen wird, ist in der Regel gemeint, dass verknüpfte Abfragen möglich sind. Ein Beispiel für eine so verstandene semantische Suche wäre: “Gib mir alle Bürgermeister aus New York nach 1971”. In einer klassischen Stichwortsuche kann man dagegen nur nach “Bürgermeister” oder nach “New York” oder nach “Bürgermeister von New York” suchen.

Echte Semantik und Reasoning

Dazu muss man sagen, Semantic MediaWiki ist heute eine vergleichsweise einfache Anreicherung von Inhalten mit Metadaten. Die Semantic würde dann eine Rolle spielen, wenn man daraus mit höheren Formalismen ein sogenanntes “Reasoning” betreibt. Also nach Beziehungen zu suchen, die über mehrere Ecken gehen.
Ein Beispiel für Reasoning ist: “Ich bin der Vater von David und der Peter ist mein Vater. Was ist nun das Verhältnis von Peter zu David?”. Echte Semantik könnte solche Verknüpfungen über mehrere Ecken machen. Man kann auch in Semantic MediaWiki solche Verknüpfungen über den SPARQL-Abfrageformalismus abbilden. Das kann eine Stichwort-Suche nicht. Weiterlesen

Web 2.0 – die Aneignung des Netzes

Wikimania 2016
Tausende Wikipedianer bei Ihrem jährlichen Treffen auf der Wikimania 2016 in Esino Lario. Niccolò Caranti, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Zur Geschichte des Social Webs, Teil 4

Mit der massenhaften Nutzung und inhaltlichen Gestaltung des Webs durch private Anwender, wurde das Web zum „Social Web“, wie wir es heute kennen.

Webradio, Wikis, Blogs und Foren

Die Aneignung des Netzes durch immer neue Nutzergruppen blieb an den technischen Fortschritt gebunden. Aus Sicht der Produzenten und Nutzer wurde das Internet allmählich multimedial. Die ersten regelmäßigen »Radiosendungen« im Netz waren die Audiodateien von Interviews mit Netzpionieren, die Carl Malamud ab 1993 unter dem Namen Internet Talk Radio ins Netz stellte. Überhaupt weiteten sich die Möglichkeiten für einfache Nutzer, das Netz mit Inhalten zu füllen. Ein großer Schritt in Richtung user-generated content waren Mitte der 1990er die ersten Weblogs und Wards Wiki. Frühe webbasierte Foren, beispielsweise mit der Software UBB.classic betrieben, komplettieren das Bild.

Instant Messaging und Online-Spiele

Ende der 1990er Jahre erhielt das Internet zusätzliche populäre Funktionen: Ab 1996 stand der beliebte Instant Messenger ICQ des israelischen Start-up-Unternehmens Mirabilis zur Verfügung. Massive Multiplayer Online Games (MMOG) machten das Internet vor allem für Schülerinnen und Schüler zur beliebten Spielwiese. Die ältesten MMOGs entstanden Anfang der 1990er Jahre als Online-Rollenspiele. Das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase im März 2000, die erste Wirtschaftskrise der IT-Branche, hatte auf die steigende Nutzung des Internets zumindest keine Rückwirkungen. Vielmehr wurden neue Geschäftsmodelle und Angebote entwickelt.

Das Web als Dokumentationsplattform

Mit neuen datenbankbasierten Applikationen und der Erweiterung der Bandbreiten wurde es möglich, immer größere Datenmengen über das WWW zur Verfügung zu stellen. Dies veränderte das Wesen des Internets insoweit, als nun das Netz zunehmend als Plattform wahrgenommen wurde, auf der man Inhalte hinterlegen konnte. Weiterlesen

re:publica 2013: Anja Ebersbach on stage

Wie weiter mit der Wikipedia? Anja Ebersbach war auf der re:publica 2013 in ihrer Eigenschaft als Präsidiumsmitglied von Wikimedia Deutschland unterwegs. Im Interview mit Philip Banse von dctp.tv gibt unter anderem einen Rückblick auf den Beitrag vom Vortag. Außerdem gehts um neue Projekte wie Wikidata, Qualitätskriterien und das Selbstverständnis der Wikipedia-Community.

Die Session mit Pavel Richter und Dirk Franke ist auf YouTube zu sehen:

Es gab auch noch ein Interview mit Brand Eins, das aber leider nicht aufgezeichnet und online verfügbar gemacht wurde.

WikiWomenCamp 2012 – „It feeds my curiosity“ – warum Frauen in der Wikipedia aktiv sind

Vom 23. bis 25. Mai 2012 fand in Buenos Aires (Argentinien) das WikiWomenCamp statt. Das Camp war das erste seiner Art und wurde anlässlich des vielgenannten „GenderGap“ in der Wikipedia ins Leben gerufen. Nur etwa 13% aller Wikipedianer sind Frauen, das ist ein Ungleichgewicht, dem die Wikimedia entgegenwirken möchte. Doch um Maßnahmen zu formulieren und anzugehen, müssen natürlich zuerst Gründe eruiert werden, warum Frauen nicht in der Wikipedia schreiben, aber auch, was die Frauen, die sich engagieren, dazu motiviert.
Beim WikiWomenCamp war die Aufgabe einer Gruppe von Frauen aus aller Welt, sich genau über dieses Thema auszutauschen. Ein kurzer Bericht über das Thema findet sich auf dem Wikimedia Blog.

Die Gelegenheit war günstig ein paar persönliche Fragen an die anwesenden Frauen zu stellen: Wie war denn ihr Weg in die Wikipedia? Welche Zukunft sehen sie für das Projekt? Was motiviert sie, trotz dem Aufwand, der damit verbunden ist, sich nach wie vor aktiv zu beteiligen – was bekommen sie zurück?

Sue Gardner (USA, Kanada): Exekutive Director der Wikimedia Foundation  – „It feeds my curiosity“

Sues erster Edit in der Wikipedia war die Verbesserung eines Kommafehlers. Obwohl die ehemalige Journalistin dann unwissentlich einige Regelverletzungen begangen hatte, schreibt sie bis heute regelmäßig in der Wikipedia.  Sie findet, dass die Wikimedia Projekte große Bedeutung in der Welt haben und unter anderem einen Bildungsauftrag besitzen. Warum sie sich engagiert und die Wikipedia so faszinierend findet? „It feeds my curiosity“. Weiterlesen

Eindrücke von der Wikimania 2010

Q: Ralf Roletschek

Wir predigen es ja die ganze Zeit: Social Web Projekte brauchen ab und an eine Erdung zum echten Leben. Wikipedia und die begleitenden Projekte haben das schon lange erkannt. Und so rief die Wikimedia Foundation zum diesjährigen Treffen der Wikipedianer nach Gdansk, zur Wikimania. Hier geben sich Autoren, Administratoren, Organisatoren, Mitglieder der Foundation, Entwickler, Forscher (die WikiSym Konferenz der ACM war direkt vor der Wikimania) und Anwender die Ehre und disktuieren über Stand und Entwicklung des bedeutendsten Wiki Projekts. Da konnte Hallo Welt! selbstredend nicht fehlen.

Ich machte mich also Freitag nachmittag gespannt auf nach Polen, und, um eins schon vorweg zu nehmen, die Reise hat sich definitv gelohnt. Die drei Tage waren voll mit intensiven Gesprächen, interessanten Erkenntnissen und netten Kontakten. Weiterlesen

Kennen Sie Wikibu?

Screenshot Wikibu
Screenshot Wikibu

Bei meinem letzten Aufenthalt an der PH Bern habe ich von der Homepage Wikibu erfahren. Mit dem Projekt von Werner Hartmann vom Zentrum für Bildungsinformatik der PHBern kann man deutsche Wikipedia-Seiten auf ihre Qualität hin prüfen und bewerten lassen.

Die Handhabung ist kinderleicht: Geben Sie einfach den Namen des gewünschten Wikipedia-Artikels in dem angezeigten Formularfeld an. Auf der Basis bestimmter Bewertungskriterien, die man auch auf der Homepage von wikibu selbst nachvollziehen kann, wird dem Artikel eine bestimmte Anzahl an Punkten – maximal 10 – verliehen. Zudem „errechnet“ Wikibu die fünf Hauptautoren des Artikels und zeigt andere Artikel an, an denen sie ebenfalls mitgewirkt haben.

Die Entwickler des Tools, Nando Stöcklin und Michael Hielscher, betonen, dass die Wertung auf rein statistischen Erhebungen beruht und daher eine zusätzliche inhaltliche Prüfung unumgänglich ist. Dennoch ein sehr interessanter Ansatz für das erste Monitoring eines Artikels!

@ Tom Messerli:  Danke für den Tipp! ;o)